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10.05.2000


    
"UFO" im Zeitschriftenhandel zu erwerben

Neue Welle von Beobachtungen "Fliegender Zigarren"?

Ab sofort gibt es im Zeitschriftenhandel ein "UFO" für knapp 5 DM zu erben. Die Kinder- und Jugendillustrierte YPS legt ein besonderes "Spaßspielzeug" für seine Leserschaft bei: Das sogenannte "Solar-UFO", eine Art von kleinem Heißluftballon bestehend aus einer superdünnen schwarzen Kunststofffolie, deren Innenraum durch Sonneneinstrahlung bis auf 3 Meter Länge und 60 Zentimeter Durchmesser aufgepumpt wird. Bei diesem "Bombenwetter" zur Zeit das ideale Experimentalspielzeug, welches im prallen Zustand als schwarze, mattglänzende "Fliegende Zigarre" am Tageshimmel umherschweben kann.

Hier Beispiele für UFO-Alarme ob dieses Kinderspielzeugs aus der Vergangenheit:

"UFO" sorgte für große Aufregung kam es via dpa aus Stuttgart/Weinstadt und der Mannheimer Morgen vom 21.Mai 1981 berichtete: Für große Aufregung unter der Bevölkerung und unter der Polizei hat ein unbekanntes Flugobjekt (UFO) bei Weinstadt (Rems-Murr-Kreis) gesorgt. Zahlreiche Menschen bei Weinstadt riefen die Polizei an und erklärten, ein UFO bewege sich auf Stuttgart zu. Auch eine Streifenbesatzung verfiel, wie die Polizei Stuttgart mitteilte, diesem Irrtum und alarmierte ihrerseits einen Polizeihubschrauber. Nachdem auch dieser keine Klärung bringen konnte, wurde über die Medien ein Aufruf verbreitet. Des Rätsels Lösung: Zwei zwölfjährige Schüler hatten einen sogenannten "Gespensterballon mit Solarbetrieb" von drei Meter Länge aufsteigen lassen. Nachdem sie ihn mit Warmluft gefüllt hatten, war die etwa 40 Meter lange Schnur gerissen.

¸ Obiger Vorfall zeigt bemerkenswert auf, wie schwierig es ist einen kleinen langsam dahintreibenden und vom Wind getragen Gegenstand wie ein Ballon mittels eines Hubschraubers (oder gar mit einem noch viel schneller fliegenden Flugzeug) ´abzufangen´ bzw zu erkennen um was es sich wirklich handelt, da die Verweildauer in der ´Nähe´ eines solchen Objektes aufgrund der weitaus höheren Mindestgeschwindigkeit des Fluggeräts sehr gering ist und man nur einen Augenblick hinschauen kann ehe man die betreffende Zone bereits passiert hat.

UFO über Pöhlde? meldete der Harzkurier am 16.August 1984: Eine ganze Anzahl von Personen beobachtete gestern mittag über Pöhlde ein Flugobjekt, aus dem sich die Beobachter keinen "Reim" machen konnten. Die Flughöhe wurde auf bis zu zehntausend Meter geschätzt. Der Flugkörper sah den Schilderungen zufolge aus wie eine Tonne, wechselte scheinbar auch mehrfach Flughöhe und Flugrichtung, so daß glänzendes Metall im Sonnenlicht aufzublitzen schien und entfernte sich schließlich nach den Berichten der Augenzeugen in Richtung Südosten.

Pöhlder "UFO" ist identifiziert! meldete am 17.August 1984 der Harzkurier: Das "unbekannte Flugobjekt" (UFO), dass vorgestern mittag von mehreren Personen in Pöhlde als "dickes, rundes Ding" mit teilweise glänzender Außenhaut am Himmel über Pöhlde beobachtet worden war ("wahrscheinlich bis zu 10.000 m hoch") ist identifiziert! Es handelte sich um einen rund 150 Zentimeter langen schwarzen Plastiksack, Durchmesser ca 60 cm, der sich in der Sonneneinstrahlung derart erwärmt hatte, dass er zum "Aufsteiger" wurde und seinem Besitzer, einem Pöhlder Jungen, ausriß. Aber 10.000 m waren es bei der Beobachtung natürlich nicht!

