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07.11.2010


    
Wie immer jeden Monatsanfang - Historische Noten der UFOlogie aus dem CENAP-Archiv:

Gegen das Vergessen in der UFOlogie: November-UFO-Meldungen vor 55 bis vor 20 Jahren: ´Fliegende Untertassen´ in der Presse

+ Fast hätten wir unsere monatliche Fleissarbeit für Sie vergessen, sorry - da war einfach in den letzten Tagen zuviel los.

"Weltraumbote" nannte sich ab 1.November 1955 eine Publikation von Heinrich Ragaz aus Zürich, genannt eine "unabhängige Zeitschrift zur Verbreitung der Wahrheit über die Fliegende Untertassen genannten ausserirdischen Raumschiffe, zum Kampf gegen die Atomspaltung und für die Vorbereitung des neuen, geistigen Zeitalters". Die Zeitschrift startete mit 2.500 Exemplaren Auflage und hielt 6 Jahre lang durch, wobei die Auflage immer mehr zurückging und offenbar gegenüber den UFO-Nachrichten nicht bestehen konnte. Ragaz war angeregt worden durch ein "Werklein" von Dr.Gilbert N.Holloway, Begründer und Leiter der "Holloway School of Philosophy & Religion" in Los Angeles: "The Coming of The Space People". Dieser Leitfaden wurde als "derart wissenswert und wichtig" angesehen, dass sich Ragaz entschloß ihn in deutscher Sprache vorzulegen, weil man sich hierdurch "ein zuverlässiges Urteil" bilden könne, wenn es um Fliegende Untertasse gehe. Hier ging es um "Aetherschiffe", wie sie Mark Probert propagierte und von denen er ob "zwölf medial begabten Personen mit gefestigten Charakter und erwiesener Integrität" wußte. Die Echtheit dieser gechannelten Informationen wurden durch Meade Layne und Gerald Light bestätigt, wobei letzterer selbst wegen seinen "Forschungen auf psychischem Gebiet der feinstofflichen Welten" zu den großen Geistern der Zeit gehöre. So wurde aufgerufen, dass sich "alle Okkultisten, Spiritualisten und Studenten der verschiedenen esoterischen Schulen" den Fliegenden Scheiben mehr Bedeutung beimessen sollten und "Wissen erarbeiten", um dieses verbreiten zu können: "Niemals vorher gab es in der Geschichte der metaphysischen Ideen eine solche Gelegenheit zur Bildung der Öffentlichkeit, und niemals war die Notwendigkeit dafür so gross!" Gerne berichtete Ragaz auch aus einer Gazette namens "Drei-Eichen-Blätter", die es zu jener Zeit offenbar schon gab sich um Durchgaben von den "Uraniden" kümmerte (darüber hinaus war die in Mattsee bei Salzburg herausgegebene Schrift "Das Geistige Reich" eine dem Weltraumboten nahestehende Publikation, zu deren Lesern in Deutschland Therese Neumann aus Konnersreuth und Bruno Gröning, der "Heiler von Herford" aus Plochingen gehörten und dort bereits als "Heilige" verehrt wurden). Gleichsam fanden sich hier Darstellungen aus der "Okkulten Stimme" (Löwen-Verlag, Braunschweig) und dem "Mitteilungsblatt der Rosenkreuzer-Gemeinschaft". Die Zeitschrift ´Weltraumbote´ startete mit 2.500 Exemplaren Auflage und hielt 6 Jahre lang durch, wobei die Auflage immer mehr zurückging und offenbar gegenüber den UFO-Nachrichten nicht bestehen konnte.

Im November 1955 meldete die dpa aus Rom: "Maskierte Gestalten entstiegen Fliegender Zigarre - Sie reparierten die Laufräder ihrer Maschine - Phantastischer Bericht aus Nordafrika. Die Zeitung ´Messaggero´ veröffentlicht den Bericht eines italienischen Siedlers, der in Tripolis (Afrika) angeblich Zeuge der Landung einer Fliegenden Zigarre war. Am 25.Oktober, heißt es darin, landete auf dem frisch gepflügten Feld des Siedlers ein etwa sechs Meter langer und drei Meter breiter Flugkörper, der unten aus weißglänzendem Metall, oben aus einer durchsichtigen Substanz bestand. Die Maschine hatte vorne zwei und hinten vier Landeräder. Vor dem Aufsetzen strahlte der Leuchtschweif etwa vier Meter lang aus dem Heck heraus. Vier maskierte Gestalten, in gelbe Schutzanzüge gekleidet, entstiegen der innen hell erleuchteten Maschine und nahmen eine Reperatur an einem der Landeräder vor. Als eines der Wesen für einen Augenblick seine Maske abnahm, stellte der Beobachter fest, dass darunter ein menschliches Gesicht war. Der Siedler berührte die Metalleiter, die in das Innere der Zigarre führte, mit der Hand. Ihn traf ein starker elektrischer Schlag. Die Flieger begannen darauf, wild zu gestikulieren. nach etwa 20 Minuten startete die Zigarre wieder und stieg etzwa 50 Meter senkrecht nach oben auf. Darauf flog sie in "wahnsinniger Geschwindigkeit" horizontal davon. Weitere Zeugen fanden ebenfalls die Abdrücke der sechs Räder. Außerdem entdeckten sie bläuliche Spuren einer unbekannten Substanz. Diese wird jetzt in einem chemischen Laboratorium untersucht.

"Das ´Ding´ ist wieder da" hieß es am 19.November 1955 in der ´Rhein-Neckar-Zeitung´: Die Sorge, worüber die Zeitungen nach der Genfer Konferenz schreiben sollen, war überflüssig: Die erste "Fliegende Untertasse" der diesjährigen Herbstsaison wurde am Donnerstagabend über Paris und mehreren anderen Städten Frankreichs gesichtet. Gegenüber den Vorjahren hat sie sich in ihrem Aussehen kaum verändert. Übereinstimmende Berichte von Augenzeugen bekunden, dass das "UFO" (für leichtvergessliche Zeitungsleser: unbekanntes Flugobjekt) eine von innen in einem wunderschönen Smaragdgrün schimmernde Masse war, die eine Art rotes Schlußlicht zeigte und einen weißleuchtenden Kondensstreifen hinter sich herzog. Berichten aus Dinan, Oleans, Vichy und Lyon nach zu schließen, wurde die "Fliegende Untertasse" in diesen Orten fast zur selben Zeit wie in Paris gesichtet.

