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21.11.2010 |
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Medien-Sturm auf ´Vettelheim´ an diesem Sonntag, unser Boliden-Mann kehrt kurz heim!Hitler´s-Reichsflugscheibe: Es kreiselt im Kopf der Nazi-UFO-Mystiker und ihrer ´geheimen´ Mythologie/High Tech 2010: Blau-rotes IFO der nächsten UFO-Generation, das Techno-´Glühwürmchen´!
+ Kommt Boliden-Seb, unser ´Rocket-Man´, jetzt endlich nach ´Vettelheim´? - Ja, der Seb ist da! Es vettelte nämlich! +
Als ich um ca 9:30 h meinen ´kurzen Marsch` über meine üblichen Himmelsbeobachter-Foren der Verdächtigen (Wetterzentrale.de/Astronomie.de/AKM-Forum/Astrotreff.de/Astroinfo) ging, war leider nichts von auffälligen meteorischen Aktivitäten oder gar einem Boliden für Old Germany notiert worden. Ein ´Vettel-Begrüßungsschuß aus dem All´ blieb als kosmisches Feuerwerk am Himmel für den Heimkehrer nach ´Vettelheim´ offenkundig aus. Wäre doch schön und nett gewesen... - aber man kann auch als F-1-Weltmeister nicht alles haben. ;-) Kosmische Airshow von Boliden, Fehlanzeige: Wahrscheinlich ist damit der Leoniden-Durchgang ausgelaugt. Auch warfen die Google-News keinen entsprechenden Vorfall heute am Vormittag der kleinen deutschen bzw großen englischsprachigen Welt aus.
+ Da hieß es auch im größeren Rahmen sozusagen: Den Tag langsam angehen lassen. Der Champion kommt im Hubschrauber kurz vorbei: Wie das ´Darmstädter Echo´ auch zu dieser Zeit berichtete: "Heppenheim erwartet heute den Ansturm von mehreren zehntausend Fans. ... Europaplatz. Kurz nach 12 Uhr soll dort das Programm beginnen, gegen 14.30 Uhr wird Sebastian Vettel erwartet. Maximal eine Stunde wird er bleiben. Danach wird er Heppenheim wieder verlassen." Das ist ja kurz und bündig, aber ´Vettelheim´ und sein Europaplatz war ab Mittag randvoll - alle wollen Seb gebührend empfangen und viele von uns schauten an der Glotze dem zu - die beiden TV-Nachrichtensender waren live dabei (ich hängte das Telefon aus, mein ´Lockdown-Modus´ wie bei ´24´ - UFOs und so ein Kram hin oder her). Das ging ab - und auch in Heppenheim war schneller als erwartet. Und er brachte seinen Monnemer Freund, den Mannheimer-Türk´ Bülent Ceylan mit! Der hatte gleich den Spruch "Er fährt wie ein Türke - aggressiv, aber integriert" für Sebastian Vettel drauf.
In Sachen UFO-Meldungen zu Deutschland war auch weder im deutschsprachigen Raum noch in der englischsprachigen Medienwelt etwas von den Google-News ausgeworfen. Ruhe soweit an der Front. Nur in China war man noch ein bisschen ´Hitler-Haunebu´*-gaga - siehe z.B. http://www.xsnet.cn/news/gj/2010_11... . Dafür war man in der Türkei schon mal ´dicke´ dabei - siehe z.B. http://www.radikal.com.tr/Radikal.a... .
In Kanada war von einem Flugzeugmodell-Fan gestern Nacht sein neonfarben (rot-blau) ausgerüsteter LED-Flieger aufgenommen und als Video "UFO over Burnaby November 20, 2010", qIMGW7pRw3M , eingestellt worden; der User war auch so nett uns das coole IFO-Objekt näher betrachtet zu zeigen - http://www.youtube.com/watch?v=_dAZ... & http://www.youtube.com/watch?v=VSbZ... . Da gibt es nichts betreffs dem hoch-technologisierten ´Glühwürmchen´ der Moderne für die private Flugschau zu meckern.
* = Dem Thema der Haunebu´s, VRIL und ´Sonderbüro 13´ haben wir uns schon einmal unter "Geheime Projekte - Flugscheiben im 2.Weltkrieg", http://cenap.alien.de/cenapnews/zei... , angenommen gehabt. Am Rande aber auch hier: "Kunstausstellung über Raumschiff-Mythos geplant", zu einer Haunebu-Show ausgerechnet in Peenemünde - http://cenap.alien.de/cenapnews/zei... . Sie entsinnen sich vielleicht des Online CENAP REPORT 292 vom Oktober 2004 und den Beitrag "Die Hintergründe zur Saga um die ´Reichsdeutschen Flugscheiben´, oder - Die Schwarze Sonne sowie Blut und Sterne" (S.7ff); PDF-Download unter http://cenap.alien.de/crthirteen.pdf .
Noch ein bisschen mehr um den Haunebu-Wahnsinn
2.Weltkrieg: Aufgrund eines Krieges an zwei Fronten wollten die Nazis das niedergehende Albtraumreich nochmals voran treiben und setzten gegen Ende hin viel auf die Wunderwaffen. Damit wollten sie den Krieg doch noch für sich entscheiden, den einige schon als verloren glaubten. Die V-1 war eine Flugbombe und die V-2 (´V´ steht dabei für Vergeltungswaffe) die erste weitreichende Rakete. Von der Me-262 kamen nur wenige Maschinen zum Einsatz, aber die versetzten wahrhaft die feindlichen Bomberverbände in Angst und Schrecken. Der Jet ist einfach zu schnell und damit ein sehr schweres Ziel für die Waffenschützen in den Fliegern. Doch die Me-262 war nicht ausgereift und bei Abstürzen aufgrund technischer Probleme starben mehr Piloten als im Kampf. Kurzum: die Lufthoheit konnte Nazi-Deutschland nicht mehr zurückgewinnen und so blieben nur noch - Träume. Die "Verwirklichung" dieser Träumereien sind die 3.Reichs-Flugscheiben.