Und hier eine redaktionelle Erfahrungsdarstellung der YPS-Redaktion zu dem immer wieder gerne verwendeten UFO-Produzenten:

So schnell kann man sich irren. Dieses UFO war ein Extra-Gimmick! hieß es im YPS-Extra Nr.14 für 1982. Mit dem Solar-Zeppelin -dem Extra-Gimmick Nr.3- löste die YPS-Redaktion ungewollt in der ganzen Bundesrepublik UFO-Alarm aus. Von Flensburg bis Freilassing berichteten die Zeitungen über zigarrenförmige Objekte, die lautlos in mehreren hundert Metern Höhe am Himmel schwebten. Die Erklärung: Kinder hatten den 3 Meter langen Heißluftballon entgegen der Gebrauchsanweisung nicht an einer Schnur befestigt, sondern ihn frei schweben lassen. Übrigens, ein Heißluftballon, der nach dem gleichen Prinzip funktioniert ist das Extra-Gimmick Nr.8. Unter Das Geheimnis des schwarzen UFOs brachte die Kinderzeitschrift einen Zeitungsbericht mit folgendem Inhalt ein: UFO-Alarm in Hamburg! Zahlreiche schwarze Zeppeline schwebten am Sonnabend plötzlich über der Stadt. Verschreckte Bürger griffen zum Telefon und riefen über "110" die Polizei an. Auf dem Flughafen wurde eien Boeing 727 der Pan Am, die Richtung berlin starten wollte, zwölf Minuten am Boden zurückgehalten. Der Tower warnte vorsorglich die Piloten aller Maschinen im Luftraum Hamburg. Währenddessen ging der Polizeihubschrauber "Libelle 1" zum Angriff über. Über dem Flughafen drückte er mit dem Abwind seiner Rotor-Blätter einen schwarzen Zeppelin so weit herunter, daß ihn das Bodenpersonal festhalten konnte. Nun war das "unbekannte Flugobjekt" schnell identifiziert. Es handelte sich um einen drei Meter langen und 50 Zentimeter dicken "Solar-Zeppelin". Eine Jugendzeitschrift hat ihn als "Extra-Gimmick" einem Sonderheft beigelegt, das seit Freitag auf dem Markt ist. Werbetext: "Ein richtiger Heißluft-Ballon: Sonnen-Energie erhitzt die Luft in der hauchdünnen und nachtschwarzen Hülle - und dein Solar-Zeppelin steigt schwerelos in die Höhe." Zahlreiche Kinder und Jugendliche probierten das Luftschiff (Kosten: 5,80 DM) natürlich sofort aus. Viele vergaßen dabei aber, den Zeppelin an der 45 Meter langen Schnur festzuhalten. Die schwarzen UFOs stiegen langsam auf - manche sogar mehrere hundert Meter hoch. Nach dem erfolgreichen Einsatz über Fuhlsbüttel jagte der Polizeihubschrauber weitere vier Solar-Zeppeline über dem Stadtpark, dem Niendorfer Gehege und dem Volkspark. Auch in anderen Stadtteilen wurden "schwarze Zigarren" am Himmel gesehen. Wegen Gefährdung des Luftverkehrs verfügte die Luftaufsicht in Fuhlsbüttel gemäß Paragraph 29 des Luftverkehrsgesetzes (Gefahrenabwehr) Startverbot für alle Solar-Zeppeline. Die Polizei ließ vom NDR-Verkehrsstudio Warnmeldungen verbreiten und untersagte an einem Kiosk am Flughafen sogar den Verkauf der Sonderhefte.


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