"´Fliegende Untertassen´ lösen sich in Rauch und Nebel auf - Ein amerikanischer Untersuchungsbericht lüftet das Geheimnis um unbekannte Himmelserscheinungen - Meist handelte es sich um Täuschungen" berichtete Manfred George als Mitarbeiter des ´Münchner Merkur´ am 24.November 1955 aus New York:

>Neulich kam meine Sekretärin, ein junges Mädchen mit veilchenblauen Augen, das gerne phantastische Romane liest, ganz aufgeregt zum Abenddiktat. Sie hatte "Fliegende Untertassen" hoch über der Stadt gesehen. Kreisrunde, mondweiße, scheibenartige Gebilde seien es gewesen, die sich in großer Höhe schnell bewegten. Sie genierte sich etwas, mehr davon zu erzählen, weil die Leute schon oft über solche Dinge gespottet hatten. Aber sie behauptete doch fest, dass sie immerhin "ganz bei Sinnen" gewesen sei. Es war natürlich unmöglich, die Beobachtung des jungen Mädchens auf ihre Richtigkeit zu kontrollieren [schon gar nicht mit der mehr als mageren Darstellung, was überhaupt genau vorgefallen ist]. Vielleicht hatte es gar schon einige jener vertikal aufsteigenden Düsenflugzeuge gesehen, über die der Luftfahrtminister Donald A.Quarles kürzlich gesprochen hatte {dies ist zwar rhetorisch nett dahergeschrieben, geht aber am Versagen des Berichterstatters vorbei, hier einmal der Sache auf den Grund zu gehen - eine journalistische "Krankheit" übrigens, die bis in unsere Epoche hereinreicht}. Diese neuen Flugmaschinen, die aus kreisrunden Scheiben mit einem erhöhten, kreisförmigen Aufsatz und einer kleinen Kabine bestehen, sind nichts anderes als Nachkommen der uns bekannten Flugzeuge, obwohl sie ihnen kaum noch ähneln. Sie sehen wie jene "Fliegende Untertassen" aus, die in den letzten Jahren die Phantasie zahlloser Menschen in mehreren Erdteilen und nicht zuletzt die militärischen Stellen in der ganzen Welt beschäftigen. Diesen Visionen ist soeben der Garaus durch einen von der amerikanischen Luftwaffe veröffentlichten 326 Seiten starken Bericht gemacht worden, der das Ergebnis einer umfassenden Untersuchung ist, mit der die Leitung des Luftfahrtministeriums das "Air Technical Intelligence Center" beauftragt hatte. Erst fünf Jahre nach den ersten Berichten über "Fliegende Untertassen", die bis dahin nur routinbemäßig verbucht worden waren [!], hatten sich die Führungsstäbe der Luftwaffe 1952 entschlossen, ein sogenanntes "Project Blue Book" durchzuführen. Die Sammlung "Unbekannte Himmelserscheinungen" umfaßte die Zahl von 4.965 Mitteilungen über "nicht identifizierbare fliegende Objekte". Der Intelligenz-Dienst [was für eine naive Übersetzung für "Geheimdienst"] des Landes-Verteidigungswesens, Abteilung Luftabwehr, ging nun in mühseliger Arbeit daran, die Berichte systermatisch zu untersuchen. Das "Project Blue Book" wimmelt von Statistiken, Karten, wissenschaftlichen Gutachten u.a. Ein großer Teil der mysteriösen Erscheinungen, so stellte sich jetzt heraus, waren Wetterballons, Meteore, leuchtende Staubwolken, Raketen, Spiegelungen oder Naturphänomene gewesen. Die untersuchenden Beamten stellten fest, dass es sich bei einem großen Teil der Personen, deren Meldungen gewissenhaft geprüft wurden, keineswegs etwa um Spaßmacher, Phantasten oder Hysteriker, sondern um ernsthafte Menschen handelte, die, von patriotischem Verantwortungsbewußtsein getrieben, einer Mystifikation erlegen waren. Schließlich schmolz die Zahl der als "unbekannt" bezeichneten Erscheinungen auf 434, also auf elf Prozent der ursprünglichen Summe zusammen. Ein Jahr später waren es nur noch neun Prozent und zuletzt drei Prozent.

In dem Bericht heißt es weiter, die zuständigen Stellen der Luftwaffe hätten zwar niemals an "Fliegende Untertassen" als Raumschiffe von anderen Planeten geglaubt, seien aber gezwungen gewesen, auf die öffentliche Meinung und die allgemeine Erregung Rücksicht zu nehmen. Außerdem wäre es nicht ausgeschlossen gewesen, dass eine ausländische Macht völlig unbekannte Luftfahrzeuge erprobt hätte, und selbst Raumschiffe lägen heute theoretisch im Bereich des Möglichen. Nirgendwo sei festgestellt worden, wird sodann betont, dass die angeblich gesichteten "Fliegenden Untertassen" irgendeinen der Vernunft entsprechenden Flugplan gehabt hätten, ganz im Gegensatz zu aller Erfahrung mit Raketen und Flugzeugen. Auch kein Radarsystem sei imstande gewesen, die Existenz von Augenzeugen beobachteter "Untertassen" zu bestätigen. In den meisten Fällen müsse es sich um Augentäuschungen auf Grund bestimmter Reflexbildungen von Spiegelungen oder um Lichterscheinungen aus natürlicher Quelle gehandelt haben. Sehr interessant ist das Ergebnis der Untersuchung hinsichtlich der Furchtmomente, die offenbar vielfach Anlaß der Meldungen waren. Die ersten Berichte über geheimnisvolle Flugkörper kamen 1946 aus Stockholm und basierten vermutlich auf Erinnerungen an jene in die Irre gegangenen V-2-Geschosse, die während des zweiten Weltkrieges auf schwedischen Boden gefallen waren. Der schwedische Generalstab hatte damals weitere Veröffentlichungen verboten, nachdem das Stockholmer Aftonbladet diese Himmelserscheinungen für russische Raketen erklärt und eine offizielle Protestaktion verlangt hatte [und mit seiner hysterischen Berichterstattung den Menschen Hirngespinste und Flausen in den Kopf setzte, um einen neuen "UFO"-Archetypus zu gestalten]. Die "Geister-Raketen" wurden später als Perseid-Meteore identifiziert. In den Vereinigten Staaten wurde die erste "Fliegende Untertasse" von einem an sich wenig Phantasien zuneigenden Geschäftsmann namens Kenneth Arnold aus Boise (Idaho) gesichtet, der mit seinem Flugzeug über das Kaskaden-Gebirge flog. Der Flugkörper war nach Arnolds Darstellung scheibenartig geformt, grau, mit einem orangefarbenen glühenden Rand [alle Details stimmen nicht]. Kaum war ein Bbericht darüber erschienen, häuften sich von allen Seiten ähnliche Beobachtungen, und je mehr die internationale Spannung stieg, um so häufiger wurden die Meldungen in der Presse. Während 1951 nur 160 "Untertassen" gesichtet wurden, waren es nach dem Erscheinen eines Artikels über dieses Phänomen in einer volkstümlichen Zeitschrift 1952 bereits 2.018. {Hier zeigt sich rückblickend auf 1946 auch der entscheidende Mechanismus, der subtil die weiteren UFO-Berichte produziert: sensationelle, alles offenlassende oder gar mit besonders reizvoller Deutung versehene Pressedarstellungen über einen einzigen Vorfall ziehen einen ganzen Rattenschwanz nach sich und sorgen für ein Phänomen.}