+ Vermutlich bereitete es derart denkenden und fühlenden Menschen eine große Freude, als sie durch unter Ladentischen gehandelten Schriften erfuhren, dass Hitler und seine elitären SS-Getreuen noch in geheimen Verstecken leben sollen. Die Geschichte hört sich folgendermaßen in den Nachkriegs-Wunderwaffen-Märchen an - während der letzten Kriegstage waren ´Reichsflugscheiben´ auch in Nazi-Deutschland kein Thema, deswegen stimmt es auch nicht, wenn diese sagenhaften ´Reichsflugscheiben´ rückwirkend wie von dem Luftfahrthistoriker Peter Pletschacher im ´P.M.´ als "psychologische Kriegsführung vom Feinsten" betrachtet werden (in ´P.M.´ endet der Artikel sogar noch so - und macht sich damit selbst ungewollt zum Teilhaber der Realsatire: "Als Propagandainstrument schlug sie dagegen ein wie eine Atombombe*... Nicht einmal der Reichspropagandaminster {Goebbels} hätte sich das träumen lassen" {sic!}) - und die FOO FIGHTERs aus den 2.Weltkriegsschauplätzen akuell haben mit dem ´Reichsflugscheiben´-Mythos an sich nichts zu tun, auch wenn diese als Nazi-Geheimwaffen hier in Europa angesehen wurden, aber phänomenologisch haben die beiden miteinander nichts zu tun (wir berichteten gestern schon):
* = Nur nebenbei angemerkt: In der Nachkriegszeit war in der Bevölkerung maximal die ´Fliegende Untertasse´ (wenn überhaupt} erstmals im klasischen Alien-Gerede. Auch mein Vater, ein alter Kriegssoldat in Norwegen und Russland, hat zwar in meiner Kindheit ab und an LANDSER-Romanhefte gelesen und ich kannte die ´Fliegenden Untertassen´ selbst nur aus der BILD in Gestalt des Außerirdischen-Image. WENN wir überhaupt mal in der Familie über die Tassen redeten, dann nur entlang der BILD-Ausdeutung. Über die V7 habe ich selbst erst viel später durch meine intensive Beschäftigung mit den UFOs durch die spezielle Literatur erfahren. Meine Eltern dann danach gefragt, wussten sie nichts davon, aber von den Gerüchten über die V-Waffen des Kriegs wussten sie - und das von MEHR nach den V1-Flugbomben und V2-Raketen in Deutschland selbst von 1945 die Rede war - ohne substanzieren zu können, was das MEHR ist; es war halt so ein Gerede auf Stammtisch-Gequatsche-Niveau. Von der Me-163 und Me-262 erfuhren sie selbst erst in den 1950ern! Von den ´Reichsflugscheiben´ hörten sie auch erst durch mich in den 70ern und - taten dies als Quatsch ab. Auch bei Angehörigen, Onkels und Tanten auch in der CSSR (meine Eltern kamen ursprünglich aus Böhmen und Mähren - und sind Heimatvertriebe die auch das Feuersturm-Inferno von Dresden im Flüchtlingstreck mitmachten und von dort nach Leipzig-Brandis flohen!), fragte ich bei Gelegenheit nach diesen Dinger - und erlebte nur Staunen mir gegenüber.
+++ Aus der Büchse der Pandora - die Reichsflugscheibenidee als zeitgenössische Spinnerei +++
Kurz vor Kriegsende flüchtete Hitler mit auserlesenen SS-Leuten in die Antarktis, wo er nunmehr über eine ansehnliche UFO-Flotte verfügt. Je nach Autor ist diese UFO-Armada das Produkt deutscher Technik oder das Geschenk freundlicher ALIENS. Wenn die "jüdische Weltverschwörung" den letzten Griff nach der Macht beginnen wird, wird Hitler mit seinen UFOs über die Erde segeln, die "Bösen" vernichten und das Tausendjährige Reich arischer Zucht und Ordnung errichten. Auch ´Jan van Helsing´ verbreitete derartige Science Fiction als Wahrheit und hat Erfolg damit. Der Ahnherr derartiger phantastischer Geschichten nennt sich ´D.H. Haarmann´, der sich u.a. auf Frau Blavatsky beruft. Seine Bücher erschienen im ´Hugin Verlag´, der im deutschen Ort Wetter angesiedelt ist. Gleichzeitig engagierte sich der Autor für den inhaftierten Rudolf Heß und beteiligte sich an "Ausländer Raus!"-Initiativen. (Haarmann 1983, Materialien zum Hugin Verlag). Im Gegensatz zu dieser gängigen Version, die Hitler in geheimen Höhlen der Antarktis meditieren sieht, versetzten ihn die rechtsextremen, ariosophischen Gyfiliten in den Götterhimmel. Sie erwarten an den Externsteinen weniger eine Nazi-UFO-Flotte, sondern verbündete sechsfingrige Götter, die mit etwa 40 Drachenschiffen dort landen sollen. Dann werde die große Zeit der Gyfiliten und mit ihr die Renaissance der Arier beginnen. Dazu kamen entsprechende Nazi-UFO-Videos auf den Markt, die den Mythos verfestigen sollten: Gerd Burdes (der sich selbst opportunistisch vorstellte, eine angebliche "Akademie der Sterngeborenen ANTARIS" leitete und bereits am 17.Dezember 1992 auf Sat1 in der Sendung "Einspruch" als Ausserirdischer zu sehen war und suchte seinen Fuss in die ufologische Türangel zu bekommen) "UFOs - Geheimnisse des Dritten Reichs" und "UFOs - das Dritte Reich schlägt zurück", verfasst von Norbert Jürgen Ratthofer und Ralf Ettl. Die Rechte liegen bei einer ominösen Wiener "Tempelhofgesellschaft", hergestellt wurde das Machwerk bei "Abraxas", einem Filmstudio bei Wien. Kontakte liefen über die "Akademie der Sterngeborenen" in Kössen. Die Kontaktadressen, bei denen der Interessierte die Nazi-UFO-Videos kaufen kann, wechseln oft recht schnell. Eine zeitlang war es die "MGA Austria/Royal Atlantis Film" (von Burde der auch einen "multi marketing Verteilungsplan" kurisieren ließ) im deutschen Chemnitz; 1995/96 vertrieben sie sodann neben dem Damböck-Versand, auch der Andromeda-Versand und die Herold-Verlagsauslieferung (Oberhacking) vom Sternentor-Verlag im deutschen Gauting, der ab 1997 in Grassau zu finden war. Damit verschwanden sie aber auch in kleinste Nischen.
Derartige Fantasieberichte haben sich in letzter Zeit überraschend vermehrt. Sie scheinen zu einem festen Bestandteil der Ideologie des okkult-rechtsextremen Lagers zu werden. Da sind die "UFOs" dann die wahren Wunderwaffen erleuchteter Nazis, den "überlegenen Herrenmenschen" (oder "Illuminaten"). Einfach weil sie schon die "Reichsdeutschen Flugscheiben" wie VRIL und Haunebu bauten. Dies sind als "Geheimnisse des Dritten Reichs" verkaufte krude Ideen um eine ganz spezielle UFO-Mystik aufzuziehen. Wohl auch gerade als "Ersatz" für jene, die von den Alien-Raumschiffen und den Dauerflops dort frustriert wurden. Hinzu kommt auch der Wunsch: Wer von den Machenschaften der Verschwörer ´weiß´ (= zumindest darüber berichtet), ist dadurch selbst besonders ´wichtig´ als ´Erkenntnisträger´ (egal ob er in Wirklichkeit nur ein Dummschwätzer ist). Wie "Aspekte" zeigte, befindet sich "Zentrum" esoterischer Verschwörungstheoretiker in 94209 Regen und mit versteckter Kamera war ein ZDF-Reporter am vorausgehenden Samstag anwesend, als es dort ein neuerliches Treffen gab (1). Knapp 200 Menschen waren dort in einer Kneipe versammelt, mitten in der deutschen Provinz. Offiziell, natürlich, hat man sich VORHER von allem Rechtsextremismus distanziert - "wir doch nicht". Doch die Wahrheit vor Ort sah anders aus - die Legende lebt. Überall zirkulierten in den Reihen die ´van Helsing´-Bücher und ganz offen wurden hier an Bücherstanden die Werke von ausgewiesenen Rechtsextremisten verkauft, schon gleich als ´Begrüssung´ im Eingangsbereich. Der braune UFO-Wahn ist in diesen Nischen ein großes Thema, eine Art ´Einstiegsdroge´. Die ehemalige Regen-Treff-Dauerbesucherin Beate Daam packte quasi als ´Sektenaussteigerin´ aus und erklärte hier bereits "die schlimmsten antisemitischen Ausfälle" erlebt zu haben.
