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10.09.2006 |
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UFOs: Angst vorm grauen Mann?Alien-Wunder im Hier und Heute, die Zeit für ´Brot und Spiele´
Gestatten, mein Name ist Walter, Werner Walter. Seit 33 Jahren nun untersuche ich von Mannheim aus Meldungen über unidentifizierte fliegende Objekte, Ihnen bestens unter dem Kürzel UFO bekannt. Neben der aktuellen Ermittlung und Analyse von UFO-Sichtungs-Berichten kann die Erkundung dieser himmlischen Phantome nicht gelingen, wenn man die nun bald fünfzigjährige Historie dieser Herausforderung an Geist und Verstand unberücksichtigt läßt. In den vergangenen Jahrzehnten wurden nämlich sehr viele praktische Erfahrungen von den wenigen seriösen Forschern im UFO-Bereich gesammelt, die es zulassen, auch die Mär vom kleinen grauen (nicht grünen!) Mann zu verstehen.
Wunder im Hier und Heute, die Zeit für "Brot und Spiele" In diesen Tagen leben wir nicht nur in einer ökologischen Krise, sondern viele Menschen haben sich schon längst dem Übersinnlichen und Überirdischen zugewendet. Aber dies ist nichts absolut Neues, seit es Menschen gibt finden individuelle und kollektive Sinnsuchen statt, wozu die menschliche Kreativität im Zeitverständnis der jeweiligen Epoche herausgefordert wird und sich gerne zum Verständnis der Dinge um uns herum, dem nichtgreifbaren Glauben an externe Wundersamkeiten jenseits unserer eigenen Verantwortung annimmt.
Einige dieser "Wunder" passieren an unserem Himmel. Seit jeher wurden da seltsame Zeichen gesehen und im Zeitgeist ausgedeutelt. Mal waren es Fingerzeige der Götter, dann wieder Feuerzeichen der Verdammnis aus teuflicher Quelle. Die Orientierung des homo sapiens in seiner Existenz basiert nicht nur auf PKW- und Videorekorder-Besitz, sondern auch auf geistige (Vorstellungs-) Welten, schlußendlich wird daraus sogar ein sozialer Anspruch. Wer auf Erden die Geschäftsidee schlichtweg hat und das Fingerspitzengefühl für den Markt mitbringt, der bringt es zu etwas. Aber auch der, der den Draht zum Himmel hat, wird schnell "Glaubensfürst" (auf Erden), wenn er die Schäflein um sich sammel. So gesehen sind vielleicht Direktoren großer Firmen auf der gleichen Stufe zu suchen wie der Papst oder irgendein Esoterik-Guru. Schlußendlich geht es immer um "Brot und Spiele" seit Anfang an... Das "Gute" und das "Böse" polarisiert immer auf diesem irdischen Globus. Zwischendrin gibt es ein breit angestetztes Spielfeld auf zivilisatorischer und kultureller Ebene. In all den verschiedenen Nischen der sich ausbreitenden Subkultur ist für uns alle ein Bonbon versteckt, man muß nur danach suchen und sein Herz dafür öffnen. Sicher, die Welt ist voller Geheimnisse und so mancher bringt den Dingen nur Unverständnis entgegen. Aber sicher wird es auch solche geben, die sich bewußt zurückgezogen haben oder es sich schlicht auch nur einfach machen wollen.