Der Regierungsbericht schließt seine Untersuchungen mit einer genauen Analyse der 131 zwischen dem 1.Janur und dem 5.Mai dieses Jahres gesichteten Objekte. Davon wurden als Ballons 26 Prozent, als Flugzeuge 21 Prozent, als Erscheinungen der Atmosphäre u.a. 43 Prozent festgestellt. Bei sieben Prozent der Beobachtungen waren die Berichte zu ungenügend, um zu einer Identifizierung des Vorgangs zu kommen. Unbekannt blieben drei Prozent. "Ich bin überzeugt", erklärte Luftfahrtminister Quarles im Anschluß an diesen Bericht, "dass auch diese unbekannten drei Prozent als konventionelle Phänomene oder Illusionen hätten erklärt werden können, wenn vollständigere Beobachtungsdaten {und/oder mehr persönliche Hintergrundinformationen über den jeweiligen Beobachter!} vorhanden gewesen wären." Immerhin ist es interessant, dass gerade zur Zeit der Veröffentlichung dieses Berichts die amerikanische Luftwaffe ihr vertikal aufsteigendes Flugzeug mit Düsenantrieb {im Stadium der Reißbrettarbeit} präsentiert, das in seiner Scheibenform jenen Phantasieflugzeugen ähnelt, die zur volkstümlichen Vorstellung von den "Fliegenden Untertassen" geworden waren.<

Die Frankfurter ´Abendpost´ am 9.November 1960 bot in einem Nachschlag nochmals einen vernichtenden Artikel aufgrund einer DUIST-Kongreß-Teilnahme und Beobachtung der dortigen Ereignisse - Schlagzeile: "Geister aus dem Weltraum/Geschäft mit der Sintflut - Untertassen-Mythos findet immer mehr Anhänger". Autor: Paul Mevissen, der hatte dabei einen Psychiater zitiert, der die heutigen UFOlogen mit den Abergläubigen früherer Zeiten in Sachen Hexenwahn oder böse Geister verglich und zu den UFOlogen meinte: "Die spinnen heute modern.". Dies erforderte die Solidarität der UFOlogen und in einer konzertierten Aktion fingerten sie fleißig am Griffel, um in einer Leserbriefaktion das Boulevardblatt mit nationaler Verbreitung einzudecken. Mit der Überschrift "Die Pleite des Propheten Schmidt: Untertassen kamen nicht! UFO-Anhänger ignorieren einfach die Blamage" wurde darauf hingewiesen, daß der amerikanische Kontaktler und Getreidehändler Reinhold O.Schmidt das sensationelle, offene Erscheinen einer gigantischen Fliegenden Untertassen oder gar mehrerer über Wiesbaden und eem Rhein-Main-Gebiet angekündigt hatte. Hierfür bekam er einen "donnernden Applaus" durch die Anwesenden. Trotz dieser Versprechung passierte natürlich nichts, was zu entsprechend ironischen Medienberichten führte. Die UFOlogen wurden böse, hier einige Beispiele aus der Leserbriefflut:

"Als unparteiische Zuhörerin habe ich den Kongreß von Anfang bis Ende mitgemacht, und muß schon sagen, Ihr Blatt trägt den Beinamen ´Radaublatt´ nur zu Recht, wenn es möglich ist, daß solche vollkommen entstellte Berichte veröffentlicht werden. Ist Ihr Reporter ein junger, unerfahrener Mann oder was hat ihn bewogen zu solcher Handlung? Ein kluger Mann würde sich wohl nicht hinreißen lassen, einen durchaus objektiv geleiteten Kongreß, dessen Inhalt von seriösen Herren (Akademiker, Kapazitäten) aus vielen Sparten der Wissenschaft untermauert wurde und mit einer tausendköpfigen, mitdenkenden Zuhörerschaft, so zu beurteilen. Der Reporter kann einem leid tun, denn er ist am Wesentlichsten vorbeigegangen." - "Daß die Presse ihr unbequeme, unsympathische Dinge mit Freude verdreht, zeugt von kleinlichem Geist und ist bekannt. Im übrigen verbitte ich mir, die ´Deutsche UFO-Studiengesellschaft´ als ´Sekte´ zu bezeichnen. Diese Bezeichnung zeugt von niederer Denkungsart Ihrerseits!" - "Ihr Bericht ist schmutzig, dumm und geistlos." Genau die gleichen Reaktionen kamen bei tieferschürfenden Berichten der "Negativpresse" bis in jüngste Zeit von den Gläubigen hoch, die Zeitschriften GEO und PM können ein Lied davon singen, nachdem sie Mitte der 90ziger Jahre auf CENAP-Material basierende Hintergrundberichte brachten. Wenn sich UFOlogen gelegentlich auch ideologisch uneins sind, im Fall der Verteidigung stehen sie wie eine geschloßene Front da, ein kollektiver Wutschrei geht durch die Reihen, anstellte sich einmal mit Selbstkritik zu beschäftigen und die angeschnittenen Problempunkte der offenen Wunden selbst anzugehen, ja ob der Zurückgewinnung von Glaubwürdigkeit auszumerken. Doch die öffentliche Verehrung der DUIST von Kontaktlern auf diesem großen Event hatte weiterreichende Folgen:

