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21.11.1999


    
Bemerkenswerte Aufnahme aus dem Orbit

Seltsames Satellitenbild abgefangen

Bereits einige Male haben wir über "UFO"-Aufnahmen durch im Raum stationierte Satelliten berichtet. Am 12.November 1999 bekamen wir von GEP-Mitglied und unserem langjährigen Bekannten Josef Garcia aus der Burda-Hochburg Offenburg folgende Email:

"Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit dem Empfang von Wettersatelliten. Besonders interessiere ich mich für die polumlaufente amerikanische Noaa-Flotte und die russischen Meteor- und Resurs/Okean/Sich-Satelliten. Am 1.November 1999 habe ich folgende Aufnahme vom russischen Resurs-0 auf Kanal 0.8 -1.1 empfangen. Achten Sie bitte auf die drei leuchtenden Punkte über Sizilien, Italien. Ich betreibe dieses Hobby schon seit mehr als 10 Jahre, aber für dieses `Phänomen` habe ich keine so rechte Erklärung, darum wende ich mich an Sie. Vorschläge: Könnte es sich dabei um eine `seltene` Wolkenformation handeln (evt. eine Laune der Natur)? Zum Zeitpunkt war, wenn ich mich nicht täusche der Vulkan Ätna aktiv. Ist es möglich, dass Gase aus dem Vulkan für dieses Phänomen verantwortlich waren? Eine Reflektion (Eispartikel) an der Kameralinse? Bei dieser Aufnahme stand die Sonne östlich. Oder haben Sie dafür eine andere Erklärung?

Hier die genauen Angaben über den Überflug und meine Empfangs-Hard/Software. Empfangsort: 77948 Friesenheim; Latitude: 48, Longitude: -8, ca 200 Meter über MM und freie Sicht nach Westen, Süden und Norden. Satellit: Resurs-0. Frequenz: 137.85 MHz. Datum: 1.11.1999. Zeit: 11:28:46 h, deutsche Uhrzeit. Überflug: von Nord nach Süd. Az.: 17.32°, El.: 16.81°., Lat.: 62.26° Nord, Long.: 17.69° Ost. Empfangsdauer beim Überflug von Resurs-0: 16 Min. 48 Sec. Höhe des Satelliten: ca 1100 km. Empfänger: Wraase WRX-137 (Frequenzen: 137.300, 137.400, 137.500, 137.620 und 137.850 MHz). VHF-Antenne: Kreuzdipol KD-137 mit rauscharmen 137 MHz-Vorverstärker. Kabel: 8 Meter RG-50 Koaxkabel/50 ‡. Software: PROsat for Windows Version 2.11a von Timestep. Die Keplerdaten sind vom 14.10.1999 von der NASA-Homepage. Wenn Sie wollen, können Sie sich die beschriebene Hard- und Software auf der Webseite www.wraase.de anschauen."

Am 12.November 1999 wurde der Fall dann offiziell als GEP-UFO-Meldung 1999 11 01 A ins CENAP-Internet-Forum vorgebracht. Am 13.November 1999 verschickte ich den Bericht nebst Bild an diverse VdS-Leute, um deren Meinung einzuholen bzw sie zu bitten, das Bildmaterial einmal erfahrenen Satelliten-Bilder-Spezialisten weiterzureichen. Peter Wright vom VdS-Fachbereich Radioastronomie (Herausgeber des The European Bit, dem Newsletter des European Radio Astronomy Club mit Sitz und `Außenstation` in Mannheim) nahm sich der Sache als Erster an und schickte uns hierzu einen Text, den Christian Sommerer übersetzte. Aufgrund der "Tatsache, dass die Überlappung der Graustufen in einigen Bereichen des Bildes nicht gleichförmig ist, bedeutet dies, dass dieses Bild mit 100-1074012056ger Sicherheit ein Scherz ist". Wright ging davon aus, dass entweder eine Manipulation auf dem Ausdruck per Hand vorgenommen wurde (was wir aufgrund der Quelle aber nicht glauben) oder über eine professionelle MUFAX- oder HELFAX-Wetterfax-Maschine das Bild hereinkam, bei denen solche Fehler bekannt sind. Mittels dieser Geräte sind sehr gute Bilder zu empfangen, noch bessere Ausdrucke erzielte man übrigens mit "Aircom Plus"- oder "RG213U"-Koaxkabeln. Doch das uns bekanntgewordene Wettersatelliten-Bild ist keines welches via Wetterfax-Maschine ausgedruckt wurde, sondern Ergebnis einer nachbearbeiteten elektronische Bilddatei.

