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15.08.2003 |
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"UFO"-Entführungs-NewsWie die Einbildung unsere Wahrnehmung verändert "Plötzlich, mitten in der Nacht, kam das merkwürdige helle Licht. Um mich herum standen blendend weiße Gestalten. Ich habe mich gefürchtet. Dann haben sie mich mitgenommen..." So oder so ähnlich klingen die Schilderungen von Menschen, die glauben, von Außerirdischen entführt worden zu sein. Alles Unsinn. sagten schon immer die meisten Wissenschaftler - und taten die Erfahrungen der vermeintlich Entführten als Hirngespinste ab. An der Ansicht hat sich bis heute nichts geändert. Aber die Wissenschaft beginnt sich zunehmend für die Frage zu interessieren, was Menschen solch bizarre Geschichten erzählen lässt. Richard J. McNally, Psychologie-Professor an der Harvard-Universität in Cambridge, hat das Phänomen näher untersucht. "Ich wollte wissen, ob diese Menschen wissentlich die Unwahrheit sagen, oder ob sie tatsächlich davon überzeugt sind", erzählt McNally. Er untersuchte zehn Menschen, die angeblich von Außerirdischen entführt worden waren. Er ließ sie ihr Erlebnis erzählen und nahm es auf Tonband auf. Außerdem ließ er die Betroffenen andere Erinnerungen aufzeichnen - ein neutrales Ereignis, etwa Spülen am Vortag, eine positive Erfahrung, zum Beispiel die eigene Hochzeit, und eine schmerzvolle Erinnerung wie der Tod eines nahe stehenden Menschen. Dann spielte McNally den Probanden ihre eigenen Erinnerungen vor und maß dabei die Herzfrequenz, den Hautwiderstand und den Spannungszustand der Gesichtsmuskeln. Eine Kontrollgruppe (acht Personen) zeichnete nur die eigenen Erinnerungen auf und hörte sich zudem die Aufzeichnungen der "Entführten" an. Ergebnis: Hörten die vermeintlich Entführten ihre Erinnerungen an den Kontakt mit den Außerirdischen erhöhte sich ihre Herzfrequenz, außerdem schwitzten sie stärker an den Handflächen. "Der Glaube an ein vermeintliches Trauma kann sehr starke physiologische Reaktionen hervorrufen", schließt McNally aus den Ergebnissen. "Die Reaktionen unterschieden sich nicht von denen auf andere traumatische Ereignisse. Die Intensität einer Reaktion kann also nicht als Maßstab genommen werden, um die Echtheit einer Erinnerung zu belegen", meint der Experte. McNally hat auch eine naturwissenschaftliche Erklärung für die Entführungs-Erlebnisse parat: "Alle untersuchten Entführungsopfer leiden an einer bestimmten Schlafstörung. Dabei wachen die Betroffenen sehr abrupt aus der Traumphase des Schlafs auf." "In dieser Situation fühlt man sich bewegungsunfähig, wie paralysiert", weiß der Psychologe. Oftmals gehe dieses abrupte Erwachen mit Halluzinationen einher. "Das ist kein neues Phänomen. Früher dachten die Menschen in solchen Situationen an Vampire, Dämonen oder Geister. Leute, die sich viel mit New Age beschäftigen, interpretieren solche Halluzinationen eben als Aliens." Quelle/RW: Saarbrücker Zeitung; 13. Aug. 2003 Nachsatz RW: "Es lohnt sich hier mehr Gedanken darüber zu machen, denn es zeigt einmal mehr, dass wir Menschen uns manches an Einbildung zur überzeugten Realität machen, ohne dass die Betroffenen absichtlich Lügen - doch es ist und bleibt nur eine Verknüpfung falscher Zusammenhänge unseres Gehirns, welches uns zum Narren hält." |
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