Erstaunlicher Weise schlug sich das Aufbegehren in einer damals existierenden weltanschaulich-orientierten, obskuren Zeitschrift namens "Neues Europa" nieder. Aus der Nr.3 vom 1.Februar 1961 zitieren wir aus den Artikel "Taonitas und Ashtar Sheran über die geheimnisvolle Botschaft vom 21.November 1957". Taonitas, der Kommandant der Jupiter-Weltraumflotte, übermittelte an Frau Frieda Hohenegger-Parker die Botschaft, daß er dafür verantwortlich sein, das man eine Miniatur-Untertasse aus Kupfer von 35 Pfund Gewicht am 21.November 1957 im Yorkshire Moor in der Nähe von Scarborough fand, in welchem 17 außerirdische Schriftrollen enthalten waren, in denen Hieroglyphen eingeritzt waren. Auch Hauptkommander der Venus-UFO-Flotten, Ashtar Sheran, meldete sich bei der Dame, nachdem er eine "Groß-Manifestation von UFOs und IFOs [sic!] im Jahre 1961" ankündigte, nachdem "empfingsgemäß die Kontaktler einen weitaus größeren Anhängerkreis hinter sich als die Wissenschaftler der Weltraumforschung haben. Die Kontaktler sprechen einem großen Teil der irdischen Menschheit aus dem Herzen, auch wenn ihre Behauptungen manchmal noch so phantastisch und unglaubwürdig klingen." Dies wurde dann eine "eindeutige Sache" mit "einwandfreien, sachlichen und unangreifbaren Beweisen" genannt, die über das hinausgeht, was "mediale Durchgaben" ansonsten absondern und nie als "Beweise bewertet werden können".

´Neues Europa´ in Nr.21 vom 1.November 1965 setzte Hoffnungen mit der Schlagzeile "1966/70: offizielle Landung unbekannter Flugobjekte?" frei und schoß eine Salve in die ufologische Reihe rund um Veit´s ab. Ja, man warf sogar vor, daß die Behörden und wissenschaftlichen Kreise die UFOs deswegen nicht ernst nehmen, weil die Tätigkeit der vielen privaten Forschungsgruppen auf diesem Sektor "nicht objektiv genug ist": "Typische Beispiele dafür gab es wieder in jüngster Zeit anläßlich eines UFO-Kongresses der DUIST in Wiesbaden, die den Mexikaner Genovese eingeladen hatte, der in einem Buch behauptet, er sei mit anderen Wissenschaftlern auf dem Mars gewesen. Hier hätte der angebliche Kontaktler eine mehr als aktuelle Chance und Möglichkeit gehabt, Beweise für seine Behauptungen vorzulegen. Statt dessen operierte er mit allen möglichen Ausreden. Er habe mit seinen Beweisunterlagen nicht den Zoll passieren können, andernfalls wären diese in die Hände des Geheimdienstes gefallen. Da aber seine Freunde in geheimen Basen in Südamerika sogar über ein irdisches UFO verfügen sollen, wäre es doch einfach gewesen, Genovese mit entsprechenden Unterlagen an einem abgelegenen Ort unbehelligt von jedem Geheimdienst in Europa abzusetzen und auch wieder später abzuholen. Nichts von alledem! Statt dessen wurden die Kongreßteilnehmer mit der sensationellen Ankündigung vertröstet, daß er in Begleitung eines Marsbewohners noch in diesem Jahr erneut nach Deutschland kommen wird, um gleichzeitig Beweise mitzubringen." Auf den Inhalt der Schlagzeile ging man dagegen nicht ein...

"Das ´Geheimnis´ der Fliegenden Untertassen - Lichtreflexe gaukeln Kontaktversuche außerirdischer Lebewesen vor" berichtete Eugen Hintschies am 25.November 1965 in der ´Frankfurter Rundschau´: Mit schöner Regelmäßigkeit rauschen von Zeit zu Zeit die "Fliegenden Untertassen" durch den Blätterwald der internationalen Presse. Es wird dann von geheimnisvollen Flugkörpern unbekannter Nationalität berichtet, die entweder einzeln oder im Verbandsflug geräuschlos und mit atemberaubender Geschwindigkeit kühne Luftmanöver ausführen, um dannn meist ebenso unverhofft zu verschwinden, wie sie auftauchten. Derartige Meldungen, die oft [?] noch durch Fotos von seltsam leuchtenden Objekten glaubhaft gemacht werden, finden immer wieder ein lebhaftes Echo. Zahlreiche Leser bestätigen nicht nur solche Angaben, sie berichten auch noch von eigenen nicht minder rätselhaften Beobachtungen. Ist das nun Humbug, oder handelt es sich tatsächlich um Kontaktversuche außerirdischer "Brüder in der Vernunft" mit den Menschen dieser Erde? Auf jeden Fall gibt es keinen Zweifel, daß Geschichten über "Fliegende Untertassen" nicht etwa Hirngespinste nervöser Redakteure oder findiger Reporter sind, die damit vielleicht eine ereignislose "Sauregurkenzeit" überbrücken wollen. Vielmehr liegen diesen Meldungen oft tatsächlich konkrete Beobachtungen zugrunde, die aber -wie Professor Dr.Danm Snow, Direktor des Mueller-Observatoriums am National Science Museum in Cleveland, meint- meistens falsch interpretiert werden. So scheint es zum Beispiel aller Schulweisheit zu widersprechen, daß ein Stern auch tagsüber am Himmel sichtbar leuchtet. In der Tat ist aber der Planet Venus auf Zeit seiner größten Helligkeit in gebieten mit niedriger Luftfeuchtigkeit und klarer Atmosphäre auch am hellen Tag zu sehen. Früher hätten Beobachter für dieses Phänomen eine natürliche Ursache gesucht. Heute sind sie mit der Erklärung, "Fliegende Untertassen" gesehen zu haben, schnell bei der Hand. Steht ein heller Stern vom Betrachter aus knapp über dem Horizont in einer Zone atmosphärischer Turbulenz -in der zum Beispiel auch der aufgehende Mond um ein vielfaches größer erscheint als am hohen Himmel-, dann kann er mit einiger Phantasie sogar heftige Bewegungen und heiße Abgase aus den Triebwerken des "außerirdischen Flugkörpers" erkennen. Ähnlich verhält es sich mit einem nachts außerhalb des Hörbereichs in großer Höhe fliegenden Düsenjäger, dessen eingeschalteten Positionslichter zur geheimnisvollen Blinkzeichen aus dem All werden.