(1) = Veranstaltungsort ist das Gasthof am Rathaus (Saal), Am Stadtplatz 3, 94209 Regen. Die Veranstaltungen nennen sich "Freien Treffs für Grenzwissenschaften Regen/Bayern". Lt dem Regentreff-Forum ( http://www.f25.parsimony.net/forum6... heißt es: Hier können alle Themen behandelt werden, die im Entferntesten mit Grenzwissen zu tun haben... z.B. Themen wie Ufos, Geheimgesellschaften, Geheimtechnologien, Zeitgeschichte, Verschwörungen, Esoterik, Mythen, und und und..." Quasi eine ´Reaktor-Kammer´ für allerlei Verrücktheiten. Das Forum wird vom Osiris-Buchversand geleitet der praktischer Weise auch für die genannten Interessengebiete das Material bereitstellt. Als es am 18.10.04 einmal auf der praktisch brach-liegenden E-Mail-Liste von der längst eingestellten Zeitschrift "Unknown Reality" eine Nachfrage zwecks Regen gab antwortete Joachim Koch aus Berlin darauf um den Kontakt zu vermitteln: "War schon ein paar mal da. Nette Leute, interessante Themen, sehr aktiv." In 14053 Berlin selbst ist abgemerkelter das "Neu-Schwabenland-Treffen" im SAM KULLMAN´s DINER, Theodor-Heuss-Platz 5/Ecke Thüringer Allee, aktiv gewesen und hat jetzt eine neue Bleibe gefunden. Themen wie ´Neu-Schwabenland, Deutsches Reich und Geheimtechnologien! UFO = Reichs - Deutsche - Flugscheibe´ waren hier normal. Zwei Führungspersonen hier: Dr. Axel Stoll und Peter Schmidt.
+ Man muss aber auch realistisch bleiben: Die UFOlogie selbst ist eine Nischenbewegung, die "braunen UFOs" sind nur ein Randthema selbst dort, auch wenn ´van Helsing´ 100.000 "Sach"-Bücher verkauft hat - was sicherlich ein Thema für sich selbst allein in unseren Tagen des Internet ist. Aber ich gehe davon aus, dass das Meiste dieses Verkaufserfolgs NICHT an UFO-Jünger ging. Und selbst in der offenen Neo-Nazi-Szene habe ich noch nie in der öffentlicht Berichterstattung über deren Aufläufe gesehen, dass da irgendwelche Plakate zwecks den "Reichsdeutschen Flugscheiben" etc mit sich herumgetragen wurden. Ich will das Problem damit nicht "kleinreden", aber auch nicht unnötig hochziehen und ihm größere Dimensionen zusprechen als es ´verdient´. Wahrscheinlich ist die Satanisten-Szene sogar größer als die der Prediger von den "Reichsdeutschen Flugscheiben". Und schlußendlich halte ich auch ´van Helsing´ nur für einen Trittbrettfaherer einer alten Idee. Genauso wie andere ´Gurus´ arbeitet er mit ´geschickt´ verkauften Illusionen. Große Schnauze. Klar, Weltbilder entstehen im Kopf. Forschung und Wissenschaft sind wesentliche Grundlagen für Innovation und Fortschritt im aktuellen Gesellschaftskonsens und bestimmen so die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung maßgeblich mit. Pseudo-Wissenschaft versucht dies ebenso - und dies auch mit gewissem Erfolg. Die Teilnehmer der unterschiedlichen Bewegungen HOFFEN für sich ein "logisches Paradigma" zu schaffen und darüber einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung einzubringen. Und sie fühlen sich dort wohl. Auch die Freunde des Mythos vom sagenumwobenen "germanischen" Thule kommen auf ihre Kosten. ´Van Helsing´ greift hier auf andere rechtsradikale Autoren wie Wilhelm Landig oder Miguel Serrano zurück. Einfach weil es angeblich passt.
Hintergrund: Auch drei Jahrhunderte nach dem Beginn der Aufklärung hat die Welt offenbar einen enormen Bedarf an simpelsten Welterklärungsmodellen, gleichgültig wie verbrecherisch, menschenfeindlich und irrwitzig diese sind. Den meisten Menschen erscheint diese Welt als ein heilloses Durcheinander sich widersprechender, verworrener Ideologien und gepaart ist dies schon immer mit der Frage: Wer regiert die Welt? Die geheime, totalitäre Weltdiktatur zieht dabei besonders. Es wird also vorausgesetzt, dass es Dunkelmänner gibt, die machtgierig sind, die über viel Geld verfügen und die die Geschicke aller Völker leiten. Jüdisch-nordamerikanische Verflechtungen werden da hochgehalten. Deswegen auch der Durchbruch um die ´9/11-Verschwörung´ als Ende des globalen Kapitalismus, des ´Mammonismus´. Ich spekuliere einmal - viele der 9/11-Konspirationstheoretiker sind in Wirklichkeit froh darum, dass den USA dieser Schlag versetzt wurde, um ihre eigene USA-Feindlichkeit zu befriedigen. Ihre Abstrusität hindert zu viele Zeitgenossen leider nicht daran, an sie zu glauben. Holey hatte da geschrieben: "Schalten Sie einmal Ihren Verstand ab, der möglicherweise verschiedene Informationen nicht akzeptieren will, lassen Sie ihre Gefühle zu und geben Sie Ihren Impulsen nach." Damit lässt sich arbeiten. Und der Glaubensbedarf entspricht dem Bedarf an Verschwörungstheorien. Es gibt zwei Ebenen geschichtlicher Realität. Die eine ist die allgemeine, sogenannte öffentliche Meinung, die dem Durchschnittsbürger durch die Massenmedien unterbreitet und später zur Geschichte wird. Auf der anderen Seite stehen dagegen die Ereignisse, die der Öffentlichkeit nicht bekannt gegeben werden. Dies ist die Welt des Wirkens von Geheimlogen und Geheimgesellschaften, die Kapital, Politik, Wirtschaft und Religion miteinander vernetzen. Und es gibt längst schon eine Weltordnung der Weltverschwörer. Damit wollen sich die Führungsfiguren wichtig und auf sich selbst aufmerksam machen. Für mich sind Verschwörungstheorien eher vulgäre Erklärungsmodelle sozialer Wirklichkeit, mit denen man sich nicht beschäftigen muss, dem die Ernsthaftigkeit fehlt. Es geht um die gesellschaftliche Relevanz von Ideologien und nicht um ihre inhaltliche Stringenz. Doch: Die gesellschaftliche Relevanz dieser oft absurden Verschwörungstheorien - dies geht ja bis hinein in Sachen ´Maya-Kalender und Weltuntergang 2010´ sowie Planet X und solchen Analogkäse - ist nicht zu leugnen. Sie stoßen weltweit auf Interesse und Zustimmung.
