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11.07.2006


    
Mal ganz und gar ohne UFOs und solch einen Kram: Gedanken zu einem Fest!

Gesellschaft, Deutschland: 4 Wochen Fussball-WM 2006, ein UFO-´Besessener´ und Nachgedanken zu einem großen großen Fest

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Mal ganz und gar ohne UFOs und solch einen Kram: Gedanken zu einem Fest! Diesem nämlich - http://www.clipfish.de/player.php?v...

Gesellschaft, Deutschland: 4 Wochen Fussball-WM 2006, ein UFO-´Besessener´ und Nachgedanken zu einem großen großen Fest

Ja, ich bin es - Ihr Werner Walter, eigentlich ein Fussball-Muffel mit meinen bald 50 Jahren Lebensalter. Da das UFO-Phänomen von mir auch im gesellschaftlichen und (pop)kulturellen Kontext gesehen wird, nehme ich mich als nicht gerade unpolitischer Mensch (SPD-Wähler mit {inzwischen} Bauchschmerzen) auch den besonderen Ereignissen in unserer Welt an, sobald die ´dramatisch´ sind. Habe ich bei "9/11" gemacht und auch bei der großen Tsunami-Kastrophe. Nun bin ich in die FIFA-WM-2006 eingewickelt gewesen - und freu mich (immer noch).

Vorab: Von den früheren Fussball-WMs habe ich als ´Event´ meistens nur die Deutschlandspiele angeguckt, so wie ich als Newsjunkie auch die Beerdigung von der "Prinzessin der Herzen", Diana, oder US-Präsidentschaftswahlen anschaue. Da bin ich dabei. Aber nie wurde ich in eine Fussball-WM ´eingefangen´ und noch nie hat mich eine solche schon knapp eine Woche vorher krippelig gemacht. Und noch nie habe ich eine Schwarz-Rot-Gold-Fahne auf dem Balkon plaziert gehabt! Wäre mir zu dabbisch gewesen. Aber total!

Und dann? Plötzlich brach es über uns ALLE herein - 31 Tage Super-Sommer-Wetter, die Gute-Laune-Zeit inmitten schwierigster wirtschaftlicher Lage Deutschlands in einer spannungsgeladenen Großen Koalition zu Berlin die eigentlich nur zusätzliche Depressionen bereitet und wo ´Reformen´ (hähähä) wie die Gesundheitsnummer zwar bis in die Nacht ausgehandelt werden - um dann in der grandiosen Lösungsfindung enden, das einfach 0.,5 % mehr Beiträge zu zahlen sind. Frau Merkel und Herr Münde: Das hätten Sie einfach gemeinschaftlich in der Halbzeitpause zwischen einem Spiel in die Gänge bringen können, bei Currywurscht und Pils im Sportpalast, als Berater hätte ihnen da der Zeugwart der Klinsmann-Truppe vom DFB gerne zur Seite gestanden. Das Ergebnis wäre das Gleiche gewesen. Härter sind natürlich die 3 % MWSt-Erhöhung, die uns noch allen in die Glieder fahren wird - und von Oppositions-Westerwelle als weitere Abzocke genannt ist. Von der Hartz IV-"Reform" ganz zu schweigen. Schüsse in den Ofen.

Zwischendurch: http://www.clipfish.de/player.php?v...

Dies sind in Berlin gelaufene "verdeckte Operationen" die noch zu dicken Backen bei uns im Volk führen werden, deswegen zurück zur so wunderschön ablenkenden Fussball-Feier, die sich aber die Politiker NICHT auf die Backe malen können. Die FIFA-Fussball-WM 2006 in Old Germany war unser aller Mega-Party. Ich hätte auch nie gedacht, dies einmal zu schreiben. Aber wenn schon der TAZ-Chefreakteur in den ersten Tagen sinngemäß bekannte: "Früher haben wir Fussball aus ideologischen Gründen als Proleten-Sport verdammt und heute gucken wir in der Kantine mit Chips und Bier auf der Großleinwand gemeinsam die WM an, wer dumm quatscht kann die Zeitung alleine schreiben..." Tja, was soll man da noch sagen? Unser Herbert Grönemeyer dazu wohl mit der richtigen Antwort: "Zeit, das sich was dreht!"