Natürliche Erscheinungen: So stellen sich alle Berichte über "Fliegende Untertassen" bei genauer Überprüfung als Beschreibung natürlicher Erscheinungen heraus, die durch Reflexion des Lichts oder seine Zerlegung in Spektralfarben entstehen. Ein Musterbeispiel dafür ist der Regenbogen, dessen existenz vermutlich nur deswegen nicht außerirdischen Lebewesen zugesprochen wird, weil er relativ häufig zu sehen ist. Der farbenprächtige Bogen zeigt nämlich ähnliche Eigenschaften, wie sie häufig bei den angeblichen "UFOs" (Unidentified Flying Objects) beobachtet werden. Geht der Beobachter auf ihn zu, so rückt der Regenbogen aus, "läuft" aber in gleichem Tempo hinterher und macht scheinbar alle Bewegungen mit, wenn sich der Beschauer von ihm entfernt - bis schließlich die im Regentropfen gebeugten und reflektierten Lichtstrahlen der Sonne das Auge nicht mehr erreichen und das Farbenspiel plötzlich aufhört. [Der Regenbogen-Vergleich ist hier ziemlich weit hergeholt und mehr als ungeschickt, wenn der Autor damit vielleicht das Phänomen der am nächtlichen Horizont auftretenden Lichtspiele an astronomischen Körpern wie z.B. dem Planeten Venus erklären wollte.] Strahlende ovale Gebilde, die -wie Flugzeugführer berichten- sich jeder Ausweichbewegung der Maschinen in Sekundenschnelle anpaßten, entpuppten sich später als durchsichtige Wolken aus winzigen Eiskristallen, in denen sich die Sonnenstrahlen spiegelten. Berichte über "Fliegende Untertassen" entstehen aber häufig [?] auch auf Grund von Luftspiegelungen in der Art einer Fata Morgana: Straßen erscheinen naß, weil eine Schicht warmer Luft über dem Aspahlt liegt. Ist die Originalszene bei diesem Vorgang verdeckt, so können beispielsweise die Lichter einer fahrenden Autokolonne plötzlich -durch die Entfernung entsprechend verzerrt- am dunklen Horizont als eine mit "atemberaubender Geschwindigkeit dahinjagenden Staffel Fliegender Untertassen" erscheinen. {Kaum ein praktisch-arbeitender UFO-Phänomen-Ermittler mit jahrzehntelanger Erfahrung wird sich erinnern, in seiner Alltagsarbeit von UFO-Meldungs-Untersuchungen eine derartige Erklärung, wenn auch hypothetisch denkbar, anwenden gemußt zu haben.}

Die Radaraufzeichnungen von angeblich außerirdischen Flugkörpern kommen auf ähnliche Weise zustande. Der Grenzbereich zwischen zwei Luftschichten unterschiedlicher Temperatur ist nämlich ein ausgezeichneter Reflektor für elektromagnetische Wellen hoher Frequenz. So geschieht es nicht selten, daß die von einem nach oben gerichteten Radargerät gesendeten Impulse umgelenkt werden und auf der Erde ein Objekt erfassen. Bei der im Fachjargon als "Engel" bezeichneten Erscheinung sieht ein nicht sehr geübter Beobachter auf dem Schirm dann einen Flugkörper, der sich -da die Trennschicht auf und nieder schwankt- scheinbar mit unglaublich hoher Geschwindigkeit bewegt. Sogar wenn die bisher beobachteten "Zeichen von Lebewesen aus einer anderen Welt" nicht immer mit natürlichen Erscheinungen erklärt werden können, bliebe die Frage, warum die kosmischen Brüder so schüchtern und zurückhaltend bei der Kontaktaufnahme mit den Erdbewohnern sind. Die ersten Berichte über "Fliegende Untertassen" erschienen immerhin schon vor über 50 Jahren {was 1915 gewesen wäre, aber erst 1947 wurde der Begriff der ´flying saucers´ in Amerika geprägt}. Vorausgesetzt, die außerirdischen Lebewesen wollten die Menschheit mit ihrem Besuch nicht in Verlegenheit bringen, wären sie dann nicht längst wieder im Weltraum verschwunden? Die "UFOs" extraterrestrischen Ursprung gehören eben doch ins Reich der Fabeln, die jetzt "Science Fiction" heißen.

"Mysteriöser Flugkörper", kurz und knapp die Meldung aus Buenos Aires im ´Kurier´ vom 26.November 1965: Eine Caravelle der argentinischen Luftfahrtgesellschaft mußte bei der Landung in Redaltencia in Nordargentinien ein plötzliches Ausweichmanöver durchführen, um nicht mit einem mysteriösen Flugkörper zusammenzustoßen. Wie der Flugzeugführer Domingo Longo, ein erfahrener Pilot, berichtete, habe er um 21 h Ortszeit plötzlich vor seiner Maschine einen leuchtenden Körper erblickt. Er habe zunächst an ein anderes Flugzeug mit eingeschaltetem Scheinwerfer gedacht. der vollmondgroße Körper näherte sich der Caravelle bis auf rund 100 Meter und verschwand dann blitzartig. Der Flugkörper wurde sowohl vom Copiloten als auch vom Kontrollturm des Flugplatztes aus gesehen.

+ Das ganze Geschehen erinnert in der Rückschau an eine Boliden-Sichtung, wie sie immer wieder mal ähnlich von Piloten gemeldet werden, die natürlich unter der Angst der midair-collision stehen müßen, wenn sie da plötzlich auftauchende und blitzartig heranrasende Lichtobjekte in der Dunkelheit wahrnehmen, die da blitzschnell kommen und gehen. Aufgrund des Mangels, Dimensionen und Entfernungen einzuschätzen, verschätzen auch jene Zeugen die ´Nähe´ der Erscheinung und müßen sie aufgrund ihrer Brillianz als bedrohlich-nahe Phänomene verstehen.

+ In der November 1975-Ausgabe der ´Mysteria´ mußte Axel Ertelt in dem Artikel "UFO-Forschung heute" eine "traurige Bilanz zu einer nicht arbeitsfähigen UFO-Forschung" ziehen. Ertelt erkannte schon hier, dass die Aktivisten der UFO-Forschung eine zu vernachlässigende Minderheit sind und jene dazu noch unter erschwerten persönlichen oder beruflichen Bedingungen ihren Freizeit-Interessen nachgehen. Trotzdem die ´Mysteria´ "recht billig hergestellt werden kann, steht die DAFG tief in den roten Zahlen". Ruckzuck ging die Aktion DAFG unter und wurde durch das SOE ersetzt, bei der wieder die Mysteria durch Ertelt redigiert wurde, UFOs übernahm Ertelt selbst, die AAS-Thematik wurde von Jo Fiebag redaktionell betreut. Eine Dauerserie namens "Die UFO-Wirren" von Werner Walter begleitete die Schrift weiterhin. Die Redaktion wurde weiterhin unterhalten von Peter Fiebag, Herbert Mohren (der von der kritischen Reihe "UFO-Wirren" selbst verwirrt wurde) und Frank Bruns. Doch schon im Mai 1976 war auch die halbwegs mysteriöse SOE erledigt, die sich in erster Linie mit der Erforschung der sogenannten UFO-Forschungsgruppen beschäftigte und aus völligen Laien bestand. Ja, diese Albernheit gab es tatsächlich damals. Wie auch immer, die selbsternannten SOEler erklärten abschließend: "In der BRD ist keine UFO-Forschung möglich, die meisten Forschungsgruppen sind nicht in der Lage, Forschung durchzuführen." SOE hatte die Nase voll, auch wenn nie wirklich geklärt wurde, was hinter SOE wirklich steckt und ob diese kurzlebige Vereinigung nichts mehr als eine Seifenblase selbst war. Rückblickend scheint es sich um nichts mehr als einen gedanklichen Furtz in Sachen eigener Überhöhung von jugendlichen Schwärmern gehandelt zu haben.