Wie Josef Garcia ausführte nimmt der Empfänger das herabgesendete Bildsignal von etwa 5 MB Größe (inklusive Störungen, d.h. Signalrauschen, welches immer kurz vor dem Aufgang und kurz vor dem Untergang des Satelliten hinter der Erdkrümmung entsteht) auf und der User sucht sich aus diesem Bild den für ihn interessanten Bereich heraus, schneidet ihn heraus und wie im aktuellen Fall hellt das Bild mit Bildbearbeitungssoftware auf. Dies ist im Winter notwendig, weil die Sonne viel tiefer als im Sommer steht (wo solche Nachbearbeitungen zur Aufhellung nicht notwendig sind, da dann die Aufnahmen von Natur aus viel heller ausfallen). Danach ist das gebräuchliche Bild nurmehr ca 1,8 MB dick. Der Rest wird bei dieser Prozedur gelöscht, sodass Garcia das Vollbild nicht mehr besitzt. Nun ist die Frage zwecks Datenübertragungs-Fehler aufgekommen, sodass Garcia sich versuchte über russische Kollegen eine Zweitaufnahme bzw das "Original" des hier behandelten Fotos zu bekommen. Eine Unsicherheit bestand auch darüber, ob Resurs-0 nun wirklich live seine Daten runterschickt, oder ob die Originalaufnahme erst von einer Bodenstation empfangen und dann neu versendet worden ist. Viele Wettersatelliten-Bilder gehen nämlich genau diesen Weg und sind sozusagen nicht "live". Dazu zählt auch der alte Metosat der geostationär in 36.000 km Höhe hängt und seine Europabilder z.B. für die Tagesschau erst zu einer Bodenstation schickt, bei der die Ländergrenzen eingezeichnet werden um dann von dort aus wieder hochgeschickt und endgültig bei den Empfängern anzukommen. So kann es vorkommen, dass die Radioamateure nachbearbeitete Bilder bekommen von denen sie denken, sie seien ihnen live zugespielt worden, aber in Wirklichkeit können sie schon 48 Stunden alt sein.

Resurs-0 ist ein "Polumfliegender" der in Deutschland nur zwischen 11:30 und 12 h zu empfangen ist und dies bedeutet ebenso, dass er in der Regel nur einmal die selbe Gegend überfliegt, weswegen es kein Vergleichsbild gibt. Hinzu kommt, dass die russischen Satelliten sehr unregelmäßig senden - aus Geldmangel der Betreiber und weil das Gerät nur unregelmäßig sendet, wenden sich die meisten Interessenten den amerikanischen Wettersatelliten der NOAA-Baureihe zu und beachten Resurs-0 kaum oder gar nicht, auch wenn der Resurs-0 Bilder liefert, die schon für die Spionage geeignet sind. Unser Kollege hat seit drei Monaten eine ganz neue Empfangsanlage von der Firma Wraase in Betrieb, hiermit kann er ohne eigenes Zutun alle Bilder von amerikanischen und russischen Satelliten empfangen: "In der Regel läuft das so ab, dass ich morgens vor dem Weg ins Büro die Anlage scharf stelle und am selben Abend mit gemütliche die empfangenen Bilder auf dem PC anschaue. Pro Tag kommen so ca 80-100 MB an Bilddaten bei mir an. Andere Radioamateure die dieses neue Gerät noch nicht haben können sich nur zwischen amerikanischen oder russischen Satelliten entscheiden und dann nur einen empfangen." Garcia hatte am Wochenende des 13./14.November 1999 mit Radioamateuren diskutiert, die sein Hobby teilen und hierbei war die allgemeine Überzeugung, dass die Erscheinung eine Sonnenreflektion an der Kameralinse ist, etwaig erzeugt durch bewegliche Sonnenreflektoren am Boden des Überfluggebietes. Leider hat sich bisher kein Amateur gefunden, der am betreffenden Tag den Resurs-0 `abgezapft` hatte. Peter Wakelin aus England, der in der "Wettersatelliten-Abzapfer-Szene" einer der großen Experten Europas ist, bekam das Bild übermittelt. Eine Sonnen-Reflektion vom Mittelmeer kommend schloß er aber aus, da dafür der Winkel des Satelliten nicht stimmt und er schräg im Raum positioniert ist. Dafür aber überlegte er, ob nicht eine Sonnenlichteinspiegelung als Reflexion von einem Satellitenteil in das optische System stattgefunden haben könnte, "ich habe bisher soetwas jedenfalls noch nicht gesehen".


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