Deutschland. einiges Fussballland! 31 Tage wie im Rauch, unglaublich. Deutschland begrüsste seine internationalen Gäste - und die waren des großen Lobes über das "Neue Deutschland", welches wir alle gar nicht so kannten und uns selbst damit überraschten! Euphorie in nie gekanntem Ausmaß erfasste die Republik. Und die Frauen, die extra-lange Shopping-Einkaufszeiten "als Wohltat" zur "Männer-WM" geboten bekamen? Die zeigten den Stinkefinger und feierten mit! Was ist in Deutschland los gewesen, SO kennt man es gar nicht - nein, wirklich. Der Fussball-Karneval traff sich mit der Big-Spass-Party zu einem Gemeinschaftserlebnis - und gemeinschaftlichen Zusammenstehen im POSITIVEN. Unser Fussball-´Franzl´ Beckenbauer sollte später als Kaiser der Nation sagen: "So stellt sich der Liebe Gott wohl die Welt vor." Und dies alles ungeplant, unorganisiert und doch gewollt. Public Viewing´ vor Großleinwänden auf Fanmeilen überall, auch hier in Mannheim, war die ganz und gar große Zusammenführung der Menschen zum gemeinsamen Spass. Zur großen Party mit fröhlichen Menschen aus aller Welt. Ich muss wieder erstaunt für mich feststellen, jeden Tag ein Spiel mindestens geguckt zu haben. Brasilien-Ghana - ein Gedicht und die Ghananer als "Black Stars" blieben mir als liebes Völkchen in Erinnerung. Mir ist es auch egal, wenn so genannte Favoriten wie Argentinien schließlich in der K.O.-Runde heimfahren mussten und superbezahlte Mannschaften den Kürzeren zogen. Davon lebt schließlich ein solches Turnier, sonst könnten die Pokale ja vorher schon vergeben werden.

GUT, die DFB-Auswahl für die WM 06 machte den 3.Platz in Stuttgart im Spiel gegen Portugal während Italien welches schließlich im Elfmeterfight gegen Frankreich den Titel holte, auch wenn deren Spiel ja nicht gerade weltmeisterlich war. Trotzdem, nach einer kurzen ´Trauerzeit´ und gewissen inneren Leere war mir dieser "Unter-Ferner-Liefen"...-Titel total egal und Klinsmann und seine Mannen waren für mich die Helden des Match. Wie 2002 unter Rudi Völler ("Es gibt nur einen Rudi Völler...", erinneren Sie sich noch an den Empfang der deutschen Mannschaft am Frankfurter Römer?), als sie aus Japan zurückkehrten und zu dem "Sieger der Herzen" hierzulande wurden. Und genauso ging es Fussballdeutschland, da waren wir offenbar entweder alle "ferngesteuert" oder einfach Balabala. Na und? So fand eine vorgezogene ´Endspiel-Feier´ am legendären 9.Juli 2006 zur High-Noon-Zeit unter dem Berliner Brandenburger-Tor auf Einladung der Klinsmann-Truppe für die Fans statt. Es war eine LOVEPARADE mit mindestens 500.000 Besuchern im Glück. Und da war es dann Zeit die Taschentücher zwecks Rührung herauszuholen. Unglaublich! Die deutschen Spieler und wir Fans feierten uns selbst enthustiastisch und in einer Gänsehaut-Party. Den meisten Leuten wird dies erst danach eingegangen sein, was da wirklich lief. Das wahre Endspiel am Abend war da für uns nimmer so interessant.

Das ultimate Fazit an dieser wirklich historischen Stelle (des in Wirklichkeit erstaunlich kleinen Brandenburger Tor, welches man beinahe übersieht, wenn man an ihm vorbeifährt und einem niemand darauf aufmerksam macht!) brachte Xavier Naidoo von den "Söhnen Mannheims" (die ich eigentlich auch als Mannheimer gar nicht mag, sorry) mit seinem extra-umgetexteten Song "Dieser Weg" wunderbar ein ( http://www.clipfish.de/player.php?v... ), den viele nun ganz und gar anders hörten und den die deutsche Mannschaft die ganze Zeit schon für sich adoptiert hatte. Klinsmann und Spielfreunde plus das gesamte deutsche WM-Team 2006 im Hintergrund kamen auf die Bühne mit einem T-Shirt namens "Danke - Deutschland!"; sangen es auch kräftig mit, da kam schon wieder Gänsehaut auf, da dies irgendwie zur Fussball-WM-"Nationalhymne" zwecks seiner Bedeutung wurde: "Wir gingen der Strasse lang und diese Strasse führte hierher... Dieser Weg, war kein leichter Weg; dieser Weg war steinig und schwer. 2010 könnt Ihr Weltmeister sein, denn diese Nation steht hinter Euch - und zwar sehr... Dieser Weg, war kein leichter Weg; dieser Weg war steinig und schwer. 2010 könnt Ihr Weltmeister sein, denn diese Nation steht hinter Euch - und zwar sehr... Dieser Weg, war kein leichter Weg; dieser Weg war steinig und schwer. 2010 könnt Ihr Weltmeister sein, denn diese Nation steht hinter Euch - und zwar sehr... Dieser Weg, war kein leichter Weg; dieser Weg war steinig und schwer. 2010 könnt Ihr Weltmeister sein, denn diese Nation steht hinter Euch - und zwar sehr..." Naidoo danach, der hier seinen bisher größten Auftritt hatte: "Mir sind fast die Knie weggesackt..."