+ Der "11.Interkontinentale interne Kongress der UFO-Forscher", Wiesbaden 1975 fand vom 31.Oktober bis zum 2.November 1975 einmal unter dem Generalthema "Interstellare Raumfahrt" im Casino Wiesbaden statt und wurde ausgerufen von der "freiwissenschaftlichen Akademie für UFOlogie", also der DUIST. Gewidmet war die Veranstaltung der Ehrenpräsidenten der DUIST, Frau Cläre Müller, die sich als Fabrikantin bereits 25 Jahre lang "große Verdienste erwarb". In den Monaten zuvor waren gerade die Werke "Sind außerirdische Weltraumschiffe gelandet?" und "Wissenschaftler des Uranus testen Erdvölker" erschienen, die als Vorgeschmack auf den Kongreß dienten und die allen DUIST-Mitgliedern bereits, nach alten Gepflogenheiten, automatisch zugestellt bekamen. Auch diese Veranstaltung war interner Natur, da man die Kontaktler auch dieses Mal nicht den Massenmedien zum Fraß vorwerfen wollte, da diese derartige Themen in der Öffentlichkeit fragwürdig machen - wobei insbesondere an die "Pressekampagne gegen den größten UFO-Pionier George Adamski" eirnnert wurde... Dennoch, auch bei dieser Veranstaltung leuchtete der Beginn des "Kosmischen Zeitalters" durch, was als Vorzug für die DUIST-Mitglieder dargeboten wurde. Ach, was wird dies die "Freunde im All" gefreut haben. Und für die irdischen DUIST-Mitglieder wurde versprochen, daß sich der weiteste Weg lohnen würde, da die Veranstaltung wieder einmal prall voller "Tatsachen über neue Begegnungen mit UFOs/IFOs" sein würde, da die "Veit´s und ihre UFOlogie" bereits zu einem weltweiten Gütesiegel (?) geworden waren.

Die Anhängerschaft der DUIST hatte teilweise ganz obskure Ideen. So hatte Rolf Zedlitz, Düsseldorf, als Mittel der "Propaganda für die UFOlogie" zwischen dem Worringerplatz und Kölner Straße 114 eine Plakatwand angemietet, um die allseits beliebte DUIST-Autoplakette im Superformat 2,10 x 2,70 m anzuschlagen und darunter die jeweils aktuelle Ausgabe der UFO-Nachrichten vorzustellen. Bereits im Vorfeld der Konferenz gab es zahlreiche Grußbotschaften, wie jene von Peter Romaniuk aus Buenos Aires. Er erwartete das Kommen der Fliegenden Untertassen zur Rettung für jene, "die den lauteren Teil der Menschheit" darstellen, jenen Teil der gläubigen UFOlogen also, der "denkt und handelt gemäß den Einflüssen seines eigenen Gewissens". Oder nehmen wir das Telegramm von Colman VonKeviczky, der die Menschheit bereits wieder am Vorabend eines dritten Weltkriegs sah, weswegen uns die "Galaktischen Mächte strengstens beobachten und kontrollieren". Von ihnen sei klar, daß sie unter Mithilfe der Gläubigengemeinschaft den Weltraumkrieg verhindern werden und "den totalen Zusammenbruch unserer Zivilisation verhindern werden bevor es zu spät ist". Kein Wunder also, wenn auch Irmgard Farrell schrieb: "Ich warte auf ein baldiges Kommen unserer Spacebrüder." H.C.Petersen stand aus Dänemark nochmals für sein Idol ein, "denn G.Adamski ist und bleibt was er ist, trotz der verbreiteten Lügen". Brinsley Le Poer Trench meldete sich aus England und entschuldigte sich, nicht nach Wiesbaden zu seinen beiden Freunden Anny und Karl reisen zu können, da gerade sein Bruder verstorben war und er nun dessen Ehrentitel Graf von Clancarty erhielt, weshalb er sich ab sofort Brinsley Earl of Clancarty nannte. Heinrich Ragaz aus der Schweiz verkündete: "Eine Sensation wird Amerika und die gesamte Welt 1980 in Schrecken und dann in atemloses Staunen versetzen. Die ersten außerplanetarischen Wesen werden nahe der Grenze USA/Kanada landen. Es werden Menschen von einem uns nich unbekannten Planeten sein, der im Aufbau dem unseren sehr ähnlich ist." Und selbst Werner Walter schrieb überaus enthusiastisch im jugendlichen Fanatismus: "Zum 11.Interkontinentalen Kongreß der UFO-Forscher in Wiesbaden 1975 darf ich Ihnen im Namen der Mannheimer Gruppe viel Glück und einen großen Erfolg für die globale UFOlogie wünschen."

Einen der ersten Vorträge hielt Dipl.-Chem. Michael von Klimo unter dem Titel 100.000 Jahre Runenschrift. Wir lernten den in Heidelberg lebenden Lebenskünstler und seine ihn eher akzeptierenden Familie bald darauf persönlich durch mehrere Besuche kennen und waren über seine phantastische Sichtweise und über sein zusammengestückeltes Weltbild erstaunt. Als er dann aber anfing von unterirdischen UFO-Basen im Odenwald zu spinnen und alle am nächtlichen Sommerhimmel durchziehenden Satelliten als Fliegende Untertassen bezeichnete, die aus der naheliegenden Basis stammten, brachen wir recht schnell den Kontakt wieder ab. Auch die DUIST-Schriftführerin Trude Kern aus Mannheim lernten wir in dieser Zeit kennen und hörten ganz wilde, gerade wirre Geschichten von ihr, weswegen wir auch schnell wieder Reißaus nahmen. Geradezu verblüfft nahm die Gemeinde den Vortrag von Dr.Jürgen Blunck, Leben und Überleben im Weltraum, an, der die neuestes Venus-Forschungsergebnisse der Planetenforschung vorstellte und damit die Venus von der Kandidatenliste der belebten Planeten in unserem Sonnensystem nahm. Der Hamburger gehörte übrigens dem Wissenschafts-Beirat der DUIST an, der selben Truppe, die die Kontaktler-Behauptungen über die belebte Venus (glückliche Kühe auf saftigen, grünen Weiden) anhimmelte. Auch die Mars-Kanäle verwies er hier auf ganz einfache optische Täuschungen. Leider ist uns nie bekannt geworden, was die internen Folgen dieses Großangriffs aus den eigenen Reihen waren. Jedenfalls wurde in den sogenannten "Nachklängen aus dem Aus- und Inland" kein Sterbenswörtchen darauf eingegangen - auch wenn die Teilnehmer angeblich "beglückt waren von der Verkündung und Vermittlung kosmischen Wissens im begonnenen Neuen Zeitalter".