Massenmedien, besonders die Hollywood-Filmindustrie aber auch die Blätterwelt der Yellow Press, nutzen diese und andere Mythen und verankern sowie verstärken sie in den Denk- und Gefühlsstrukturen der Menschen. Genährt werden Verschwörungsdiskurse aber auch durch eine Politik, die mit Halbwahrheiten, gefälschten Dokumenten und zweifelhaften Videos Kriege legitimiert. Der ´Kunde´ muss den Eindruck erhalten: Nichts ist so, wie sie es dir sagen. Hinter der vertrauten Welt lauert das Unfassbare - lauern die ´UFOnauten´, woher sie auch immer kommen und wer sie auch immer sein mögen.
Mir will dabei aber auch scheinen, als versuche man über diese "UFO-Schiene" die Bahn für extreme und paranoide (falsche) Weltbilder freizumachen. Und bei einigen Leuten wirkt dies auch (direkt oder indirekt). Auch dies hier alles ist, wenn man so will und es mal drastisch formuliert, ein "Terrorangriff" auf die wirkliche Erforschung des UFO-Phänomens, einwandfrei ideologisch-weltanschaulich motiviert. Hier kann dann auch ein größerer Rahmen gezogen werden um zu sehen, warum die "Reichsdeutsche-Untertasse" wohl gerade auch in diesen Tagen bei UFO-Fans so beliebt ist - damit kann man nämlich die urufologische Kontaktler-Legende von George Adamski mit seinen "Scoutschiff"-Bildern (die für sich die IKONE der UFO-Fotografie schlichtweg sind und daher auch von den rechten UFOlogen als "gut-dokumentiertes Bildmaterial" der Flugscheiben ausgegeben wird) weiterleben lassen und sich zusammenspinnen das Adamski damals eben nur nicht "sagen durfte" mit wem er da wirklich Kontakte unterhielt. Die "großen Blonden" als gut-Menschen von der Venus waren sonach in Wirklichkeit reinrassige Arier, eine Idee mit der Adamski wohl spielte um eine "Alien-Ikonografie" in Gang zu setzen. Wobei ich nicht sagen will, das Adamski ein UFO-Rechter im heutigen Sinne war. Es kann sogar eine ganz besondere Faszinationskraft für alte Adamski-Venusier-Anhänger ausgehen, wenn sie nun zum Glauben geführt werden, ein noch größeres Geheimnis hinter Adamski aufzudecken als es für sich schon ist. Die ´Spiele´ die hier betrieben werden sind gefährlich, und sie wirken grenzübergreifend in diesem Mix aus esoterischer UFOlogie, Neo-Nazi-UFO-Vorstellungen, Kontaktlertum und sogar bis hinein in die "Entführungsszene", wo es ja auch schon Brückenköpfe über die Entführte und ´van Helsing´ gibt. Bisher war dies alles nur ein ´Insider- und Nischenthema´ innerhalb des ufologischen Großkomplexes. Doch die Medien fangen schon an, dies alles aufzubereiten.
So lief am 26.Mai 2004 auf dem britischen ´Channel die neue englische TV-UFO-Dokumentation namens "The British UFO Files" als Eigenproduktion zur allerbesten Sendezeit. Doch mit was wird diese UFO-Sendung aufgemacht - mit den deutschen "Nazi-Flugscheiben-Geheimwaffen" mit denen alles begonnen haben soll! Als mir GWUP-Mitglied Ralf Steinberger die Aufnahme hiervon zuschickte und ich sie sah, fiel ich fast aus dem Sessel - auch wenn auf internationalen UFO-Listen die Sendung als "a great program" beklatscht worden war. Das angebliche "WW2 Nazi flying saucer project" an den Prager Skoda-Werken war der Aufmacher - ohne Kritik daran. Und gewürzt mit eigenen auf historisch-getrimmten computererzeugten Filmsequenzen wo die Haunebu-Scheibe oder VRIL bei einem Reichsparteitag zu Ehren Hitlers als Senkrechtstarter hier ausgegeben flog. Geschickt vermied man es im Begleitton der Sendung hier ´Nazi-Werbung´ zu machen und verkaufte die ganze Nummer als "Luftfahrt-Historienbeitrag"! Dies war genauso eine Dummerhaftigkeit wie Donald Keyhoe als einen vom amerikanischen Bergeteam der Untertassen-Technologie nach dem Sturz der NS-Diktator auszugeben und Andreas Epp (1) vorzustellen, als wolle er genau diese damals genutzte Technologie nochmals nachbauen und man ihm aus weltökonomischen-weltstrategischen Gründen nicht die Mittel gibt, um das Gerät mittels ´Freier Energie´ in Gang zu setzen. Genau dies aber beinhaltet das Konspirations-Spektakel wie es ein van Helsing aufzog. Und niemand will es jetzt wundern zu erfahren, dass die genannte "Dokumentation" mit dem Nazi-UFO-Teil so gut ankam, dass der Sender Channel Five beschloss sogar daraus eine Sondersendung mit diesem Thema namens "The Real Flying Saucers" zu machen und am 18.Juni auszustrahlen. Im O-CR 290 fanden Sie oben auf S.18 den Beitrag "Umfrage: Jeder zehnte Brite hält Adolf Hitler für erfunden". Dies mag sein, aber nun halten vielleicht genauso viele Briten dafür die Nazi-Flugscheiben für echt. Wer mehr über die Nazi-Flugscheiben-Technologie-Mythologie erfahren will kann dies unter der URL http://www.naziufos.com/von Maurizio Verga tun.
(1) = Wie Jan Aldrich vom amerikanischen ´Project 1947´ mitteilte, besitzt er die FOIA-Akten der US Armee zu Epp. Dort wurde deutlich, dass dieser Herr einige Tage lang US-Behörden mit seinen Unterlagen vom eigenen Zeichenbrett und eigener Gedankenschmiede beschickte um unbedingt einen "Contract" zu bekommen damit er endlich seine Flugmaschine bauen könne. Doch Ingenieure der Armee bewerten die ganze Sache als aussichtslose Privatspinnerei. Der Köder, um das Interesse zu wecken war seine Behauptung für die Sowjets am Bau eines Rundflügelers mitgewirkt zu haben. Man bezeichnete ihn gar als "intelligent swindler".
