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21.07.2006 |
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Ungewöhnliche Erscheinung über NamibiaReentry sorgte für Aufregung Leuchterscheinung über Namibia , 28.6.06 So der Betreff einer eMail von Martin Neumann aus der ´S&W´-Redaktion am Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg an mich: "In den vergangenen Tagen erreichten mich die unten wiedergegebenen E-Mails: Mehrere Beobachter haben eine unbekannte Leuchterscheinung am Himmel gesehen. Mit der Bitte um Kenntnisnahme leite ich diese Berichte an Sie weiter." Was war da nur los gewesen? Der Reiseleiter der S&W-Leserreisen, Joachim Biefang, schrieb von der dortigen Hakos-Gästefarm nach Heidelberg: "Gestern morgen, 28.6., um kurz vor 6 Uhr MEZ wurde in vielen Teilen Namibias eine helle, unbekannte Leuchterscheinung gesichtet. In den Medien hier rätselt man noch, was es wohl war. Das Objekt war heller als die Venus, Größe kleiner als der Vollmond und bewegte sich von Süd nach Nord. Für den halben Himmel von der Venus im Osten bis zum Nordost Horizont brauchte es ca. 8 Minuten. Für einen Satelliten in erdnaher Umlaufbahn war es zu langsam, für ein weiter draußen liegendes Objekt zu schnell. Ein Flugobjekt im Luftraum Namibias kommt wegen der mehrere 100 km auseinanderliegenden Beobachtungen nicht in Frage. Es bleibt also die Möglichkeit eines Wiedereintritts in die Erdatmosphäre, z.B. Satellit oder Raketenoberstufe." Margaret G. aus Swakopmund schickte diese eMail ein: "In Namibia haben mehrere ´Frühaufsteher´ am 28. Juni morgens etwa 6 Uhr, also in Deutschland 7 Uhr, zwischen 22° und 23° südlicher Breite ein hell-leuchtendes Flugobjekt, das sich von Westen nach Osten bewegte, beobachtet. Nach den Anrufen beim deutschen Sender der NBC war es langsamer aber viel größer als eine Sternschnuppe, andererseits schneller und auch größer als ein Flugzeug. Wie Du Dir vorstellen kannst, hat diese ´Erscheinung´ für einige Aufregung gesorgt, die Gemüter der Beobachter ziemlich bewegt. In diesem Zusammenhang ´leider´ sitzen wir verständlicherweise nicht den ganzen Tag vor dem Radio, wissen also nicht, was daraus geworden ist. Deshalb nun meine Frage an Dich: Habt Ihr, hast Du zufällig eine Erklärung dafür? War es nur ´Weltraumschrott´, der sich in die Atmosphäre ´verirrte´?" Eigentlich waren die hier dargestellten Observationsmerkmale gar nicht SO aufregend und besonders. Abgesehen von den zwei verschiedenen Richtungsangaben wie Süd nach Nord und West nach Ost. Was blieb anonsten: Heller als Venus, kleiner als der Vollmond, langsamer und größer als eine Sternschnuppe - und 8 Minuten Durchgangszeit. Von Schweif war keine Rede. War sowieso irgendwie nur eine halbe Sache in der Darstellung beider Quellen, die ich anschrieb um mehr zu erfahren - und nichts reinbekam. Reentry? Wie auch immer, zunächste versuchte ich mit Google-News überhaupt einmal Medienberichte aus Namibia zu finden, die das Geschehen behandeln. Unter dem Suchwort "UFO", "Phenomena" oder "Reentry" gab es aber keinerlei Treffer. Also stellte ich das Geschehen zunächst in verschiedenen Foren der ´üblichen Verdächtigen´ (außer UFO) vor. Eine der ganz wenigen Reaktionen darauf war: "Ich tippe auf die ISS, die ist sehr hell und kann maximal 10 Minuten beobachtet werden." (?) Hm, auch weil Josef Laufer darauf berichtete, dass die ISS a) zu dem Zeitpunkt nicht über Namibia war und b) dort nur bis zum Vortag mit gerade mal -1mag zu sehen war, als wesentlich schwächer als Venus. Mehr kam dabei nicht heraus, obwohl viele Hundert Himmelsbeobachter- und Astro-Fans von dem Phänomen unterrichtet wurden. Da standen ich, die S&W-Redaktion und ihre Melder ziemlich allein da. Schließlich machte ich mich nochmals zwecks einem Reentry-Vorkommnis auf und rief http://www.reentrynews.com zu Hilfe. So wurde ich auch fündig, für den genannten Tag wurde eine am 15.Juni 2006 am Cosmodrom Baikonour gestartete Soyuz-U-Raketenstufe für ihren Niedergang im Morgengrauen über der westafrikanischen Küstenlinie, an der Namibia liegt, vorausberechnet. Erst am 19.Juli 2006 erhielt ich eine Rückmail von Margret G.: "So weit ich es in den uns zu Verfügung stehenden namibischen Medien beobachten konnte, war die Sache für die AZ = Allgemeine (deutsche) Zeitung und den deutschen Sender der NBC nicht von so großem Interesse, dass da weiter darüber berichtet wurde. Als ich an Martin Neumann schrieb, hatte ich die heimliche Hoffnung, dass die Sternwarte in Namibia etwas gesehen und vielleicht intern eine Nachricht darüber weitergegeben hatte. Dem war allemnach aber nicht so. Mich interessiert die ´Erscheinung´ einfach nur ganz persönlich. Haben Sie inzwischen noch Informationen dazu bekommen?" Hatte ich ja und so klärte ich sie auf. Externe Linkshttp://www.reentrynews.com |
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