Für moderne Aussteiger gibt es seit vielen Jahren schon ganz interessante Spielplätze. Man kann sich der Astrologie verschreiben und sein Sein daran ausrichten, oder man fährt ins charismatische Wunderland Indien, um irgendeinen gottbehauchten Guru anzubeten. Wir leben in einer Zeit fern-religiösen Wunder-Glaubens und auch der menschlichen Exhibitionslust, schauen Sie sich nur einmal eine der "Para"-Sendungen oder ein TV-Magazin an. Was früher Sex and Crime sich nannte, sollte heute Sex and Para genannt werden. Der Mensch will den Thrill verspüren etwas absolut faszinierendes ausleben zu dürfen - und sei es nur als Konsument, der seine eigene Vorstellungen von den Dingen um ihn herum nach eigenem Gustus sich zusammenreimt. Innerlich sucht er jedoch immer nach Führung und Leitbildern. Doch sind über 2.000 Jahre alte Bibel-Storys dazu noch angetan, oder kann man die "Nieten in Nadelstreifen" noch respektieren? Viele haben den alten Glauben verloren und gehen heute nach neuen Glaubensansätzen einkaufen, dafür gibt es im Kaufhaus der Esoterik und des New Age genug Angebote für Rauschsüchtige.
Wunder gibt es immer wieder... Die UFOs kommen ganz groß raus! Dies führt uns, nach dieser kurz angerissenen klimatischen Exkursion durch Gesellschaft und Ich, zur Auseinandersetzung mit den Begegnungen der Menschen mit dem Unheimlichen. Sicher, Gaukler und Scharlatane trifft man seither überall an, wo man uns etwas feilbieten will. Der Erfolg dieser Spezialisten des Trugbildes basiert darauf, dass jene Vertreter einer unseligen Zunft uns genau das verkaufen, was wir auch haben wollen. Stellt es sich später als Mogelpackung heraus, sind wir "Kunden" natürlich zu recht verärgert und steigen aus oder fordern die Seriosität ein. Mit diesen schlichten Sätzen umschreibt sich ein Gesellschaftsbild für alle Ebenen der Kultur, Politik und des sozialen Lebens. Viele suchen auch die Flucht aus dem Druck des zivilisatorischen Normativs der Nummerngesellschaft. Kein Wunder also, wenn der Nachbar von nebenan plötzlich Extremsportarten bevorzugt und der Sohn des Bäckers um die Ecke plötzlich im Fernsehen sich als Schwuler outet oder die Witwe des Architekten von gegenüber UFO-Zirkel besucht und in Leserbriefen an die Heimatzeitung wieder und wieder UFO-Darstellungen abgibt.
Und UFOs waren schon immer "chic", nun gibt es geradezu einen Boom im Glotzkasten und auf dem Büchermarkt. Roswell kennt inzwischen jeder, den Alien-Autopsie-Film haben die meisten schon irgendwo gesehen und wenn man heutzutage irgendwo einen Feature-Artikel zu UFOs liest, geht es meist um die leidvollen Darstellungen von Menschen, die von Außerirdischen zu genetischen oder sonstigen sinistren Zwecken "mißbraucht" wurden. UFOs und diese sogenannten "Entführungen" werden in einem Satz ganz selbstverständlich von den Medien-Machern (und Machthabern über unsere Köpfe in dieser Epoche) genannt. Als gehöre dies wie Salz und Pfeffer zur Tomate...
Als UFO-Phänomen-Untersucher, der bereits eigene Geldmittel sicherlich im Werte eines Mittelklassen-Autos für die privaten Ermittlungen in Sachen UFOs aufopferte und Tausende von Stunden an Freizeit zur Erkundung einbrachte, bin ich überhaupt nicht überzeugt, dass das UFO-Phänomen mit diesen "Außerirdischen-Begegnungen" der teilweise Sexten Art in einen Eintopf gehört. Erinnern wir uns, was UFO bedeutet: Menschen sehen (zumeist in der Dunkelheit) im Luftraum für sie anomale (Licht-) Erscheinungen, die sie in ihrer Natur und Herkunft nicht identifizieren können. Daher gab man den Objekten den sachlichen Oberbegriff unidentifizierte fliegende Objekte.
