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24.06.2004


    
Alien-Entführungs-News

Echte Angst gibt es auch bei falschen Erinnerungen

Die Erinnerung an traumatische Erlebnisse wird für gewöhnlich von körperlichen Stressreaktionen begleitet. Diese physiologischen Erscheinungen wurden bis dato auch als positiver Hinweis auf den Wahrheitsgehalt von Erinnerungen aufgefasst. US-Psychologen haben nun Personen untersucht, die berichten, einst von Aliens entführt worden zu sein. Das Ergebnis: Auch ihre Erinnerungen waren von typischen Stressreaktionen begleitet.Die Forscher um Richard J. McNally von der Harvard-University schließen daraus, dass die körperlichen Begleiterscheinungen nur zeigen können, ob eine Erinnerung tatsächlich traumatisch ist. Als Hinweis auf den Realitätsgehalt scheint sie indes nicht besonders geeignet.

Der Begriff "Trauma" leitet sich vom gleich lautenden griechischen Wort ab, das ursprünglich "Verletzung" bedeutete. In psychologischer Hinsicht versteht man darunter eine Situation, in der sich das Individuum massiver Bedrohung ausgesetzt fühlt. Vollends traumatisch wird ein Erlebnis dann, wenn die Person den bedrohlichen Einflüssen gegenüber völlige Hilflosigkeit empfindet. Daher nimmt es nicht Wunder, dass Erinnerungen an traumatische Erlebnisse körperliche Stressreaktionen auslösen können. Bislang wurden solche Begleiterscheinungen als Kriterium für den Wahrheitsgehalt von solchen Berichten gewertet. US-Psychololgen um Richard J. McNally machten nun eine interessante Probe aufs Exempel. Sie untersuchten nämlich Personen, die angaben, einst von Aliens entführt worden zu sein. Erstaunlicherweise war die Erinnerung der "Entführten" an ihre Erlebnisse mit Aliens tatsächlich von den aus der Literatur bekannten physiologischen Reaktionen begleitet, während dies bei den anderen Erzählungen nicht der Fall war. Die Ergebnisse wurden auch durch eine Kontrollgruppe abgesichert.  Im Prinzip lassen sich daraus zwei Schlüsse ziehen: Entweder waren die Erzählungen über Außerirdische wahr - oder aber Stressreaktionen sind doch kein so verlässliches Kriterium für den Wahrheitsgehalt.

Die Forscher neigen - wenig überraschend - der zweiten Variante zu. Sie schlagen vor, körperlichen Stress fortan als Hinweis auf den traumatischen Gehalt von Erinnerungen zu verwenden - und zwar unabhängig davon, ob sie auf realen Ereignissen basieren.

Obige Meldung kam am 23.Juni 04 über AP auf und wurde u.a. auf dem "Bild der Wissenschaft"-Ticker unter der Schlagzeile "Echte Angst gibt es auch bei falschen Erinnerungen" gesetzt: http://www.wissenschaft.de/wissen/n...

Externe Links

http://www.wissenschaft.de/wissen/news/242185.html

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