Ich war ja total platt, wie GEWALTIG dies hier kam! Wahnsinn, Open-Air-Concert-Qualität, was das Publikum vor Ort und auch an den TV-Schirmen genoss. Mitsang und verzückt mitkreischte (ähm, ich glaube es kaum: ich auch und erkannte mich danach kaum wieder!) - und schließlich nach Zugabe verlangte, hungerte. Kann gar nicht anders sein! Wer dabei nichts empfand kann sich einsargen lassen. Und, ätsch: Clever wie ich bin, habe ich mir dieses Highlight am Tag darauf bei PHOENIX in der Wiederholung (mehrmals gezeigt) auf Video aufgenommen. N-TV brachte dies zwar auch, aber genau in dieser Passage quatsche der Live-Moderator unsensibel in einem kleinen Extrafenster auch extra lange herein, obwohl dies keiner hören wollte. Auch so ein Depp, der den Weg nicht gefunden hat.

Naidoo´s Zugabe war "Was wir alleine nicht schaffen": "Die anderen können lachen, keiner lacht mehr als wir. ... Ein Leben ohne Euch macht wenig Sinn. Kein Leben, kein Geräusch... Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusamm´. Dazu brauchen wir keinerlei Waffen, unsere Waffe nennt sich unser Verstand. Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusamm´. Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusamm´. Dazu brauchen wir keinerlei Waffen, unsere Waffe nennt sich unser Verstand. Was wir alleine nicht schaffen, das schaffen wir dann zusamm´. Dazu brauchen wir keinerlei Waffen, unsere Waffe nennt sich unser Verstand. Nur - wir müssen geduldig sein, dann dauert es nicht mehr lang. Nur - wir müssen geduldig sein, dann dauert es nicht mehr lang. Nur - wir müssen geduldig sein, dann dauert es nicht mehr lang." Das hatte schließlich was wie ein Ghospel-Chor in einer amerikanisch-christlichen Celebration! Und man stellte den Fussballern im Schulterschluß Mikrofone hin - und die sangen Arm-in-Arm mit. Was für ein Bild!

EIN FEST. Das Dankeschön zählte. Die Verzauberung des Landes mit der Neuentdeckung der Leichtigkeit des Seins. Fans und Fussballer feierten sich bombastisch dicht an dicht gegenseitig in aller unverkrampften Fröhlichkeit - und in den deutschen Farben sowie dem riesigen Gemeinschaftskeitsgefühl, was so bezeichnend für die FIFA-WM 2006 war. Hier zeigte sich Eines ganz klar: Diese WM gehörte dem deutschen Volk und ihren zwei Millionen Gästen (doppelt so viele wie erwartet), die sich dafür bedankten. Begeistert bedankten! UNO-Generalsekretär Kofi Annan nannte diese WM gar das schönste Fussball-Fest der Welt. Schluck. Da waren Superlativen im Spiel - und der WM-Gewinner war ... der Fan. Hört sich vielleicht merkwürdig in Anbetracht der üblichen "Deutschland-Depression" an: Aber für dieses Fest waren Klinsmann und Co schier nur das Pop-Showprogramm dazu. Bei einer eigentlich torarmen und fussballerisch gesehen eigentlich unspektakulären WM, wie Fachleute meinen. Dennoch, es hieß: Oh, wie ist das schön... Und plötzlich war es ´In´ die Nationalhymne zu singen, was mich sehr verblüffte. Die unzugängliche und spörde erscheinende Kanzlerin A.Merkel hat sogar Klinsmann bei der Ausgabe der Umhängemünzen zum dritten Platz umarmt und ging für ihre Verhältnisse auf der Tribüne bei Deutschlandspielen ´richtig mit´. Unglaublich. Genauso wie der zeichensetzende Schulterschluß der Nationalmannschaft beim ihren Eröffnungsspiel, um den Teamgeist auch nach außen zu zeigen. Viele andere Mannschaften machten dies nach. Klasse. War DIES DAS symbolträchtige Zeichen an uns alle, um alles herumzureißen und den Dingen jene Färbung zu geben, wie es sich schließlich zeigte? Der Knoten platzte? Wie auch immer, da drehte sich was. Und ich glaube fest, dass das den Spielern selbst wie eine "Unheimliche Begegnung" in Berlin vorkam. Das Ausrollen eines Transparents vor der National-Mannschaft mit dem Aufdruck "Fans, wir danken Euch - Ihr seid Fan-Weltmeister!" hatte schon bald etwas ´*Übernatürliches´ an sich.