Tatsächlich, als im Sommer 1947 die amerikanische Nation von den sogenannten Fliegenden Untertassen eingenommen wurde, dachte noch niemand an Besucher aus Kosmostiefen, sondern es ging die Angst um, dass das Phänomen eine neue Geheimwaffe präsentiere. Da das US-Militär wußte, es könne dafür nicht verantwortlich sein, richtete sich freilich das Interesse zunächst auf die Sowjetunion. Doch bald sah die US-Regierung ein, dass die Roten damit nichts zu tun hatten. Fliegende Untertassen wurden weiterhin gemeldet, aber es gab einfach keinen physikalischen Nachweis, sodass auch und gerade in der Öffentlichkeit die Spekulationen ins Kraut schoßen.
Schon bald darauf griff Hollywood das Thema auf und präsentierte in verschiedenen Streifen die Fliegenden Untertassen als Raumfahrzeuge fremder Intelligenzen aus dem Universum. Die Idee der Außerirdischen war zwar nicht neu und längst in den recht beliebten Science fiction-Romanen und Fernseh-Serien wie Buck Rogers an Mann und Frau gebracht worden, aber aufgrund der aktuellen Observationsberichten von jenen Dingen am Himmel, die scheinbar Wirklichkeit gewordene SF-Versatzstücke darstellten, brach die Idee ihren Weg um die Welt. Ein ganz besonderer "Blockbuster" (Kino-Kassen-Knüller) war der Ihnen sicherlich ebenso bekannte Spielfilm Der Tag an dem die Erde stillstand. Hier landete eine Fliegende Untertasse mitten im Zentralpark von New York und ein Abgesandter der kosmischen Konförderation steigt mit seinem Riesenroboter aus. Aufgrund des Erfolg dieses Films wurden gleich reihenweisen Filme mit diesem speziellen Thema in Amerika abgekurbelt und schlugen beim amerikanischen Volk ein.
Von der Leinwand zur Wirklichkeit - der große Sprung der Phantasie Plötzlich wurden Fliegende Untertassen und außerirdische Besucher aufgewertet und vor allen Dingen auch bildlich umgesetzt. Die Phantasien des Publikums und die ferne Realität ungewöhnlicher Himmelserscheinungen wurden nun auf der großen Leinwand wahrhaftig projiziert und in alle Welt erfolgreich exportiert, plötzlich wurde der Erdball von einer Schwemme von Meldungen über angebliche Fliegende Untertasse erschüttert. Fliegende Untertassen wurden neben Coca Cola und Superman zu einem Exportschlager und Sinnbild der westlichen Kultur. Während die Realität der UFOs bisher die nahe Begegnung ausklammerte, begannen nun Menschen aus unserer Mitte am Erfolg der UFO-Idee zu partizipieren und nahmen die Muster der bekannten Leinwandidee für sich in Anspruch, um daraus neues kosmisches Seegarn zu spinnen - die Kontaktler-Bewegung entstand.
Waren die Menschen früher vom Gespenstern, Feen und Kobolden sowie Monstern fasziniert und ließen sich ob solcher Begegnungsgeschichten den kalten Schauer über den Rücken jagen, war mit Beginn des Kalten Kriegs und der vor der Tür stehenden eigenen Weltraum-Exploration natürlich der Dammbruch in eine neue Zeit gestaltet worden - die ehemals in konkreten Märchen-Figuren gefaßten Natur- oder Elementargeister wandelten sich im Zeitalter der Moderne um zu Raumschiffer von fernen Planeten unseres Sonnensystems. Durchaus wissenschaftliche Ansätze gab es hierfür ausreichend: In jenen Tagen der frühen 50er Jahre sah man die Venus noch als Schwesterplanet der Erde und den Mars mit seinen Kanälen als durchaus besidelbare Welt an. Wollte man den damaligen wissenschaftlichen Vorstellungen folgen, gäbe es heute übrigens schon Städte auf dem Mond. Doch das wissenschaftliche Bild und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten in veränderten politischen Zeiten fiel an allen Eckpunkten zusammen, manches mußte als pure Phantasie erkannt werden.
