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03.03.2006 |
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Wiesbaden: Schon wieder UFO-Alarm wg "Stilles Feuerwerk"Freitag, 3.3.06: Kurzer Erfahrungsbericht zum "voreiligen" UFO-Alarm Gegen 9 h an jenem heftig verschneiten Freitagmorgen des 3.März rief mich ein Journalist an, welcher gerne wissen wollte "was es mit den roten Lichtpunkten" über Wiesbaden aus der vorausgegangenen Nacht auf sich, die die Polizei meldete und niemand bisher wisse was da los war. Wusste ich auch nicht, davon hörte ich gerade zum ersten Mal. Also ging ich in I-Net und wurde bei Wetterzentrale.de fündig, ein Teilnehmer aus Mittelhessen hatte diese Meldung eingebracht: > Mysteriöse Lichtpunkte geben Behörden in Wiesbaden Rätsel auf Wiesbaden - Wandernde Lichtpunkte am Abendhimmel haben der Polizei in Wiesbaden Rätsel aufgegeben. Meteorologen wurden befragt, die Flugsicherung und selbst die Europäische Weltraumagentur ESA - niemand habe eine Lösung gewusst. Wie die Polizei mitteilte, suchte sie sogar mit einem Hubschrauber nach dem Ursprung der etwa zweistündigen Erscheinung - ohne Ergebnis. Scheinwerfer einer Discothek seien es in jedem Fall nicht gewesen. Auch Wiesbadener Bürger hätten das Licht gesehen und gemeldet.< Nach: Freitag, 03. März 2006, 2:07 © RZ-Online GmbH Über die Yahoo-News fand ich in der Online-Ausgabe der ´Frankfurter Neuen Presse´ dann dies von dpa: "UFOs am Nachthimmel? Wiesbaden (dpa) Wandernde Lichtpunkte am Abendhimmel haben der Polizei in Wiesbaden am Donnerstag Rätsel aufgegeben. Meteorologen wurden befragt, die Flugsicherung und selbst die Europäische Weltraumagentur ESA - niemand habe eine Lösung gewusst. Wie die Polizei mitteilte, suchte sie sogar mit einem Hubschrauber nach dem Ursprung der etwa zweistündigen Erscheinung - ohne Ergebnis. Scheinwerfer einer Discothek seien es in jedem Fall nicht gewesen. Auch Wiesbadener Bürger hätten das Licht gesehen und gemeldet." Alsbald rief mich eine Redakteuerin der B.Z. aus Berlin an um wegen dieser dpa-Meldung (die ihrer Angabe nach auch AP in Umlauf war) nachzufragen. Ich verdeutlichte ihr, dass diese Meldung ziemlich substanzlos in Sachen "Phänomen-Beschreibung" war und sie nichts hergibt, was auch nur den Ansatz für eine Deutung geben könnte. Weder wurde genau dargestellt um was es sich phänomenologisch bei der Erscheinung handelte, noch wie sie überhaupt ausschaute, sich tatsächlich am Himmel verhielt, wie lange sie genau sichtbar war und in Frage stand, ob nun die Polizei selbst die Erscheinung sah oder nur auf Bürgeranrufe reagiert hatte, noch nicht einmal die Uhrzeit war ausgewiesen. Damit kann ja wirklich niemand etwas anfangen. Die unkorrekte Ausführung (geradezu schlampig zu nennen und zudem unprofessionell) führte bei mir zu mehr Fragen als überhaupt ´Antworten´ damit gegeben waren. Also - ran an die Recherche um zu sehen was da am Himmel überhaupt los gewesen war. Mit den mageren Agenturmeldungen jedenfalls war kein Blumenstrauß zu gewinnen. Mich ärgerte dies eigentlich mehr als alles sonst. Wie diese Meldung überhaupt so in Umlauf kommen konnte...? Begreife dies wer will. Also versuchte ich mein Glück bei der Pressestelle der Polizei in Wiesbaden, doch dort war bis 10:30 h Dauerbesetzung des Anschlusses angesagt. Also rief ich die Zeitung ´Wiesbadener Kurier´ an und erfuhr dort, das an jenem Morgen bereits sich zwei Damen zum betreffenden Phänomen gemeldet hatten. Beide waren in Wiesbaden-Frauenstein angesiedelt und beschrieben "bis zu 30 kleine Lichter" die "in Ketten" bzw "langgezogenen Formationen" von rechts nach links durch den dunklen Nachtimmel gezogen waren - "irgendwann kurz nach 21 h". Bald darauf hatte ich auch bei der Polizeipressestelle Glück und erreichte POK Hoffmann: Jener gab gleich Entwarnung, weil sich das Ereignis inzwischen als "stilles Feuerk mit Ballonen" zur Veranstaltung "Erfahrungsfeld der Sinne" am Freudenberg herausgestellt hatte. Tatsächlich waren "mehrere Dutzend Meldungen" ab 21:20 h bei der Polizei aufgelaufen und da eine "Art Bedrohungslage durch die Meldungen" sich abzeichnete, war die Polizei schließlich zu Boden und in der Luft unterwegs um nach den Erscheinungen und ihrem Hintergrund zu suchen. Wenn auch ergebnislos, während parallel einher die genannten Nachfragen bei anderen Behörden liefen. Nachdem nun aus dem Kreis der Veranstalter von den "UFO-Meldungen" an diesem Morgen im Radio vernommen worden war, stellte jener der Polizei gegenüber die wahren Hintergründe für das Spektakel am Himmel dar. Also - Fall erledigt und der gleiche Auslöser wie im Sommer 2005 über Wiesbaden. Inzwischen erhielt ich auch via eMail verschiedene Nachfragen zu dieser Meldung, welche inzwischen auch die österr. APA verbreitete. Dementsprechend gab ich eine aufklärende Pressemitteilung heraus. Binnen 1 1/2 Stunden war die Sache damit für mich abgehakt. Wie ich um 12 h dann erstmals auf der HR3-Videotextseite 121 sah ("Geheimnisvolle Lichter über Wiesbaden"), wurde die Sache inzwischen aber auch so schon geklärt, gut so: "Die Polizei registrierte mehr als 80 Anrufe... Es stellte sich schließlich heraus, dass es sich um Ballons mit Leuchtmitteln handelte. Teilnehmer eines ´Erfahrungsfeldes der Sinne´ hatten sie aufsteigen lassen, teilte die Polizei mit." Auch der ZDF-VT (S.142) meldete: "Heliumballone sorgten für UFO-Ängste in Wiesbaden ... Die vermeintlich übersinnliche Erscheinung entpuppte sich am Morgen als Programmpunkt eines Managerseminars. Für drei Minuten hätten die Kursteilnehmer mit 50 leuchtenden Heliumballons ihr ganz eigenes Sternbild in den Himmel gezaubert. Leider hatte der Veranstalter vergessen, sein ´stilles Feuerwerk´ bei den Behörden anzumelden." Beim Pro7-Videotext (S.133) hieß es dagegen: "Ausserirdische über Wiesbaden? UFOs sind Manager-Sternbild ... UFO-Angst brach aus. Dabei sah man am Horizont nur 50 Heliumballons mit bunten Leuchtstäben, mit denen die Teilnehmer eines esoterisch angehauchten Managerseminars ihr Sternbild in den Himmel zaubern wollten." Beim Kabel1-VT (S.122) lag zu dieser Zeit noch die ursprüngliche dpa-Meldung vor, da gab es noch kein Update. Eine Wiesbadener Korrespondentin teilte mir alsbald mit was dieser ´Wiesbadener Kurier´ inzwischen frisch in seiner Online-Ausgabe aufgesetzt hatte und einige Informationen enthielt die zum ´Stillen Feuerwerk´ neu waren: >Stilles Feuerwerk über Wiesbaden Weder UFOs noch geheimnisvolle Lichtzeichen schwebten gestern Abend über der Stadt Wiesbaden. Es gab vielmehr ein ganz besonderes Ereignis im Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne und des Denkens im Schloss Freudenberg: Ein stilles Feuerwerk. Das Erfahrungsfeldteam hat zusammen mit einem Schweizer Erfinder eine Technik entwickelt, bei der ein Feuerwerk in völliger Stille und Ruhe am Himmel erscheint. Bei dieser Technik können auch Kinder ein Feuerwerk genießen. "Das war auch der Grund für unsere Suche nach einer Alternative - ein Bild am Himmel, an dem sich Alle erfreuen können. Es gibt keine Knallerei und keine Raketen", so Matthias Schenk vom Erfahrungsfeldteam. Etwa 5 Minuten lang leuchtete gestern Abend ein "neues Sternbild" mit 50 Lichtpunkten über Wiesbaden. Diese Technik wird u.a. im Schwarzwald von Holzfällern benutzt um ihre Holzplätze anzuzeigen. Das stille Feuerwerk fand zum 4. Mal statt. Die ersten drei Male hat der Wind das Sternbild in Richtung Frauenstein und Mainz bewegt und da gab es weniger Aufregungen. Matthias Schenk: "Wir werden zukünftige Feuerwerke bei der Polizei und bei der Feuerwehr anmelden und die Rundfunkstationen informieren. Und zum nächsten stillen Feuerwerk werden wir dann alle Wiesbadenerinnen und Wiesbadener einladen." < Roland Horn machte uns dann noch auf eine T-Online.de-Meldung aufmerksam, die noch mehr Details zum Geschehen enthielt: >Wesen vom anderen Stern waren Heliumballons - "99 Luftballons hielt man für Ufos aus dem All..." ... Die Führungskräfte eines Saftherstellers hatten im hoch gelegenen Ortsteil Freudenberg zunächst gemeinsam zehn Obstbäume in den eisigen Boden gepflanzt und dann die Ballons mit den daran gehängten Leuchtstäben fliegen lassen, wie der Radiosender FFH recherchierte. Weil es sehr kalt war, stiegen die Ballons 100 Meter und höher und waren weit in der Stadt zu sehen. ... Die Anrufer hätten von schnell blinkenden Lichtern und wandernden Lichtpunkten berichtet. Die Ordnungshüter nahmen die Anfragen sehr ernst, weil sich auch durchaus glaubwürdige Zeugen wie Polizisten und Feuerwehrleute meldeten. ... Noch am Freitagmorgen spekulierte der Deutsche Wetterdienst, ein Wintergewitter mit Blitzen in höheren Luftschichten könne das Phänomen ausgelöst haben. ... " http://onnachrichten.t-online.de/c/...
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