Und obwohl die Polizei in Sachen ´Neutralitätspflicht´ angehalten war, sich zwecks Nationalfarben etc rauszuhalten, sah ich doch in dieser Zeit Streifenwagen mit kleinen Fahnen im Innern herumfahren und im Rhein-Neckar-Fernsehen wurden sogar Bilder eines Deutschlandspiels gezeigt, bei denen Polizisten (und Polizistinnen) anstellte für die Sicherheit zu sorgen auf dem Mannheimer Wasserturm durchdrehten und die Deutschland-Fahne schwenkten und tobten als ein Tor fiel, welches auf der Mannemer Fanmeile dort via Großleinwand gezeigt wurde! Gilt nur zu hoffen, dass diese Menschen kein internes Diszipliarverfahren an den Hals kriegten. Dies war vielleicht ein unerwarteter großer Beitrag zu einer Zeit als wir alle zusammenwuchsen. Herzlich Willkommen - Im Leben. Waren unsere Fussballbuben nicht in ihrem Bus mit der Aufschrift "Für Deutschland durch Deutschland!" unterwegs? Da war Euphorie und Wir-Gefühl unterwegs. Keine Politik könnte dies verordnen - und dies hat schon nicht in den alten ´Jubel-Kommunismus´-Staaten miht ihren aufgesetzten Pseudo-Feierlichkeits-Paraden nicht geklappt gehabt.

Da bleibt nur das aktuelle und angepasste Lied von den ´Sportfreunden Stiller´ als weiteren WM -Lieblingssong mit ausgelassener Atmosphäre wo die Massen vor dem Brandenburger Tor ausflippten (und die ´Helden´ um Klinsmann auf der Bühne tanzten zu ´Ihren Lied´ mit!): "54 - 74 - 90 - 2010." - "54 - 74 - 90 - 2010, da stimmen wir alle ein. Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein werden wir Weltmeister sein. Wir haben nicht die höchste Spielkultur, sind nicht gerade filigran, doch wir haben Träume und Visionen - und in der Hinterhand nen Masterplan. ... -1 und 2 und 3 und 4: 54 - 74 - 90 - 2010, da stimmen wir alle ein. Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein werden wir Weltmeister sein. ... 1 und 2 und 3 und 4: 54 - 74 - 90 - 2010, da stimmen wir alle ein. Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein werden wir Weltmeister sein. Beim ersten Mal war´s ein Wunder, bei zweiten Mal war´s Glück - beim dritten Mal der verdiente Lohn und beim nächsten Mal wird´s ne Sensation. 1 und 2 und 3 und 4: 54 - 74 - 90 - 2010, da stimmen wir alle ein. Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein werden wir Weltmeister sein. ... 1 und 2 und 3 und 4: 54 - 74 - 90 - 2010, da stimmen wir alle ein. Mit dem Herz in der Hand und der Leidenschaft im Bein werden wir Weltmeister sein. ..."

Egal, zum großen Fussball-Freund und EM-Erwarter werde ich wohl trotzdem nicht - oder?

Politisch wichtig ist mir dabei: Die Rechten konnten dabei nur zusehen und den neuen Party-Patriotismus für sich NICHT nutzen!

Bitter und ebenso aus der Wirklichkeit: Am Monntag, den 10.Juli 06, erfuhren wir vom Tot des großen Entertainers Rudi Carrell. Hut ab, Rudi!

Externe Links

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