Doch das Spezialisten-Wissen stößt nicht immer auch auf einen breiten Konsens in der Weltöffentlichkeit und so mancher Mitmensch sucht mittels dem Faktor "Der Wille zum Glauben" für sich eine andere Realität, auch wenn diese ein Mix aus Halbwahrheiten, Wunschdenken und Gaukelei ist - das Prinzip Hoffnung für die geschundene und unglückliche Seele erlaubt es den Aberglauben wachsen und gedeihen zu lassen. Und dieser Aberglaube nimmt die Menschen für sich ein und fischt nach immer neuen Opfern, die sich übrigens als "Auserwählte" verstehen. Zurück (oder sind wir nicht eigentlich schon mitten drin?) zum Thema:
Die lieben außerirdischen Schwestern und Brüder sind hier. So jedenfalls verhieß es der genannte Erfolgsfilm von Regieseur Robert Wise, der übrigens nicht an UFOs glaubte, sondern sich eine gute wirtschaftliche Erfolgs-Chance mit seinem Film versprach, da er ins Bild der Zeit paßte. Aber es tauchte noch ein Element auf: Finstere irdische Mächte in der Regierung haben Angst davor, die Macht zu verlieren und gaben die Jagd auf den ersten außerirdischen Friedens-Botschafter frei. Klipp und klar wurde damit die Regierungs-Verschwörung zur Vertuschung der "UFO-Wahrheit" ins Muster gestrickt. Im Zeitalter des Kalten Kriegs und der tiefsitzenden Angst vor den bösen Roten mit ihren fürchterlichen Atomwaffen, kamen die Mars-Leute gerade recht.
In Zeiten der Unsicherheit und Ängste finden sich immer wieder Priester und Propheten, die etwas besonderes anzupreisen haben und auf den romantischen Gefühlen des Publikums reiten. So war es auch mit einem Mann, der plötzlich 1953 auftauchte und sich zum Botschafter der außerirdischen und engelsgleichen Venusbewohner machte: George Adamski. In den dreißiger Jahren hatte er sich dem Okkultismus und Spiritismus gewidmet und als The Royal Order of Tibet fernöstliche Weisheitslehren im eigenen Tempel verbraten. Nun sei er mit den Space Brothers zufällig in der Wüste von Kalifornien (!) zusammengekommen und sie kämen in geheimer Mission, um dafür die Voraussetzungen zu schaffen, dass die sich am Abgrund befindliche Menschheit retten könne. Dazu brachten die Venusianer, die übrigens durch den Typ "Siegfried aus der Nibelungen-Saga" im kosmischen Mantel vertreten wurden, ihre "wissenschaftlichen Erkenntnisse" und natürlich ihre Religion mit, die sie für ihren "Kontakt-Mann" Adamski exklusiv bereithielten - ganz zufällig nach dem Muster aufgezogen, mit dem Adamski vorher als fernöstlicher Okkult-Guru gescheidert war.
Jetzt war scheinbar aber Dank der Untertassen die Zeit reif geworden: Adamski faßte via Ghostwriter seine Erfahrungen mit den Raumfahrern in einem Buch zusammen, welches er mit dem britischen Okkult-Autor Desmond Leslie veröffentlichte: Die Fliegenden Untertassen sind gelandet. Eigentlich vom Starttag weg wurde das Buch zum Bestseller in vielen Nationen der Welt. Adamski bot für die Wankelmüden Fotomaterial der Fliegenden Untertassen an, welches natürlich absolut echt die Raumschiffe zeigte. Mit dieser Story und ihrem Bildmaterial wurde ein sogenannter ufologischer Prototyp geboren, der jahrzehntelang das "Gütesiegel" einer sehr freien Akademie der UFOlogie werden sollte und das Thema völlig bestimmte. Sektierer und "Wahrheitssucher" wurden wie Motten von Adamski und seinen bald darauf auftretenden Trittbrett-Fahrern angesogen; es entstand ein Kult, der nicht nach folgerungswürdigen und schlüßigen Beweisen fragte, sondern neue Weltbilder, Philosophien und Anschauungen über alternative Lebensweisen absorbierte und begeistert ausformte. Es war so, als wären die Engel in Sternschiffen zurückgekehrt, um den kosmischen Messias anzukündigen, der bis dahin einen irdischen Stellvertreter bestimmt hatte - eben den Kontaktler Adamski.
