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23.06.2007 |
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Auf ein Wort: Zum dpa-Beitrag betreffs 60 Jahre UFOsIm Bild 1952: Das Rätsel des Salem-´UFO´-Fotos ist keines und was dahinter steckt war binnen Tagen bekannt
Die Meldung schlug fast wie eine ´Bombe in der Medienwelt´ ein und wurde zur Hitmeldung in Sachen UFOs - allgemein. Man kann es nüchtern sehen: die ddp-Meldung zum ´himmlischen UFO-Duo´ (alias dem Raumfahrt-Tandem ISS/Atlantis) von Dienstagabend war gleichauf wenig stark verbreitet wie die AFP-Nachricht über ´UFOs im Ruhestand´. Gehen Sie auf die deutschen Google-News oder Paperball.de und geben Sie als Suchbegriffe ´UFO´ und dann nochmals ´UFOs´ ein - und schon sehen Sie, wie es mit den Aufgriffsverältnismäßigkeiten in der Medienwelt dazu jeweils steht. Die Folge am Samstag, den 23.6.07: Ab Schlag 9 h meldeten sich clevere Radiojournalisten, die Interviews in Konserve für den anstehenden Sonntag als den ´Stichtag´ aufzunehmen gedachten.
Salem, 1952. Für das verwendete Agenturbild kann ich jetzt gar nichts - es wird einfach traditionsgemäß verwendet und ist in vielen Feature-Artikel zum Thema gedankenlos im Einsatz - seit Jahrzehnten und weltweit. Neben der Adamski-´Untertasse´ vielleicht das meistveröffentliche UFO-Bild aller Zeiten. Ein UFO-Bildmythos für sich - und an der Geschichte zum Bild nicht viel dran, eigentlich gar nichts. Und auch für diese dpa-Meldung wurde nicht das originale VOLLbild verwendet, sondern nur das kurisierende Ausschnittsfoto. Soweit ich weiß, wurde das Vollbild sehr selten gezeigt. Erstmals übrigens hierzulande in der Zeitschrift ´Revue´ Nr.1/1954 für den großen Untertassen-Übersichtsartikel "Fliegende Untertassen sind gelandet!". Die ´Revue´ stellte damals auf fast Din-a-4-Format das Salem-Küstenschutz-Foto im Vollbild vor, an welchem man am linken Rand den Fensterrahmen und den Fensterknauf sehen kann, wodurch sich verrät, dass die Aufnahme dieser versetzten Leucht-UFO-Formation durchs geschloßene Fenster gemacht wurde. Auch wenn hier dies Foto als "sensationeller Schnappschuß" von "zweifelsohne vier Fliegenden Untertassen" verkauft wurde, ist es dennoch eine der ganze wenigen Vollformat-Aufnahmen, die wir je sahen. Schon bei der Erstmeldung zur Salem-Geschichte war nur der Teilausschnitt gezeigt worden, den wir alle kennen:
> "Sind das "Fliegende Untertassen?" hieß es am 5.August 1952 in der ´Abendpost´: Während die amerikanische Luftwaffe am 1.August 1952 aus allen Teilen des Landes mit Berichten über "unbekannte Lufterscheinungen" überschwemmt wurde, gab die amerikanische Küstenwache in Washington dieses Foto zur Veröffentlichung frei. In dem offiziellen Text zu dem Bilde heißt es, dass es am 16.Juli 1952 von dem Seemann Shell Alpert durch die Fensterscheibe seines Fotolabors in Salem aufgenommen wurde. Alpert sah plötzlich am Himmel mehrere hellglänzende Lichter, griff zur Kamera und machte diese Aufnahme. - Das Bild ist allem Anschein nach echt. Trotzdem dürfte es sich nicht um "Fliegende Untertassen" handeln, sondern um meteorologische Erscheinungen: linsenförmige Kaltluftpfropfen in warmer Luft, die, ähnlich wie Glaslinsen, das Sonnenlicht spiegeln.<
Alpert´s Foto ging um den Globus damals, vorgestellt als "amtliches Küstenschutz-Foto". Kein Wunder in Folge der "Radar-UFOs" vom Washington National Airport. Ein Ereignis, was vor bald 55 Jahren Headlines noch und nöcher produzierte und als UFO-Einzelereignis vielen Menschen in Erinnerung ist. Doch: Der Fall um das geheimnisvolle Salem-Foto war schnell aufgeklärt. Wie Sie wissen engagierte das Pentagon damals von Wright-Patterson AFB aus das ´Projekt Blaubuch´, um Fliegende Untertassen-Berichte zu überprüfen. So war es auch bald nach Veröffentlichung jener Aufnahme geschehen und als USAF-Vertreter ins Büro des Coast Guard-Manns kamen, stachen ihnen sofort die Untertassen ins Auge - sie waren immer noch da. Zwar nicht vor dem Haus und über dem dahvorliegenden Hof mit Parkplätzen, sondern sie hingen als Lampen von der Decke und wenn man deren Schalter anknippste, reflektierte sich das Licht jener Lampen im Fenster - um somit die glühenden UFOs wiedererscheinen zu lassen. Das wurde auch sofort durch die USAF bzw deren Pressedienst bekannt gemacht (und Alpert´s übrigens versetzt). Doch wie dies sehr oft in Sachen Erklärung von UFO-Meldungen ist - diese werden zwar ausgegeben, werden aber kaum aufgegriffen und verschwinden im ´black hole´ der Medien. Deswegen können Legenden existieren - schon wieder das Medienproblem als Basis des Mythos.
