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20.03.2007


    
England: Sind UFOs wirklich Erscheinungen am Ende unseres Wissens?

Weitere ´UFOs´ gesichtet - Seltsame Lichter am Himmel, immer mehr von ihnen

Am 19.März 2007 berichtete die ´Bridlington Today´ unter der Headline "More ´UFOs´ are spotted/Strange lights in the sky seem to be on the increase" von neuerlichen UFO-Aufregungen über der Großen Insel. Bevor wir uns darum kümmern, noch ein paar grundsätzliche Überlegungen: U.F.O. steht bekanntlich für unidentifiziertes fliegendes Objekt, also eine Erscheinung (am Himmel) die sich der/die Beobachter einfach in Natur und Herkunft nicht erklären kann/können. Gut. Aber sind damit diese U.F.O.-Erscheinungen auch am Ende unseres Wissens angesiedelt? Und was heißt da überhaupt ´unser´? 6 Milliarden Menschen können sich dieses oder jenes seltsam-wirkende Phänomen am Himmel, von einem oder ein paar Leutchen so eingestuft, ebenso nicht erklären? Falsche ufologisch in Umlauf gebrachte Begrifflichkeiten wie "unerklärbares" oder "unererklärliches" Flugobjekt für das U im U.F.O. sind dazu ausgerichtet, um genau dies annehmen zu lassen. Und dies dies fundamental falsch - genauso wie als psychologisches Ablenkungsmoment bewusst eingebracht! Sicher ist, dass die ganze ´ufologische Geschichte´ mit all ihrem Fallmaterial von einer ewig-langen Liste aus der Reihe "Pleiten, Pech und Pannen" begleitet wird. Will heißen, klipp und klar: Es ist eine Sache, wenn irgendein Zeuge etwas für ihn persönlich scheinbar Unerklärliches am Himmel ausmacht und als UFO meldet, aber es ist eine andere Geschichte, wenn angebliche "UFO-Forscher" (die angeblich das UFO-Meldephänomen untersuchen, um eine Erklärung hierfür zu finden) dann ebenso auf relativ banale IFOs hereinfallen, weil sie diese nicht kennen bzw sie nicht kennen wollen. Dies ist eine Schande, weil gerade auch die wirklichen UFO-Phänomen-Erforscher schlichtweg als Ausgangsbasis für ihre Tätigkeit haben müsssen: sich über die Vorgänge am Himmel auszukennen - und wie man sie als seltsame Phänomene missverstehen kann. Genau dies ist meistens leider keineswegs der Fall. Auch wenn man diesen Schwachpunkt gerne mit fein-gewählten Worten, Visitenkarten und netten Internet-Auftritten gerne übertünscht. Es ist nur eine große öffentliche IRREFÜHRUNG. Und von der lebt auch hauptsächlich der UFO-Mythos.

Zum aktuellen Fall, kurz zusammengefasst: Am Abend des 1.März 07 hatte David Hindle aus Bempton langsam dahinziehende Lichtbälle am Himmel gesehen und die Zeitung ´Free Press´ hatte vor kurzem darüber berichtet. Darauf meldeten sich weitere bei den Medien und berichteten ebenso bis zu sechs "brilliante rote Lichter", "gold-orangene Lichtpunkte" minutenlang am Himmel gesehen zu haben, die sich unabhängig voneinander in einer Art Kette bewegten. Begonnen hatte alles mit dem Auftauchen von ein paar Lichtern, die dann immer mehr wurden. Gemeinsam haben alle Beobachter in ihrer Ansicht zur Beobachtung: "It was really strange!" Wie bekannt wurde, haben auch schon andere Menschen zu anderen Zeiten "hell-rötliche, orangene Lichtkugeln" durch die Gegend fliegen gesehen, die sich genauso verhielten wie im aktuellen Fall. Die neueste Sichtung fand am 15.3.07 statt. Damit schloß die Zeitung, siehe http://www.bridlingtontoday.co.uk/V... . Und dies kann es ja keineswegs für einen ´investigativen´ Journalismus sein, schon gar nicht in unserem Internetzeitalter. Insbesondere auf Grund der letzten identischen Pseudo-UFO-Sichtungen der letzten Wochen und Monate in England, die alle identische Darstellungen beinhalten. Für clevere Reporter wäre es so gar kein Problem den Dingen hinter den "UFOs" auf den Grund zu kommen - und damit zu erkennen, was da wirklich los ist. Man wollte hier mal wieder "Akte X" spielen und die Leser unterhalten, anders kann es ja nicht sein, weil man sonst Unprofessionalität und/oder Dummheit für die Journalisten diagnostizieren müsste.