Wie der Film Der Tag... einen ungeheuren Einfluß auf die Vorstellungswelt der Menschen hinsichtlich UFOs (oder besser Fliegenden Untertassen) nahm, so wurde die Kontaktlerbewegung zum populären Ausfluß des UFO-Phänomens und bestimmte in weiten Teilen die sogenannte "UFO-Forschung". Vielerlei pseudoreligiöse Gruppen bildeten sich, um das Kommen der Außerirdischen vorzubeten, in Deutschland z.B. durch die inzwischen eingestellte Deutsche UFO/IFO Studiengemeinschaft. Jahrzehntelang wurden diese UFOlogen befragt, wenn es darum ging, UFO-Vorfälle zu kommentieren. Jeder fehlverstandene Meteor wurde so zur authentischen Fliegenden Untertasse, was bewies, dass die Kontaktler glaubwürdig sind. Dieser Zirkelschluß bricht natürlich für die Enthusiasten dieses neuen Aberglaubens jede Logik, aber das macht natürlich nichts, wenn man davon überzeugt ist, einer besonderen Friedens- und Liebes-Mission zu dienen.
Natürlich machte auch so mancher Zeitgenosse sich seinen harmlosen Spaß und erklärte öffentlich seine Begegnungen mit Außerirdischen oder er legte teilweise gleich serienweise Fotomaterial von weiteren Fliegenden Untertassen vor. Wenn dann ein solcher Schwindel platzte, hatten die "Rationellen" etwas zum lachen und wieder einen Punkt, um den ganzen UFO-"Mist" in die Ecke zu stellen. Doch damit war die Affäre UFO noch lange nicht erledigt. Inzwischen hatte die US-Luftwaffe UFOs offiziell untersucht und auch die Wissenschaft war 1 1/2 Jahren zwischengeschaltet worden (Condon-Projekt), es gab sonach tatsächlich unerklärliche Beobachtungen. Hatten die UFOlogen also doch recht gehabt? Da die Interessen des Militärs und die der UFO-Gläubigen weit auseinanderklaffen, gab es auch Konflikte, die in immer weiteren Teilen der Öffentlichkeit die Paranoia förderte.
Auf der anderen Seite wiederholten sich zwar über die Jahrzehnte hinweg die Geschichten mit anderen Beobachtern immer wieder, aber akzeptable Beweise kamen nicht zustande. Außerdem ermüden dann derartige Geschichten schnell, wenn es keine Weiterentwicklung gibt und neue Verlockungen offenbart werden. Irgendwand zogen auch die Versprechungen der UFOlogen nicht mehr recht und so mancher wurde sogar als Scharlatan entlarvt. Die Erkundung des Weltraum war erfolgreich gestartet und die Mond- und Planeten-Erforschung zeigte Welten bar jeglichen Lebens auf. Der Frust war für kurze Zeit groß. Doch die Szene paßte sich schnell den neuen Gegebenheiten an, denn allzu fern den Realitäten wollte man sich dennoch nicht ansiedeln. Nun hagelte es neue Begegnungen mit den Aliens: Entweder auf pur geistiger Ebene mit Channeling oder mit Wesen die angeblich physikalisch erschienen und aus fernen Kosmostiefen jenseits unserer Erkenntnis stammten! Wie auch immer, der UFO-Beweis stand trotzdem aus. Etwa nach Veröffentlichung des Condon-Berichts (1969) und des Rückzugs der USAF aus dem UFO-Problem, war weitere Enttäuschung angesagt. Die eher noch auf dem Boden dieser Welt stehenden UFO-Organisationen brachen nach und nach zusammen. Auf der esoterischen Seite der UFOlogie ging es jedoch mit gebremster Fahrt weiter. Inzwischen waren ja auch dreißig Jahre vergangen