Der deutsche Flugkreisel kreiselt im Kopf umher
Nach dem Zweiten Weltkrief zu beginn den Kalten Kriegs und dem Aufkommen der ´Flying Saucers´ als modernes Märchen stand die Welt Kopf und mit Fantasie im Gebäck begann die Nummer hysterische Züge zunächst in Amerika anzunehmen, weil gerade auch die ´Marisaner-Invasion´ von der Halloween-Nacht 1938 frisch in Erinnerung war und Superman zum Siegeszug im Land der unbegrenzten Freiheit ansetzte während man Flash Gordon schon aus dem filmischen Abenteuermedium kannte. In der Chronologie der Untertassen-Kunde waren in Amerika zuerst die Aliens da; erst später als der ´Fliegende Untertassen´-Boom über die Welt kam, wurde von Deutschland aus eine Alternative zu den amerikanischen ´Aliens´ als weitere Idee ins Spiel gebracht.
Reichsflugscheiben und Flugkreisel: Die ganze Geschichte stimmt, wie man sieht, vorn und hinten nicht. Geht es um technische Details wird dies noch deutlicher und klarer: Ich berufe mich hier auf die Zeitschrift ´Luftfahrt International´ vom Mai-Juni 1975. Dort brachte man den Artikel "´Deutsche Flugkreisel´ Gab´s die?". Hier war zu lesen:
>Vorbemerkung: Als die Allierten nach Beendigung des zweiten Weltkrieges die von ihnen erbeuteten, umfangreichen Unterlagen über deutsche Geheimwaffen gesichtet und teilweise veröffentlicht hatten, erschienen ab 1950 in der Presse laufend Meldungen über sogenannte "fliegende Untertassen" oder auch "Flugscheiben", die von den Deutschen während des Krieges entwickelt und erprobt worden sein sollten. Das Interesse an diesen ungewöhnlichen Fluggeräten war nach dem Krieg, in einer Zeit, in der man sich in Deutschland endlich Klarheit über die geheimnisvollen V-Waffen verschaffen wollte, nur zu verständlich. Und diese Wissbegier wurde im Falle der Flugkreisel natürlich noch dadurch verstärkt, dass um etwa die gleiche Zeit eine Welle von Meldungen über "Foo Fighters" und "UFOs" anlief, denen allerdings ein ganz anderer Ursprung nachgesagt wurde.
Vorgeschichte: Bei den deutschen Flugkreiseln sollte es sich um Fluggeräte handeln, die durch ein um einen zentralen, nicht mitdrehenden Rumpf umlaufendes Rotor- oder Scheibensystem in der Lage sein sollten, sowohl senkrecht zu starten und zu landen als auch mit ungewöhnlich hoher Geschwindigkeit horizontal oder schräg in jeder beliebigen Richtung zu fliegen - womit ein solches Gerät für militärische Einsatzzwecke natürlich hochinteressant sein musste. In den ab 1950 veröffentlichten Berichten wurden im wesentlichen zwei verschiedene Modelle solcher Flugscheiben sowie eine als V 7 bezeichnete Flak-Mine erwähnt. Einer dieser Flugkreisel sollte von einem Flugkapitän a.D. Schriever {in Wirklichkeit ist es aber der "Kraftfahrer Rudolf Schriever, angestellt beim Motor Pool der U.S.Army gewesen" - Quelle: ´Der Spiegel´, 30.März 1950: "Untertassen - Sie fliegen aber doch"!}, der andere von einem Dr.-Ing. Miethe entworfen und gebaut worden sein. Beiden Flugkreiseln wurden fantastische Flugleistungen nachgesagt. Nach diesen Berichten wurde die Idee zu dem Schrieverschen Flugkreisel im Frühjahr 1941 geboren, ein Modell - vermutlich dem bekannten Kinderspielzeug nachempfunden - im Juni 1942 geflogen und damit, nach Schrievers Ansicht, die Richtigkeit seiner Überlegungen bestätigt. Im August 1943 soll der Erfinder mit drei Vertrauten auf einem BMW-Platz bei Prag eine Grossausführung seines neuen Fluggerätes gebaut und das ursprünglich mit Luftschrauben ausgerüstete Gerät im Sommer 1944 auf Strahltriebwerke umgerüstet haben. Im April 1945 war die fliegende Untertasse angeblich zur Erprobung fertig, konnte aber vor Kriegsende (8. Mai 1945, 24.00 Uhr) nur noch einen Probelauf, keinen Erstflug, durchführen und musste am 9. Mai 1945 gesprengt werden, wonach sich sein Erbauer samt Unterlagen nach Westen absetzte.
Widersprüche: Rolf Schriever ist in den 1950er Jahren verstorben. In seinem Nachlass fanden sich neben einer undatierten, von dem Erfinder offenbar nach {!} dem Krieg verfassten provisorischen Baubeschreibung nebst rohen Skizzen seines Fluggerätes mehrere einschlägige Zeitungsauschnitte (siehe Quellennachweis, Pos. 2-9, 12-14, 16). Die ersten dieser Notizen datieren vom 30.3. und 2.4.1950 {!}. Rudolf Augsteins flinke Reporter, sonst der Konkurrenz sehr oft um mehrere Nasenlängen voraus, konnten in diesem Fall die sensationelle Nachricht über Schrievers Flugkreisel nur ganze drei Tage vor dem offensichtlich aus der gleichen Quelle schöpfenden Wochenblatt "Heim & Welt" herausbringen. Diese beiden Veröffentlichungen mit ihrem im wesentlichen übereinstimmenden Inhalt könnten als Unterlage für ähnliche Berichte dieser Art gedient haben, die sich jedoch in manchen Punkten, zum Teil sogar erheblich, von den beiden Erstveröffentlichungen unterschieden. Bei kritischer Durchsicht des vorliegenden Materials stellt man schnell eine Vielzahl offensichtlicher Unstimmigkeiten fest. So entstand nach einer Quelle die Idee zu Schrievers Untertasse im Jahre 1942, nach diversen anderen dagegen schon 1941, während eine weitere ein ganz präzises Datum nennt: den 15.7.1941. Nach einer Aussage flog Schrievers Modell am 1.6.1942, nach einer anderen dagegen 2 Tage später. Das Datum des Baubeginns der eigentlichen Maschine ist ähnlich unklar: einmal wird 1943, ein anderes Mal dagegen 1944 erwähnt.