Ing.Adolf Geigenthaler stellte in einem Dia-Vortrag "Die Nagora-UFO-Farbfotoserie" vor, welche bereits als UFOs - außerirdische Weltraumschiffe existieren wirklich in Buchform den beweiskräftigen Fall allen Teilnehmern des Spiels bekannt war. Einen weiteren wissenschaftlichen Vortrag hielt Dipl.-Ing.Enrique Castillo unter dem Titel Reisen in außerirdischen Flugobjekten. Er mußte es schließlich wissen, war er doch ein Kontaktler mit Marsbewohnern, die in Mexiko leben, sowie Wesen von Andromeda, mit denen er telepathisch kommunizierte. Dennoch kam er auch mit den Brüdern von den Plejaden zusammen. Und schließlich kam sie, die vielumjubelte Elizabeth Klarer, um über die Geheimnisse des Lichts im Schatten ihrer eigenen Kontakterfahrungen in Südafrika zu berichten. Wie bekannt, hatte sie sogar Sex mit einem wunderschönen Raumkommander und hat in fremden Welten sogar einen Sohn. Ihr DUIST-Buch "Jenseits der Lichtmauer" war lange Jahre soetwas wie ein MUSS gewesen. Horst Raps, der bekanntlich selbst "Raumreisen in extraterrestrischen Flugkörpern" nach Alpha-Centauri von Frankenthal aus, vor den Toren Mannheims, unternahm, referierte dieses Mal über die Auswanderung der Atlantiden. Auch über diesen Herrn in unserer Nachbarschaft hatten wir direkten Kontakt ein paar Jahre darauf und er war uns gar nicht geheuer, da er fortlaufend der Polizei in Frankenthal UFO-Sichtungen, Außerirdische und sogar Yetis in seinem Hintergarten meldete... Später kam er wegen Unzucht mit Kindern in die Klappsmühle.

Über 250 Teilnehmer hatten sich die Nummer angetan, wie man über die Jahre hinweg betrachtet erkennen kann, fiel die Zahl der Besucher immer geringer aus. Scheinbar verlor sich mehr und mehr das Interesse, trotz aller Versprechungen und Verlockungen. Die UFO-Bewegung erfähr immer wieder Wellenbewegungen mit Peaks und Talsohlen, dies ist ein altes Gesetz. Die Reaktionen nach dem Kongreß waren wie immer Hurra- und Jubelrufe auf die tollen Tage von Wiesbaden - immer unter der Prämisse: "Die Wahrheitsfront siegt!"

+ "Schwerkraftgenerator: UFO-Forscher konstruierten angeblich neue revolutionäre Energiequelle", so die Meldung in Nr.11/1975 der ´Esotera´. Zwei Amateur-Erfinder und UFOlogen aus Kamp-Lintfort, der 38jährige Starkstromelektriker Dieter Kung und der 68jährige Karl Krins behaupteten, eine revolutionäre Energiequelle entdeckt zu haben. Es handelt sich hierbei um einen sogenannten "Schwerkraft-Flug-Generator", der die Schwerkraft aufheben und Strom liefern könne. Den beiden Männer, die vorgeblich seit Jahren sich mit UFO-Forschung beschäftigten, wollen die Anleitung zum Bau des Geräts von den Insassen eines UFO direkt erhalten haben. Die UFOnauten hätten einen Code zurückgelassen, den Dieter Kung entschlüßelt habe. Über die genauen Einzelheiten ihres Schwerkraft-Motors, der angeblich dem Antriebsaggregat der UFOs entspricht, schwiegen sich die beiden Konstrukteure bis dahin (und darüber hinaus sogar bis heute) aus. Sie verrieten damals nur soviel, daß der Generator, der "den Menschen nicht vorenthalten werden soll" und "dessen Nutzen Deutschland zugute kommen wird", jetzt schon imstande sei, die Schwerkraft in einem Umkreis von zwei Metern aufzuheben. Die beiden genannten Herren gehörten dem Kreis um August Wörner an und fielen vorher schon damit auf, die Taschenlampe als Lichthupe zum Anlocken von Aliens entdeckt zu haben. Nach dieser letzten Meldung aber verschwanden sie völlig aus der Szene.

"UFOs: Grüne Kugeln verfolgten sieben Passagierflugzeuge" hieß es bei der BILD am 22.November 1980 aus Barcelona: Sieben Passagierflugzeuge sollen am Abend des 11.November über Spanien von mehreren UFOs verfolgt worden sein. Nur mit Mühe konnten die Piloten Zusammenstöße verhindern. Eine Maschine der spanischen Fluglinie "Iberia", mit über 100 Menschen an Bord, mußte kurz vor der Landung in Barcelona im Sturzflug runter - ein UFO hätte sie sonst gerammt. "Es waren grün schimmernde Kugeln. Sie versuchten uns zu rammen", berichteten die Piloten übereinstimmend nach der Landung. "Sie haben uns dann überholt und wurden immer schneller." Auf den Radarschirmen des Flugkontrollzentrums von Barcelona waren die Flugobjekte nicht zu sehen. Die Fluglotsen wunderten sich nur über die zunächst unverständlichen Ausweichmanöver der Passagierflugzeuge. Die Fluglinie "Iberia" erteilte ihren Piloten Sprechverbot.

+ Mit Erich von Däniken auf Schiffsreise verkündete die "Ancient Skies" in ihrer deutschen Ausgabe. Vom 30.November bis zum 21.Dezember 1980 konnten auf dem Hapag-Lloyd-Flagschiff MS EUROPA der Prä-Astronautik-Fan seinem Götter-Astronauten-Helden EvD auf dem Indischen Ozean begleiten, wo jener auch zwei Vorträge hielt.

"UFO mit Feuerschweif über Niedersachsen" meldete BILD am 15.November 1985: Mit einem Knall ist gestern abend ein UFO über Niedersachesen aufgetaucht. Es war etwa einen Meter groß, flog in 300 Metern Höhe und hatte einen riesigen Feuerschweif. Mehrere Piloten haben das UFO beobachtet, meldete die Polizei in Hannover. Vermutlich war es ein Meteorit.