und das UFO-Phänomen entwickelte sich nicht weiter. Parallel einher entwickelte sich eine new generation von UFOlogen, die weitaus kritischer das Geschehen aufarbeitete und schnell skeptisch wurde, ob es überhaupt ein exotisches Phänomen hinter all dem UFO-Zauber gibt. Damit stand Mitte der 70er Jahre die UFOlogie etwas im Abseits, neue Impulse fehlten und auch mit den UFO-Sichtungen war es nach dem Condon-Report zurückgegangen. Die neue Generation von UFO-Forschern rollte nochmals die Historie in einer Neubetrachtung und Neubewertung auf - überall platzten "Betonfälle" als Luftschlößer und Beweise gingen zuhauf flöten, die vorher als Basis der UFOlogie gedient hatten. Das Bild von der Vorstellung über außerirdische Welten war inzwischen auch revisioniert worden. Die Euphorie über ein von Leben wucherndes Weltall brach etwas zusammen und das Aliens ausgerechnet wie blonde Schönlinge mit blauen Augen ausschauen sollten, konnte kaum mehr aufrechterhalten werden, um die Massen mit solchen Seifenblasen für sich einzuvernehmen. Irgendwie wurden dann auch die Fliegenden Untertassen aus der Welt des Hollywood-Kinos überaltet.
Eine neue Zeit, eine neue Verlockung Und wieder war es Hollywood, welches für einen Anschub der UFO-Bewegung sorgte. Niemand anderes als das Wunderkind Steven Spielberg brachte 1977 den UFO-Spielfilm Unheimliche Begegnung der dritten Art ins Kino, eine Spielhandlung, "basierend auf authentischen Vorfällen" und unter Beratung von Allen J.Hynek, der fast 25 Jahre lang dem Pentagon in UFO-Fragen wissenschaftlich zur Seite gestanden hatte und nun ein lebendes Denkmal in Sachen UFOs geworden war. Wieder hatte ein Kino-Spektakel weltweiten Erfolg und wurde zum Superhit. Die Außerirdischen in diesem weltweiten Leinwand-Hit-Spektakel waren der Zeit angepaßt und von einem italienischen Designer erfunden worden - kleine Wesen mit großen Köpfen, großen Augen und langen Armen, der Prototyp der Aliens war aus einer Phantasie heraus geboren worden! Der Erfolg von Spielberg´s Aliens basierend schlichtweg auf einer simplen Tatsache: Im Gegensatz zum gleichnamigen E.T.-Film oder zu dem Monster aus Alien handelte es sich hierbei um einen Kosmos-Fremden, der glaubwürdig anzuschauen und auch wissenschaftlich als denkbare ET-Lebensform akzeptabel war. In heutigen Tagen ist Spielberg´s kleiner Grauer der Archetyp des Außerirdischen schlichtweg. Aber dieser Grey taucht in einer veränderten gesellschaftlichen Situation als Manifestation des Überirdischen auf: Nach Zusammenbruch der Sowjetunion kamen neue Probleme auf uns alle zu, die vielleicht mit dem schrecklichen Wort "Gen-Forschung" zahlreichen Menschen Frankenstein-Ängste entspringen lassen. Ich denke, dass dies jedoch nicht allein und isoliert betrachtet werden darf, sondern grundlegende Veränderungen des Sozialverhaltens der Menschen in Wechselwirkung mit den nun auftretenden Belästigungen von Menschen durch Aliens stehen. Die Vergangenheit des UFO-Phänomens zeigt auf, dass diese Himmelswunder immer als Ausprägung des Zeitgeistes zu verstehen sind und niemals als isoliertes Phänomen neben der Weltbildvorstellung des Menschen auftritt.