Noch spannender wird´s beim Datum der Fertigstellung: während ein angeblicher Augenzeuge, ein Obering. Klein, behauptet, dass er den Erstflug des Schrieverschen Geräts am 14.2.1945 gesehen habe, gibt der Erbauer Schriever an, dass der Vogel erst im April 1945 zur Erprobung bereitstand, nicht geflogen habe, sondern vor dem Erstflug zerstört worden sei. Die Aussage des "Augenzeugen" Klein gewinnt nicht an Glaubwürdigkeit, wenn man erfährt, dass eine im Kriegstagebuch der 8. Luftflotte als Anlage noch vorhandene Wettermeldung vom 14.2.1945 für den in Betracht kommenden Raum eine sehr niedrige Wolkendecke, Regen, Schnee und schlechte Sicht verzeichnet. Das sind Witterungsbedingungen, bei denen man ein so revolutionäres Fluggerät ganz bestimmt nicht zum Erstflug starten lässt. Bei einer in 400-800 m Höhe beginnenden, 8/10-10/10 geschlossenen Wolkendecke wäre es kurz nach dem Start ausser Sicht geraten. ... Aber die Unstimmigkeiten gehen noch weiter. Nach einer Quelle wurde als Transportmittel bei der Flucht ein Flugzeug, nach anderer Lesart ein Auto benutzt. In einem Falle war das Flugziel München und die Firma Dornier, im anderen der Bayrische Wald, im dritten noch präziser der Ort Regen. Auch wann und wo Schrievers Unterlagen abhanden kamen, wird ganz unterschiedlich geschildert. Während dies z. B. laut "Spiegel" am 4.8.1945 in Bremerhaven geschah, passierte der Diebstahl nach anderen Quellen bereits am 14.5.1945, also wenige Tage nach dem Absetzen aus Prag, nach anderer Lesart dagegen erst Wochen später.
Technisch unmöglich: Die ganze Geschichte stimmt, wie man sieht, vorn und hinten nicht. Sie ist im Gegenteil höchst unglaubwürdig und wäre vermutlich schon in den fünfziger Jahren gestorben, wenn sich damals ein Techniker etwas näher mit dem seltsamen Vogel befasst und ein wenig gerechnet haben würde. Dabei hätte sich sehr schnell herausgestellt, dass bei den angegebenen 1800 U/min ganz gewaltige Zentripetalbeschleunigungen auftreten würden, die man in dieser Grössenordnung (26200 g) sonst nur in der Waffentechnik und dort auch nur bei kleinkalibrigen Geschossen erlebt. Bei einem Triebwerksgewicht von 560 kg (BMW 003) müssten zur Aufhängung der Turbine massive Bolzen aus hochfestem Stahl verwendet werden, die, gleichmässige Kraftverteilung vorausgesetzt, bei einer Zweipunktbefestigung jeweils 142 mm, bei einer Dreipunktbefestigung immerhin noch jeweils 116 mm Durchmesser hätten haben müssen. Dabei hätte diese enorm schwer ausfallende Aufhängung nur für das nicht in Betrieb befindliche Strahltriebwerk ausgereicht, nicht für das laufende! Bei letzerem würden Kippmomente in der Grössenordnung von 110´000 mkp auftreten. Die von Schriever konzipierte Untertasse war also in der vorgesehenen Konfiguration nicht zu realisieren. Abgesehen hiervon und von der unmöglichen Gewichtsangabe ging das auch aus anderen Gründen nicht: bei einem Fluggewicht von etwa 3 to hätte Schriever und seine Mitarbeiter etwa 2 to hochwertigen Materials, zahlreiche Instrumente und nicht weniger als fünf Strahltriebwerke beschaffen müssen. Zu jener Zeit waren Werkstoffe und Triebwerke jedoch Mangelware, die man weder für Geld noch für gute Worte irgendwo kaufen oder gar "organisieren" konnte. Wer damals ein solches Projekt durchführen wollte, musste offiziell seinen Bedarf mit einer entsprechenden Begründung anmelden und erhielt dann gegebenenfalls die für die Beschaffung erforderlichen Papiere. In jedem Falle erhielten die zuständigen Stellen Kenntnis von dem neuen Projekt, es wurde also "aktenkundig". Trotz aller Kriegswirren sind die Unterlagen von Albert Speer´s Rüstungs-Ministerium (1) vollständig erhalten geblieben, ebenso wie die stenografisch aufgenommenen sogenannten Milch-Gespräche und die peinlichst genauen Angaben über Rohstoffverteilung, Personaleinsatz, Projektfortführungen usw. enthaltenden Kriegstagebücher der verschiedenen Rüstungskommandos. Merwürdigerweise enthält "keine" dieser Dokumentensammlungen, von denen die Milch-Besprechungen über 40.´000 Seiten umfassen und das KTB des RK VIII den Zeitraum vom 15.8.1939 - 31.12 1944 lückenlos abdeckt, auch nur den geringsten Hinweis auf den Schrieverschen Flugkreisel, die Miethesche Flugscheibe oder die Flakmine V 7. Mit anderen Worten: es hat keines dieser Geräte gegeben, sie sind weder gebaut worden, geschweige denn zum Flug gekommen.
(1) = Speer, als gebürtiger Mannheimer, bekam Anfang 1942 (ein Jahr der Wende) den Job des Reichs-Rüstungs-Ministers von seinem Freund Hitler übertragen (und hatte als einer der ganz ganz wenigen Personen jederzeit uneingeschränkten Zugang zum ´Führer´). Ein Punkt der vielen Menschen gar nicht bekannt ist, weil man Speer als den Architekten des Nazi-Imperiums sieht, der z.B. aus Berlin die Welthauptstadt Germania machen sollte. Speer wurde aufgrund seiner Manager-Qualitäten zum Reichs-Rüstungs-Minister. Damit bestimmte er fundamental alles was in Sachen Rüstung bei Wirtschaft und Industrie lief. Er war in alle entscheidenden Rüstungsprojekte direkt verwickelt, weil er für jene die Gelder freimachte. Speer war es, der das Land auf reine Kriegswirtschaft umstellte und mit einer beispielslosen Aktion die Weisungsbefugnis über Wirtschaft und Industrie übernahm. Er hatte wahrhaft die totale Kontrolle darüber und keine ab jetzt produzierte Kugel ohne die Unterschrift dieses Mannes! Nebenbei: Speer war es, der ab sofort begann Kriegsgefangene als Sklavenarbeiter millionenfach einzusetzen und verrecken zu lassen.
Leichtgläubigkeit kritikloser Leser: In den ersten Jahren nach dem Kriege, als noch keine wirklich authentischen Dokumente über die Geheimwaffenentwicklungen des 3.Reiches verfügbar waren, hatten Aufschneider, Fantasten und verkrachte Erfinder herrliche Zeiten, denn jede, auch die unmöglichste Story wurde gierig "geschluckt". Nur so ist es zu erklären, dass zahlreiche Meldungen, wie die über die ominösen Flugkreisel, kritiklos veröffentlicht und ebenso bereitwillig von vielen auch geglaubt wurden. Von manchen offenbar sogar noch heute, wie eine in der April-Ausgabe 1972 der Werkszeitschrift der ´Vereinigten Flugtechnischen Werke-Fokker GmbH´, Bremen, veröffentlichte, als Ulk gemeinte Notiz gezeigt hat. Die Meldung "Unbekannte Flugscheiben bei VFW-Fokker entdeckt" hatte durchschlagenden Erfolg: es kamen von vielen Seiten Anfragen nach weiteren Unterlagen über die im Bild vorgestellte "Geheimwaffe". In Wirklichkeit handelte es sich bei dieser um ein einfaches Modell, das aus zwei zusammengeklebten Kunststoffmanschetten für elektrische Stecker, drei Kugelschreiber-Fahrwerksbeinen, dem Sockel aus einem Plastik-Modellbaukasten sowie einigen Kleinteilen bestand. Recht martialisch mit Balkenkreuzen und Tarnfarbe bemalt sah es ganz überzeugend aus. Für manchen, wie sich gezeigt hat, schon ein bisschen zu echt.