Natürlich waren auch hier mal wieder Miniatur-Heißluftballone unterwegs gewesen, die uns sicherlich weiterhin beschäftigen werden. So langweilig es eigentlich auch für die erfahrenen UFO-Fall-Untersucher hierzulande inzwischen ist. Während im britischen Königreich die entsprechenden ´UFO´-Sichtungen wegen der chinesischen Himmelslaternen geradezu explodieren, gehen ja längst die entsprechenden Meldezahlen von jenen IFOs hierzulande zurück, auch wenn die MHBs natürlich weiterhin über Old Germany unterwegs sind - aber die Leute sie als solche wohl erkennen. Praktisch identisch ist es ja mit den ´Spacecannons´, ´Skybeamer´ oder ´Skytrackern´ an Großveranstaltungsorten wie Discos. Als jene Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre eingeführt wurden und ihren Markt erreichten, platzen ja die UFO-Meldungen diesbezüglich geradezu wie aus dem Nichts über uns herein. Heutzutage gibt es wohl derartige Lichteffektgeräte wie nie zuvor in unserem Land, aber praktisch nahe Null (oder eher selten) UFO-Berichte deswegen. Die Leute haben sich also daran gewöhnt - und, weitaus entscheidender, sie wissen jetzt um die Natur dieser Projektionen am Himmel. Ausnahmen bestätigen die Regel. Wissen oder Nichtwissen, um das was am Himmel zu sehen ist, dies ist hier eindeutig klar die Frage der jeweiligen Zeit. Daher nochmals zur Erinnerung: Mit "UFOs am Ende unseres Wissens" ist es also immer eine ganz und gar besonders zu überdenkende Frage.

Wie schaut darüber hinaus die "UFO-Entwicklung" in England aus? Insbesondere nach der Freigabe der ehemals ´geheimen´ UFO-Akten und nach dem merkwürdig zustande gekommenen Project Condign-Report. Siehe hierzu: http://www.uk-ufo.org/condign/ und einen Artikel vom 22.Februar 07 im ´The Guardian´: http://www.guardian.co.uk/science/s... . UK-Parlamentsmitglied (MP) Norman Baker aus Lewes in Sussex stellte auf Bitte von David Clarke schriftlich am 14.März 07 der britischen Regierung aka deren MoD über das House of Commons betreffs dem genannten Projekt Fragen, siehe hier: http://www.publications.parliament.... . Baker wollte als Kritiker der englischen Freedom of Information Act (FOIA) (1) wissen, wie lange es überhaupt dauerte den genannten Bericht zu erstellen, wer dessen Autor ist, was dessen Qualifikation dafür überhaupt war, was das Projekt kostete, an wen genau der Bericht dann ging und welche Aktionen hinsichtlich der Ratschläge des Berichts unternommen wurden. Dies war spannend, weil die FOIA neben der ´Data Protection Act´ (DPA) gleichberechtigt steht.

(1) = In den USA feiert die FOIA in diesem Jahr 40 Jahre Bestand und kam nach dem Watergate-Skandal in der Präsidentschaft von Lyndon Johnson am dem 4.Juli 1966 zur Wirkung. Ursprünglich gedacht, um Journalisten Regierungs-Unterlagen verfügbar zu machen, die mehr darüber erfahren wollten, was in der Regierung so vor sich ging.

Nebenbei: Der aktuelle Vor-Ort-Zugriff auf die alten Unterlagen des britischen Defence Intelligence Staff (also auch damit zu Teilen seiner UFO-Akten) im Nationalarchiv von Kew ist derzeit nicht möglich. Hintergrund: Die alten Gebäudeteile sind asbestverseucht und damit bis zur Renovierung aus gesundheitlichen Gründen nicht zugänglich, inklusive der Unterlagen. Es wird wohl sechs Monate dauern, bis die Asbest-Kondaminationsschäden behoben sind. Dies ist das ganze ´Geheimnis´ und hat mit ´Regierungsvertuschungen´ nichts zu tun, einfach allein schon aus dem Grund heraus, weil das aufliegende Material seit Jahren bereits ausliegt - und darüber hinaus eh kaum jemand interessierte. Ganz zu schweigen die ufologischen Verschwörungs-Spinner, die mit praktischer UFO-Phänomen-Erforschung überhaupt nichts am Hut haben und nur dumme Sprüche machen. Aber im UFO-Feld war es schon immer so. Bevor das Material freigegeben wird, zerreißt man sich überall das Maul über all "die verborgenen Geheimnisse" und verlangt "im Namen der Menschheit" dessen Freigabe. Wird das Material dann zur Verfügung gestellt, wird es wie der älteste Fisch auf dem Markt behandelt. Allein dies beweist den grundsätzlichen Mangel an Ernsthaftigkeit in der Szene.

Externe Links

http://www.bridlingtontoday.co.uk/ViewArticle2.aspx?SectionID=803&ArticleID=2118185
http://www.uk-ufo.org/condign/
http://www.guardian.co.uk/science/story/0,,2018675,00.html
http://www.publications.parliament.uk/pa/cm200607/cmordbk2/70319o01.htm

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