Auf einmal schien alles anders zu sein: Fremde, genannt die Anderen, drangen in unsere "heile" Welt ein und nutzten Menschen für finstere Ziele und Absichten aus. Die UFOs dienten hierfür als Aufhänger, wurden aber dabei unbemerkt von so manchem UFOlogen in den Hintergrund gedrängt. Die Grauen brachten für so manchen Zeitgenossen das Grauen nach Hause, zumeist ins heimische Schlafzimmer, wo er oder sie von den Aliens heimgesucht werden. Natürlich war es einmal mehr das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wo eine neue Manie ausbrach und sie weltweit mittels der Kommunikationskanäle exportierte. Künstlerische Umsetzungen des neuen Aliens-Konzepts waren plötzlich überall zu sehen. Der Mensch fand neue Alptraumbilder, schließlich finden all diese "Entführungen" in Phasen des veränderten Bewußtseinszustandes statt. Was früher die nächtliche Angst vorm schwarzen Mann war, ist nun modernisiert als das Grauen vor den Grauen zurückgekehrt.
Zivilisations-historisch sind die Begegnungen mit den unheimlichen Wesen aus einer anderen Welt uralt. UFO-Freaks interpretieren dies natürlich als uraltes Eingreifen der Aliens in unser Geschick und bringen deswegen eine sogenannte Mimikry-Hypothese ins gefährliche Spiel um den Geisteszustand der Betroffenen. So manches vermeintliche Entführungs-Opfer fühlt sich durch seine unverkrafteten Erfahrungen in die Enge gedrängt und nahe des Wahnsinns, doch kaum jemand wird dies gerne zugestehen und sucht andere Lösungsansätze, um sich in eine Scheinwelt-Rationalität hinüberzuretten. Dies ist natürlich ganz sinnvoll, aber da tauchen "Kurpfuscher" auf, die wieder alles zerstören. Recht schnell besetzten die Führungshebel der heutigen ufologischen Auseinandersetzung newcomer, von denen man zuvor niemals etwas gehört hatte. Sie selbst waren bzw sind auf einem ideologischen Trip, aus diesem oder jenen bisher noch nicht aufgedeckten inneren Motiv. Wieder ist eine Generation von UFOlogen auf den Gang getreten, die Durchbrüche verspricht. Das "technische Mittel" der UFOlogen ist die Hypnose, mittels der sie vergrabene Erinnerungen aus dem Schlafgeschehen (!) freibrechen wollen, indem sie immer Gefahr laufen, bei solchen "Sitzungen" führende Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen, die im ufologischen Konzept der Öffentlichkeit stimmig sind - Variable sind natürlich möglich um einen neuen Kick zu liefern. Bereits 1968, als noch niemand von Entführungen im heutigen Sinne sprach, hatte der Psychologe Professor Dr.Mark W.Rhine vom medizinischen Center der Universität von Colorado vor der Hypnose gewarnt: "Personen, die nicht zwischen ihren Phantasien und Realitäten unterscheiden können, werden auch unter Hypnose nur noch mehr Phantasien preisgeben." Dennoch tut die ufologische Gefolgschaft so, als wäre die Hypnose soetwas wie "Der Stein der Weisen".