"Darum leuchtete Hamburgs Himmel" meldete das ´Hamburger Abendblatt´ am 15.November 1985: Viele Hamburger wunderten sich gestern nachmittag über eine auffallende Wettererscheinung: Dem klaren Sonnenlicht vom Vormitttag war ein diffuses Dämmerlicht gefolgt. Die Wolken schimmerten gelb und rötlich. So kam es zu dem "Leuchten": Bei fast völliger Windstille hatte sich über die relativ warme Elbe kalte Luft gelegt. Das führte in der Luft über dem Strom zur Kondensation, zur Bildung von Tröpfchen und Nebel. Von dem Elbnebel legte sich ein Dunstschleier über die Stadt. Zwar konnte man noch weit sehen, aber die Wassertröpfchen in der Luft - nichts anderes als Dunst - reflektierten und brachen das Licht, sorgten also für eine größere Streuuung und damit für das diffuse Dämmerlicht. Als die Sonne unterging, leuchtete es rötlich. "So etwas kommt häufiger vor", sagt die Meteorologin Annette Tanck vom Seewetteramt. Die Gefahr vom Smog bestand nicht, da die Inversionsschicht - warme Luft über kalter - in großer Höhe lag. UFO, Meteorit oder Satellit? "Plötzlich war es am Himmel so hell wie im Volksparkstadion. Gleißendes Licht stürzte herab, ein rotglühender Kopf mit einem langen Schweif." Rundfunk- und TV-Journalist Carlheinz Hollmann, gerade auf der Heimfahrt nach Luhmühlen, gehört zu den Augenzeugen, die gestern gegen 18:15 h eine ungewöhnliche Himmelserscheinung wahrnahmen: In Hannover, Braunschweig und Gifhorn wandten sich Einwohner an die Polizei und berichteten von einem unbekannten Flugobjekt. Es soll mit einem Knall am abendlichen Himmel aufgetaucht sein und sich aus südwestlicher in nordöstlicher Richtung fortbewegt haben. Vom deutschen Wetterdienst in Braunschweig wurde von einem in schätzungsweise 300 Meter Höhe fliegenden Objekt von einem Meter Länge und 20 Zentimetern Durchmesser gesprochen. Es wird vermutet, dass es sich um einen Meteoriten oder Satelliten gehandelt haben könnte.

"Feuerschweif erhellte Braunschweigs Himmel: Indizien für Meteoriten oder verglühenden Satelliten" hieß es am 15.November 1985 in der ´Braunschweiger Zeitung´: Am Donnerstag um 18:15 h war über Braunschweig für kurze Zeit ein heller Feuerschweif zu sehen, der im Norden der Stadt verglühte und dem ein Knall folgte. Bernd Purwin von der Flugsischerung in Waggum, der zu diesem Zeitpunkt gerade zur Wolkenbeobachtung hinausgegangen war: "Das Licht ging ins bläuliche, und das Geräusch erinnerte an einen Überschallknall." Der Maschinenbautechniker Wieland Müller aus Ochsendorf (Kreis Helmstedt) zur BZ: "Das Ding sauste nach Nordosten zur DDR." Was Purwin vom Twoer sah, beobachteten auch viele Braunschweiger, die die Polizei alarmierten. Streifenwagen suchten das Gebiet um Völkenrode vergeblich ab. Es sei schon zu dunkel gewesen, deshalb sei auch auf den Einsatz eines Hubschraubers verzichtet worden, war aus der Funkleitzentrale der Polizei zu hören. Aufgrund verschiedener Beobachtungen wird vermutet, dass es sich um einen Meteoriten oder einen verglühenden Satelliten handelte. Dafür sprechen nach Ansicht von Purwin und der seiner Kollegen von der Flugwetterwarte in Hannover mehrere Indizien: "Es war ein gigantischer Anblick", so beschrieben die Piloten eines Flugzeuges die Erscheinung, die sie beobachtet hatten, als sie sich über Fulda befanden. Der Lichtschein war also über den Wolken sehr weit zu sehen. Ein Taxifahrer, der von Braunschweig nach Celle unterwegs war, hatte den feuerschweif ebenfalls beobachtet. Dies teilte er der Flugwetterwarte in Hannover mit, die ebensfalls mehrere Anrufe bekam. Die Wetterlage schloß aus, dass es sich um ein Gewitter handelte. Für eine herkömmliche Feuerwerksrakete war das beobachtete Licht zu groß. Die Bundeswehr hatte an diesem Abend keine Schießübung im Raum Braunschweig.

"UFO-Alarm: Feuerball über Deutschland" titelte dann C.J.Rüdiger seinen BILD-Beitrag für den 16.November 1985: In den Polizeistationen zwischen Hannover und Braunschweig klingelten die Telefone Sturm - Hunderte gaben UFO-Alarm: "Erst war da ein Knall, dann ein Blitz, dann wurde es taghell! Und dann raste das UFO in nur 300 Meter Höhe über uns hinweg!" Wer den Feuerball sah, was ein Astronom dazu sagt. Seite 3. Dort wird unter der Schlagzeile "UFO-Alarm: Rote Kugel, grünes Licht bekannt: 18:15 h in Dollbergen bei Hannover". Hausfrau Karla Winter (38) ging gerade über die Strasse: "Plötzlich war der Himmel taghell erleuchtet. Eine runde, grüne Kugel mit einem grellen Schweif raste vorbei, war nach Sekunden wieder verschwunden!" Tochter Selina (13): "100 Meter weiter jaulte unser Hund ´Birko´ auf, wir konnten ihn erst nach drei Minuten beruhigen." Kaufmann Wolfgang Heigel aus Mellendorf beobachtete die Himmelserscheinung fünf Sekunden lang: "Vorne tiefrot und kugelförmig, hinten ein langer Feuerschweif. Das Licht auf der Erde wurde erst grün, dann türkis und blau!" Zwei Piloten meldeten dem Flughafen Hannover: "Ein runder, heller Ball leuchtet am Himmel." Harro Zimmer (50) von der Berliner Sternwarte: "Wahrscheinlich handelte es sich um einen Meteoriten, so groß wie ein Handball, innen mit Gas gefüllt. Er könnter aus dem Sternschnuppen-Strom des Kometen ´Temple Tuttle´ stammen, der uns in den nächsten Tagen noch mehr Meteoriten bescheren wird." Der grelle Blitz wurde auch von der Sternwarte in Magdeburg beobachtet: "Entweder ein kleiner, verglühender Satellit oder ein Meteorit!"


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