Provisorische Baubeschreibung des Schrieverschen Flugkreisels:
(Zusammengestellt anhand eines Manuskriptes des Erfinders). Der Rumpf besteht im wesentlichen aus einer linsenförmig abgeplatteten Kabinenkugel, die in der Mitte einer Flügelblattscheibe angeordnet ist und aus einer oberen und unteren Hälfte besteht. In dem oberen Teil befindet sich der Kommandostand für eine mehrköpfige Besatzung, ausgerüstet mit Bedienungs-, Navigations- und Triebwerksüberwachungsgeräten und -instrumenten, sowie die Steuerorgane. Am bzw. im unteren Teil, das gegenüber dem oberen um 360 Grad drehbar ist, sind zwei Strahltriebwerke nebst Tanks angeordnet. Federnde, unterhalb der Triebwerke angeordnete Bauteile ersetzen das sonst übliche Radfahrwerk. In Höhe des Schwerpunktes des Gesamtsystems befindet sich an der Kabine ein ringförmiger Ansatz, in dem auf besonderen Lagern eine Schaufelblattscheibe läuft. Die Blattspitzen der 21 Schaufeln sind von einem Ring umschlossen, der nicht nur zur Stabilisierung, sondern auch zur Verminderung des induzierten Widerstandes dient. Drei unterhalb der Flügelblattscheibe angeordnete Strahltriebwerke dienen zum Antrieb der Scheibe. Die Triebwerke sind an sogenannten Trägerplatten aufgehängt, die gleichzeitig als Kraftstoffbehälter dienen. Für Start, Landung und Senkrechtflug wird die Blattscheibe auf 1650-1800 U/min gebracht; bei 3 to Fluggewicht steigt das Gerät senkrecht mit ca. 100 m/sec. Für den Reiseflug wird die Drehzahl auf 500 U/min gedrosselt, die Steigung der Schaufeln so verändert, dass weder Auf- noch Abtrieb vorhanden ist und die beiden Triebwerke in der unteren Rumpfhälfte werden in Gang gesetzt. Im Horizontalflug erreicht das Gerät 4200 km/h. Bei Schrägstart werden alle fünf Triebwerke gleichzeitig eingesetzt. Die Steuerung um die Hochachse erfolgt durch Drehen der unteren Rumpfhälfte gegenüber der oberen.
Quellen-Nachweis:
1. Schriever, Ing. Rudolf, Beschreibung "Projekt-Flugkreisel" und Zeichnungen des Erfinders, ohne Datum, in der Bremerhavener Zeit entstanden 2. "Untertassen-Flieger-Kombination", ´Der Spiegel´, 30. März 1950 3. "Flugkreisel, irdisch", ´Heim & Welt´, Nr. 14, 2. April 1950 4. Sautier, G., Dipl.-Ing. "Luftwaffe plante Scheiben-Flugzeuge", Quelle unbekannt, ohne Datumsangabe 5. "Fliegende Untertassen - eine deutsche Erfindung", Autorenpseudonym "Criticus", ´Die 7 Tage´, 5. Jahrgang, Nr. 26, Freitag, 27. Juni 1952 6. Meyer, G. H. "Die deutsche ´Fliegende Untertasse´, ´Das Ufer-die Farb-Illustrierte´, Nr. 18, 1. September 1952, (Fliegende Untertasse = Deutscher Flugkreisel?) 7. Keller, Dr. Werner "Erste "Flugscheibe" flog 1945 in Prag" - enthüllt Speers Beauftragter, Interview mit Oberingenieur Georg Klein, ´Welt am Sonntag´, 25.4.1953 8. "Fliegende Untertassen in Deutschland erfunden", Sonderbericht der ´Deutsche Illustrierte´, S. 1350/51, ohne Datum 9. "Das gab´s - die fliegende Untertasse der deutschen Luftwaffe" ´ZB, Illustrierte für Menschen im Atomzeitalter´, vermutlich Nr. 25, Dezember 1953 (?) 10. Sievers, Edgar "Flying Saucer über Südafrika - zur Frage der Besuche aus dem Weltraum", Sagittarius-Verlag, Pretoria 1955 11. Lusar, Rudolf "Die deutschen Waffen und Geheimwaffen des 2. Weltkrieges und ihre Weiterentwicklung", J.F. Lehmanns Verlag, München, 4. Auflage, 1962, S. 189/91 (gleicher Text in 1. Auflage, 1956) 12. "Wunderwaffen 1945 - erst heute lüftet sich der Schleier", ´Bild am Sonntag´, 17. Februar 1957, S. 19 13. "Die UFOs - eine deutsche Erfindung", ´Das neue Zeitalter´, 9. Jahrg., Nr. 41, 5. Okt. 1957, S. 4 14. Lusar, Rudolf "Fliegende Untertassen, eine deutsche Erfindung - von Deutschen erprobt - in West und Ost weiterentwickelt.", ´Das neue Zeitalter´, Nr.9, 1958, S. 3 15. Bericht über russische Weiterentwicklung der "Flakmine V 7", unbekannte englischsprachige Quelle, kein Datum 16. "Deutsche UFOs schon 1947/48 einwandfrei beobachtet", ´Das neue Zeitalter´, 17. Jahrgang, Nr. 6, 6. Februar 1965 17. Hahn, Fritz, Schreiben an den Verfasser vom 12. und 14.12. 1974<
Die Extraportionen des ufologischen Wahnsinns zum Sonntag:
Exo´politik´ (Neu-UFOlogie) bietet das N24-"UFO-Projekt der Nazis" an Kaum verwundert wird man sein, das Robert Fleischer sich auch mit allem Abgedrehtem einlässt, so auch mit den Reichsflugscheiben der Nazis von N24 - siehe http://www.exopolitik.org/index.php... . Und schon empfiehlt ein begeisterter Fan mit dem ´Neuen Bewustsein´ als Durchgangsbahnhof oder ´Stargate´ ins Dreamland zur ´erweiterten Realität´ diesen Link - http://www.nexusboard.net/sitemap/6... . Soviel zur Freisetzung der ´Freien Energie´ in Sachen Inspiration und Kreativität zum Weiterspinnen des Mythos. Da läutet bei uns aber die neudeutsche Philosphen-Glocke Sturm zur Ruhepause! Dieter Bohlen hätte dazu sicherlich ein paar markante Wahrheits-Sprüche drauf - so wie hier bei unserem bewährten Insider-Geheimtipp: http://www.youtube.com/watch?v=AohN... .
