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08.02.1999 |
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Aktuelle TV-KritikEin "außerirdischer" Bulle von Tölz, Bad Tölz Sat1 ließ in der gleichnamigen Krimiserie den Bullen Ottfried Fischer am Sonntagabend, den 7.Februar 1999, gegen "außerirdische" Einflüße antreten und 4,95 Millionen (13,7 % Marktanteil) schauten ihm zu, als es um den Krimi Tod aus dem All ging. Satirliches war angesagt, augenöffnend! Ausgehend von Designer-Drogen (plus Alk) angemachten UFO-Sepp wird an einer Stonehenge-ähnlichen Kultstätte in Tölz eine UFO-/New Age-/Esoterik-Autorin gemeuchelt aufgefunden. Skrupellose Journalisten, naive UFO-Anhänger, geschäftstüchtige "UFO-Autoritäten" und der ganze Wahnwitz darum wurden beispielsartig überzogen auf die Showbühne des bayerischen Outback projiziert. Dort also, wo normaler Weise die größten UFO-Storys abgehen. Klasse gemacht! Kommissar Benno (alias der Bulle) grantelte in übertriebener Werner Walter`sche Art und Weise (WW ist übrigens um einige Kilos dünner!) über die ganze Eso-UFOlogie und gibt vernichtendende Kommentare als Krimi-Kommissar der pragmatischen Art über den ganzen "UFO-Wahnsinn" ab - einfach köstlich. Die Sendung war ein Mischmasch der gut dazu diente, der UFOlogie einen Glaubwürdigkeitsschlag zu geben und manche satirliche Elemente wie die Gleichsetzung von Kommissar Benno´s Mutter der UFOlogen mit "Wissenschaftlern" vom Schlag der Urologen war köstlich. Dennoch, das Geschäft zählt! Egal ob Marien-Wunder oder UFO-Erscheinung, jeder versucht daraus für sich das Beste zu machen - und egal auch, ob echt oder falsch, alles wird unternommen, um die Gläubigen zu bedienen.
Der Gag schlußendlich lag bei einem verrückten "Professor", der sich als Außerirdischer verstand und mit einer nadelverschießenden Hochgeschwindigkeitswaffe für den Mord ganz banal abgedreht für den Mord verantwortlich war. Aber auch hier satirliches: Der UFO-Forscher Eisner, der in seiner Freizeit den außerirdischen Geheimnissen nachspürte, war im beruflichen Alltagsleben eine Führungsfigur bei der Deutschen Aerospace (DASA) und dort als "Physiker" tätig. Eine ähnliche Position als "Elite-UFOloge" hängt gerne Herr I.von Ludwiger von MUFON-CES heraus, dies ist unleugbar! Der Seitenwink ist deutlich und kann kein Zufall beim Drehbuchreiber sein. Dazu gibt es genug andere aus der Realität herübergezogene "Aufhänger". Als ob der totalen UFO-Verwirrung in Bad Tölz schließlich eine "UFO-Konferenz" dort opportunistisch organisiert wird, stehen zwei UFOloginnen an einem Buchtisch. Hierbei holt eine der beiden Frauen ein Taschenbuch hervor. Es handelt sich um (ausgerechnet!) die Goldmann-Version von WW´s "UFOs: Die Wahrheit"! Die eine UFOlogin erklärt diesbezüglich: "Das hier. Das ist für den Einstieg ideal! Es ist unheimlich kompetent geschrieben und trotzdem allgemein nachvollziehbar. Allgemein verständlich - ich würde das nehmen!". Eine derartige Auszeichnung ist geradezu wunderbar, wenn auch verblüffend ob des Umfelds. Dies zeigt nur, daß der Drehbuchautor sich schon eingermaßen gut eingearbeitet hatte.
Einzig und allein den Freiburger Parapsychologen wird es nicht gefallen haben, weil man in den Fernsehfilm eine Vertreterin des Freiburger Instituts einbaute, die sich hier als UFO- und UFO-Entführungs-Expertin vorstellte, die scheinbar im höheren Auftrag unterwegs war und sofort behördliche Unterstützung in Bad Tölz erfuhr und gleich auch einen Freund an Ort hatte, der in der Materialprüfung ein Experte ist. Andererseits muß auch gesagt werden, daß damit Freiburg bescheinigt bekam, in der Öffentlichkeit zumindest einen Ruf zu besitzen. Immer noch besser als ehemals Nina Hagen im ARD-Tatort Tod im All vom 12.Januar 1997 als UFO-Forscherin vorgesetzt zu bekommen. |
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