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08.11.1999 |
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Die Wahrheit über die Bundeswehr-UFOsSeit 12 Jahren ohne Abfangjagd von Sascha Schomacker
Auf mein Interesse hin, wann die Bundeswehr die letzte Abfangjagd zur Sicherung des deutschen Luftraumes durchführte, worunter natürlich auch angebliche UFO-Verfolgungsjagden gehören würden, landete ich beim Jagdgeschwader 71 "Richthofen" im ostfrisischen Wittmund. Wie mir dort durch ein Offizier des Öffentlichkeiutsreferats mitgeteilt wurde, war es am Dienstag, den 26.Mai 1987, um 13:37 h geschehen, dass zwei F-4 Phantom II der Bundesluftwaffe aufgestiegen und einen sowjetischen Langstreckenbomber vom Typ Tupolev Tu 20 vor der deutschen Nordseeküste abfingen und in die Heimat zurückschicken mußten.
Der "Einflug" des Tupolev-Langstreckenbombers sei dabei überraschend gewesen. Er sei in sehr großer Höhe unerwartet von der Ostsee aus nach Deutschland eingeflogen, berichtete mir der Bundeswehr-Offizier. Die dänischen Abfangjäger F-16 hätten nicht mehr reagieren können, da mußten die deutschen Jäger als letzte Bastion dienen. Nach Auftauchen der Bundeswehrabfangjäger und angedrohtem Abschuß drehte der Langstreckenbomber dann ab. Die deutschen Piloten, so das Öffentlichkeitsreferat, haben nach der Landung zur "schweißgebadet" das Cockpit wieder verlassen können. Gemäß des Öffentlichkeitssprechers, sei dies nicht nur die letzte militärische Abfangjagd der Bundeswehr gewesen, sondern auch mit die letzte militärische Konfrontation des Kalten Krieges. Der Offizier erklärte: "Früher haben die Sowjets öfter mal gewagt, die Wachsamkeit des westlichen Bündniesses zu testen, ehe sie dann plötzlich aufhörten. Die russischen Großraumbomber rosteten damals schon vor sich hin, die kostspielige Wartung und der teure Treibstoff haben die Sowjets von weiteren Konfrontationen abgehalten."
Die Bundeswehr hat demnach seit 12 Jahren keine bemerkenswerte Luftraumverletzung durch militärische Feindflugzeuge hinnehmen müssen; die Luftverteidigung unseres Landes hat seit dieser Zeit also keine aufsehenerregenden zwischenfälle erfahren. Vor diesem Hintergrund erscheint es dem Autor sehr fraglich, ob die z.B. von einem Düsseldorfer UFO-Autoren behaupteten angeblichen "UFO-Verfolgungsjagden" der Bundeswehr aus den 70er und 90er Jahren jemals stattgefunden haben. Der umstrittene Düsseldorfer UFOlogie Michael Hesemann berichtete nämlich in diversen Publikationen, dass die Bundeswehr bereits mehrmals Kontakt mit außerirdischen Wesen gehabt habe. So sei am 19.September 1979 über Keltern-Weiler, Baden-Württemberg, ein deutscher Phantom-Düsenjäger von einem UFO verfolgt worden. Eine süddeutsche Familie habe durch Zufall ein Foto geschossen, auf dem das UFO-Manöver zu sehen ist. Imw eiteren, so der Düsseldorfer, habe sich im Frühjahr 1990 die Bundeswehr an einer internationalen UFO-Abfangjagd auf Grund der "großen UFO-Welle" über Belgien beteiligt (beides iMagazin 2000, Nr.109). Während der UFOloge für diese Behauptungen keine Quellen nennt, behauptet er, von einem Mitglied des Europäischen Parlaments erfahren zu haben, dass am 5.11.1994 über der Nordsee zwei deutsche Jagdbomber von zwei blauen UFOs angegriffen wurden (Hesemann. "UFOs über Deutschland", S.22 und Leserbrief im Journal für UFO-Forschung Nr.117). Außerdem sei die Bundesluftwaffe am 2.2.1993 hysterisch geworden, meint Hesemann, weil sie gleich mit zwei (!) Geschwadern in der düddeutschen Region Bayreuth-Plating unbekannte Radarerscheinungen abzufangen versuchte ("UFOs über Deutschland", S.35).
Der Autor glaubt jedoch nicht an die Authenzität dieser Fälle und hält sie für erlogen oder als durch banale Manöver erklärbar. Der Verfasser hat sich nämlich bereits vor Jahren die Mühe gemacht, die Jagdgeschwader der Bundeswehr nach UFO-Erfahrungen anzufragen. Dabei wurde deutlich, dass innerhalb der deutschen Streitkräfte sehr offen über dieses Thema gesprochen und auch gerne diskutiert wird. Behauptungen oder Gerüchte, die Bundeswehr würde versuchen, zu schweigen oder zu vertuschen, sind für den Autor nicht nachzuvollziehen. So z.B. teilte der Kommandeur des Jahdbombergeschwaders 34 in Memmingen, ein Oberstleutnant Schneider, dem Autor schon im März 1997 mit, dass er persönliche Besuche von außerirdischen Wesen für durchaus denkbar hält. Er habe sogar sein Boden- und Flieger-Personal nach entsprechenden Erfahrungen gefragt. Dabei hat er erwartungsgemäß nur Absagen erhalten, fügt jedoch in einem Schreiben aufrichtig hinzu: "Das sagt aber nichts darüber aus, ob es solche Phänomene nicht doch gibt" (Schreiben vom 20.3.1997). Oberstleutnant Holger Kamm vom Jagdgeschwader 73 in Mecklenburg-Vorpommern teilte dem Autor gleich ehrlich mit, dass der Bundeswehr UFO-Erscheinungen über der Insel Rügen aus der Presse bekannt seien und man selbst in diese Richtung nachforschte. Jedoch würden die entsprechenden Radaranlagen keine unidentifizierten Erscheinungen registriert haben. Wie sich erst Mitte der 90er Jahre herausstellte, handelte es sich bei diesen Erscheinungen um Zielimitatmunition für Schiffsgeschütze, so dass Radarerscheinungen seitens der Bundeswehr ohnehin nicht möglich gewesen wären.
Angesichts dieser Offenheit liegt nach Meinung des Autors nahe, dass vermeintliche "UFO-Kontakte" der Bundeswehr lediglich der Phantasie diverser Autoren entsprungen sind. Zumindest steht für ihn fest, dass bis heute keine Beweise oder zwingende Indizien vorliegen, an angebliche UFO-Kontakte der Bundeswehr zu glauben. Es ist eher zu empfehlen, entsprechende Behauptungen sorgfältig zu prüfen, um Scharlatanerie entgegenzuwirken.
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