Neues aus dem UFO-Labyrinth:
Kraftfahrer Rudolf Schriever (ähm ´Flugkapitän´ Schriever), Bremen/Bremerhaven und seine ´Flugkreisel-Ideen´
Verrückte Zufälle gibt es nun einmal - und auch hier in diesem aufgedunsenen Fall mit dem ´Flugkapitän´ aka Kraftfahrer nach dem 2.Weltkrieg für die US-Streitkräfte in Bremerhaven. Erinnern wir uns, das in Sachen UFO-Mythologie es mit dem Jahr 1947 alles begann und es damals eine verrückte Zeit mit hochfliegenden Erwartungen wegen der ´Fliegenden Teller´ gab, die ja für sich als Symbol für eine glänzende Zukunft nach dem schrecklichen Krieg standen - und das Düsenflugzeug- sowie das anstehende Raketenzeitalter markierten und quasi noch fantastischer in die Welt vom ´Übermorgen´ hochrechneten. Imagebilder und Muster die man bereits irgendwie kennt wurden verfremdet als Zukunftsbild-Projektionen wie vom ´fliegenden Auto´ oder bekuppelten Städten auf dem Meeresgrund sowie Kolonien auf dem Mond hergenommen, von denen man vor über 60 Jahren davon ausging, dass dies UNSER Alltag sei. 2010 - dies ist alles nach wie vor für uns Zukunftsmusik und nach wie vor Science Fiction. Anregungen und Anreize für seine Phantasien holt man sich immer aus zeitgenössischen Vorlagen und seinen Abbildungen.
Und jetzt kommt´s: Hansjürgen Köhler studiert dieser Tage uralte britische Marine-Zeitschriften aus den Zeiten rund um den 2.Weltkrieg - und in der NRV vom August 1945 fand sich eine bemerkenswerte Notiz, aus der wir vor einer Woche den Retro-Vettel-Boliden zusammenbastelten und noch gar nicht wussten, wie dies gleich Stunden später in diesem Rahmen zur Hitler-Reichsflugscheibe und der Schriever-Flugkreisel-Mythologie stimmig wird, um festzustellen, woher wahrscheinlich der Kraftfahrer seine Idee im Zuge des ´Flying Saucer´-Hype Anfang der 1950er entwickelt und weitergeführt hatte. Schon damals wurden utopisch Bilder aus der Realität verfremdet; in diesem Fall bei der Bergung eines ... U-Boot-Turms aus dem Hafen in Bremen - ein paar ´Funkantennen´ nachträglich dran´montiert´ und schon wurde aus diesen um 90 Grad in der Ansicht geneigten Bild ein Utopia-Fluggerät. Da staunt man schon (wieder).
In diesem Rahmen von Mythos und Wirklichkeit stellen wir Ihnen auch heute das Originalbild zu den USAF-´Flying Saucers´ von gestern vor; durch ein geschicktes Bildbearbeitungsprogramm wurde eine alte Aufnahme zur Feier der Raketenflugzeug-X1--Meisterschaft von Chuck Yeager (einer aus dem Truppe des ´Right Stuff´-Programmms in der Frühzeit der NASA; er durchbrach als erster im Oktobber 1947 mit der X-Plane X1 der USAF die Schallmauer).
Das CENAP-Syndrom als wahrgewordener Albtraum für die UFOlogie + In der deutschen UFOlogie-Szene haben wir seit Anfang an, sagen wir mal harmlos, einen extrem schwierigen Job wegen unserer Aufklärungsarbeit wie auch wieder heute; diese IFO-Enthüllungen wollen so die UFO-Freaks nicht hören, da dadurch die schönen und schillerenden SF-UFO-Träume wie Seifenblasen platzen; für sie ist dies einfach NICHT der ´Right Stuff´. Für ausgestandene Exologen ist diese Art von UFO-Phänomen-Erforschung mentalitätsmäßig einfach unfassbar und bebegreiflich, geradezu BIZARR . Deswegen müßen wir für sie in der naiven Vorstellungswelt der Outer Limits mit finsteren Mächten als UFO-{Ver-}Schweigetruppe zusammen- oder für sie arbeiten...
´Westdeutsche Zeitung´-Schlagzeile am 12.November 2010:
"Der Schrecken der UFO-Gläubigen" - CENAPs Speerspitze: UFO Hunter Werner Walter
Deswegen sind wir für sie im Stellenwert von Judasen und Verrätern an der reinen ´UFO-Forschung´ angesiedelt. Da stimmt unser wehmütiger und endgültiger Sound einfach nicht, weil er den UFO-Mythos an der Basis fundiert zerstört (dabei kann es so ungemein spannend sein, die einzelnen Facettenstücke im UFO-Puzzle und seinen Nebenarmen zu einem Bild über die Wirklichkeit des UFO-PHÄNOMENs zusammenzufügen; ´gut´ dies recherchiert als Nebeneffekt die Story zu Tode, wenn man auf das falsche Pferd mit Flügeln gesetzt hat, aber dieses Risiko muss man mit einem der "letzten Sagen-Rätsel der Menschheit" nüchtern in Kauf nehmen!). Wir wissen es - und beißen die Zähne zusammen, und ziehen es trotzdem seit über 30 Jahren durch - wir sind seit 1976 eben die neuen Sheriffs in der Stadt; weil unsere Ansprechpartner nicht wirklich UFOlogen sind, bei denen meisten Hopfen und Malz bei ihrem steigendem Puls in Anbetracht des märchenhaften Bildnis vom UFO-Phänomen als Sage des Weltraumfahrtzeitalters verloren ist. Da gibt es von uns aus nichts zu verbergen - und haben alles was zum UFO-Phantom zu sagen ist auch bekanntlich unter unserer speziellen X-Akte "Der Problemfall: Die echten UFOs..." - http://cenap.alien.de/echta.htm - aufgeschlüsselt. Da halten wir unsere taktische Linie wie immer bei - und setzen Akzente. Externe Linkshttp://www.xsnet.cn/news/gj/2010_11/1235383.shtmlhttp://www.radikal.com.tr/Radikal.aspx?aType=RadikalDetay&ArticleID=1029450&Date=19.11.... http://www.youtube.com/watch?v=_dAZWAl-g_8 http://www.youtube.com/watch?v=VSbZz3GlWuk http://cenap.alien.de/cenapnews/zeigen.php?satzid=7875 http://cenap.alien.de/cenapnews/zeigen.php?satzid=9116 http://cenap.alien.de/crthirteen.pdf http://www.f25.parsimony.net/forum63351/) http://www.naziufos.com/von http://www.exopolitik.org/index.php/exocommunity/videos/208-Doku+Das+UFOProjekt+der+Naz... http://www.nexusboard.net/sitemap/6365/antigravitaet-die-glocke-und-nullpunktenergie-t2... http://www.youtube.com/watch?v=AohN3cIeaJ4 http://cenap.alien.de/echta.htm |
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