Im Fall Salem kennen wir die Wahrheit seit über 20 Jahren (und hatten sie auch im CENAP REPORT , da wir - um die Gegenwart des UFO-Phänomens zu verstehen - von Anfang auch daraus aus waren, die Historie der >Fliegenden Untertassen< kennenzulernen. Und zwar durch echte UFO-Phänomen-Untersucher und keine UFOlogie-Promoter, die den Menschen nur Märchen erzählen wollen, um der gewünschten Fanfiction gerecht zu werden. Bei meinen öffentlichen Vorträgen an astronomischen Einrichtungen oder Bildungsstätten habe ich den Vorfall immer erklärt. Ebenso in der legendären ZDF-Fernsehsendung "So ein Zoff!" vom Frühsommer 1986, als ich dort als "UFO-Zweifler mit dem Obelix-Gemüt" (so die Pressekritik der ´Mainzer Allgemeinen Zeitung´) in einem Rededuell mit einem einst bekannten UFO-Promoter antrat - übrigens mein erster TV-Auftritt. Da saßen wir uns nun "wie gereizte Kettenhunde" (so die ´Abendpost-Nachtausgabe´) gegenüber und Günther Jauch als Moderator (in seiner ersten großen TV-Moderation) dazwischen. Hier lernte ich den jungen UFO-Newcomer besonders kennen - als "Meister der Rhetorik" und Schönfärber. Ich hatte als Einspieler einen Tageslicht-Boliden-Film vom August 1972 aus den Rocky Mountains mitgebracht, weil diese Erscheinung einen Hub von UFO-Meldungen seinerzeits ausgelöst hatte. Ich erklärte was das Phänomen ist und was auch jeder sehen konnte. Doch der UFO-Vertreter erklärte, dass der Film ersteinmal "wissenschaftlich untersucht werden müße" bevor man ein abschließendes Urteil fällen könne. Die berühmten McMinnville-Fotos (die auch gerne als Fliegenden Untertassen-Klassiker in Feature-Beiträgen Verwendung finden und Schwindel sind - geben Sie einfach auf dem CENAP-Newsticker oben im Suchfeld McMinnville ein!) nannte er "Aufnahmen, von der ich hundertprozentig erklären kann, hier hat niemand geschwindelt". Weshalb er so sicher war blieb offen. Während ich den nächsten klassischen UFO-Fotofall Salem als das vorstellte, was er darstellt (Reflexionen von Bürolampen im Fenster wie Blaubuch alsbald an Ort selbst feststellte!), behauptete jener UFO-Freund außer sich und log keck, dass dies nicht stimme und "von Blue Book als authentisch" eingestuft worden sei und (Freud´scher Versprecher) "die amerikanische Luftwaffe hat doch keine Fachidioten beschäftigt". Und dann noch der Foto-Fall Monguzzi, den der UFOlogie-Promoter als "umstritten" bezeichnete, während die Aufnahmeserie einer >Fliegenden Untertassen<-Landung nebst ausgestiegenem Raumfahrer schon seit über dreißig Jahren als Schwindel bekannt war - eben weil der Spaßvogel Monguzzi dies selbst damals schon zugestanden hatte (aber dies mal wieder im Medienloch verschwand). Kurz gesagt sei daher die ´Abendzeitun´g in ihrer Fernseh-Kritik nochmals erwähnt: "...der schneidig von oben herab giftelnde UFO-Forscher, der seine Fliegenden Untertassen nicht madig machen ließ: Wer weiß, ob er nicht ein verkleidetes grünen Männchen war." Der Ausgewogenheit wegen sei auch die TV-Kritik der ´Mainzer Allgemeinen Zeitung´ ausgeführt: "Nur der UFO-Zweifler mit dem Obelix-Gemüt und seiner schlagfertigen Argumentationsweise fiel angenehm auf. Er überzeugte auch das Publikum." Dies verschlug dann auch dem redseligen UFO-Vertreter die Sprache... - seitdem mochte er mich einfach nicht mehr. |
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