Es ist leider nicht so, dass die UFO-Entführung mitten unter uns am hellichten Tag geschieht. Ich will Ihnen einmal eine Vision dazu visualieren: Sie sind gerade um 11:30 h aus dem Münchner Hauptbahnhof gestiegen und da landet ein fremdes Raumschiff, um sich irgendeinen unschuldigen Passanten zu greifen und wieder mit ihm an Bord abzuziehen. Drei Stunden später findet man diesen armen Menschen irgendwo in Chile wieder auf, er ist ganz verwirrt und irgendwie hat man ihm die bewußte Erinnerung genommen. Dies wäre ideal für eine objektive Beweisführung, aber wieder einmal geht dieser Idealfall an den Realitäten vorbei. Dies ist sicherlich auch den UFOlogen klar, sodass sie auf andere "Beweismittel" ausweichen müßen - sogenannte Implantate, also "Sonden", die die Grauen den Menschen aus was für Gründen auch immer angeblich eingepflanzt haben. Neue Versprechungen und Verlockungen nach dem Beweis, den zwar die Öffentlichkeit fordert, aber für den wahren Gläubigen gar nicht notwendig ist. Bisher haben sich jedoch die wenigen "Fundstücke" als durchaus irdische Materialien herausgestellt, die auch aus ganz normalen Umständen in den Körper eingedrungen sein können.
Das Grauen vor den Grauen Nun komme ich zum Schluß meiner Ausführung als UFO-Sachverständiger und möchte erklären, weshalb ich mit den "Entführungen" so unglücklich bin. Diese Begegnungen mit dem Übernatürlichen (oder den Visionen davon) ist auch mit macherlei Phänomenen der Geisterscheinung begleitet so z.B. dem "Poltergeist", sodass mir dieser ganze Bereich eher ein Fall für die "Para"-Psychologie ist, jedenfalls solange, wie sie seriös das Übergewicht auf Psychologie legt. Dies soll nicht heißen, dass die "Opfer" dieser extremen Nahbegegnungen immer nur Fälle für den Psychologen oder Psychiater sind, gelegentlich sind sie auch Opfer ihrer überwuchernden Phantasien und Alpträume oder auch Scherzbolde und Betrüger - allesamt haben aber eines gemeinsam: Sie wehren sich mit Händen und Füßen und erklären ihre nächtlichen Begegnungen für Ereignisse der materiellen Realität. Für gefährlich sehe ich es jedenfalls an, wenn man den neuzeitlichen Fieberwahn-Visionen mit dem schwarzen Mann der Vergangenheits-Alpträume nun den Stempel aufdrückt, es seien außerirdische kleine Graue dafür verantwortlich.
Inzwischen haben sich weltweit sogenannte "Therapeuten" dieser Spezialität angenommen und versuchen das Feld abzuernten. Davor möchte ich die betroffenen Entführungs-Opfer nur warnen, da die Interessen zwischen beiden Parteien weit auseinandergehen. Der ängstliche "Betroffene" will sich eigentlich von seinen nächtlichen Ängsten lösen, die "Therapeuten" dagegen fördern bisher nur Alptraum-Inhalte bzw unbewußte Phantasien zutage und helfen den Opfern der UFO-Manie nicht darüber hinweg. Für meine Begriffe sollte der Psychiater seinen Patienten von den Ängsten der Nacht befreien, ihn heilen und nicht ihn noch durch die Förderung des Grauens vor den kleinen Grauen mehr in die Psychose hineinführen.
Somit habe ich keine Angst vor den kleinen Grauen, sondern vielmehr vor den vielen "Halbgöttern in Weiß", die meine Psyche verpfuschen könnten, indem sie mir einreden, dass da reale Aliens sind, die alles mit mir tun, was außerhalb meiner eigenen Kontrolle liegt. Es haben sich inzwischen sogar "Selbsthilfegruppen" von "Opfern" der Grauen unter Anleitung der Entführungs-Spezialisten organisiert, die in Gesprächstherapie machen und sich gegenseitig noch in ihrem Wahn bestärken. Auch hier bezweifle ich stark, ob damit wirklichen Betroffenen (in Herz, Seele und Verstand) geholfen ist. Nur so kann mir tatsächlich das Grauen vor den Grauen kommen. Externe LinksHypnose Frankfurt am Main |
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